16/10/2026
: Heute vor 140 Jahren verstarb Mayer Carl von Rothschild (1820–1886). An seinem Todestag möchten wir an das vielseitige Leben dieses Mannes erinnern, der nicht nur die Geschichte unserer Stadt, sondern auch die unseres Hauses maßgeblich geprägt hat.
Mayer Carl wuchs in einer der bedeutendsten Bankdynastien der Welt auf. Nach einem Jurastudium und einer umfassenden Ausbildung übernahm er wichtige Rollen: Er war Mitbegründer der Frankfurter Bank, saß im Stadtparlament sowie im Reichstag und wurde als erster jüdischer Politiker überhaupt in das Preußische Herrenhaus berufen.
Doch sein Vermächtnis geht weit über die Politik und das Bankwesen hinaus. Zusammen mit seiner Frau Louise und seinen Töchtern engagierte er sich als leidenschaftlicher Sammler und Stifter.
Bis heute profitieren die Frankfurter Bürger:innen von dem großen Herz der Familie:
🌳 Der Günthersburgpark ging aus seinem Nachlass hervor.
🏥 Das Clementine Kinderkrankenhaus wurde 1865 von seiner Frau gestiftet.
🦷 Die Heilanstalt Carolinum (die heutige Universitätszahnklinik) gründete Tochter Hannah Luise im Andenken an ihren Vater.
Und im Jahr 1846 kaufte Baron Mayer Carl von Rothschild das Palais am Untermainkai – das heutige Haupthaus des Jüdischen Museum. Er ließ das Gebäude vom Architekten Friedrich Rumpf aufwendig umbauen. Prachtvolle Räume wie das historische Treppenhaus mit seinen Marmorverkleidungen im Stil der Renaissance sind bis heute erhalten und können bei uns bewundert werden.
Nach seinem Tod zog hier die berühmte „Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek” ein, bevor das Gebäude 1988 schließlich die Heimat unseres Museums wurde.