Freundeskreis des POLIN Museums

Freundeskreis des POLIN Museums Der Freundeskreis des POLIN Museums – Verein zur Förderung des Museums der Geschichte der polnischen Juden (JGIPL) wurde 1996 gegründet.

Ziel ist, die Förderung von Bildungsangeboten zur Geschichte und Kultur der polnischen Juden.

Spannende Veranstaltung am 10. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN : Marek Zając stellt sein jüngst im Znak-Ver...
02/06/2026

Spannende Veranstaltung am 10. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN : Marek Zając stellt sein jüngst im Znak-Verlag erschienenes Buch "Nieobojętny. 100 portretów Mariana Turskiego" („Nicht gleichgültig. 100 Porträts von Marian Turski“) vor. Im Gespräch mit Joanna Turska, der Tochter von Marian Turski, sowie Jerzy Baczyński, dem Chefredakteur der Wochenzeitung „Polityka“ gehen sie dem Leben Marian Turskis nach, das fast ein Jahrhundert füllte. Das Buch ist voller Anekdoten, warmer Erinnerungen und intellektuellem Humor, aber auch eine kluge Reflexion über Verantwortung, Gemeinschaft und die Grenzen des Kompromisses.

Turski wurde als Mosze Turbowicz in Duskiniankai (heute Litauen) geboren. Er überlebte das Ghetto, das die deutschen Besatzer im Frühjahr 1940 in Łódź errichteten, sowie die Lager Auschwitz, Buchenwald und Theresienstadt. Nach dem Holocaust arbeitete er Jahrzehnte lang als Journalist und Historiker u.a. am Jüdischen Historischen Institut in Warschau. Er nahm aktiv am öffentlichen und intellektuellen Leben teil, ohne dabei weder seine Neugier auf die Welt noch seinen Sinn für Humor zu verlieren.

Am 26. Juni wäre Marian Turski 100 Jahre alt geworden. Er starb am 18. Februar 2025 in Warschau.

Weitere Infos zur Veranstaltung (auf Polnisch):
https://polin.pl/pl/wydarzenie/czytelnia-polin-marek-zajac-nieobojetny-100-portretow-mariana-turskiego

  vor 50 Jahren starb Rachel Auerbach in Tel Aviv. Geboren wurde sie am 18. Dezember 1903 in Laniwzi (damals Russisches ...
31/05/2026

vor 50 Jahren starb Rachel Auerbach in Tel Aviv. Geboren wurde sie am 18. Dezember 1903 in Laniwzi (damals Russisches Zarenreich, heute Ukraine). Sie studierte Geschichte, Philosophie und Psychologie und Lwiw und arbeitete als Journalistin und Verlegerin der Literaturzeitschrift Tsushtayer. 1933 zog sie nach Warschau.

Im Warschauer Ghetto leitete sie eine der Suppenküchen. Zudem engagierte sie sich in der Untergrundgruppe Oneg Shabbat um den Historiker Emanuel Ringelblum. Im Bewusstsein der beispiellosen Verbrechen um sie herum, sammelten deren Mitglieder vielfältige Dokumente und sicherten damit Beweise für die Nachwelt. Das Archiv, das sie 1942 und 1943 vergruben, ist eine der wichtigsten Sammlungen zu jüdischem Leben und Sterben während des Holocaust und zudem ein bedeutendes Beispiel jüdischer Selbstbehauptung. Kurz vor dem Aufstand im Warschauer Ghetto gelang Auerbach die Flucht auf die sogenannte „arische“ Seite, wo sie unter falscher Identität überlebte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Gründungsmitglied der Jüdischen Historischen Kommission und war im September 1946 mit dabei, als aus den Ruinen des von der SS vollständig niedergebrannten Ghettos die Metallkisten des Ringelblum-Archivs geborgen werden konnten. Bereits in Polen begann Auerbach, Interviews mit Überlebenden des Holocaust aufzunehmen und zu sammeln.

1949 wanderte Auerbach nach Israel ein, wo sie ab 1954 die erste Direktorin der Oral-History-Abteilung der nationalen Gedenk- und Forschungsstätte Yad VaShem war. In dieser Funktion prägte sie maßgeblich die Entwicklung der jungen Oral-History-Forschung – nicht nur in Israel, sondern weltweit.

  vor 36 Jahren starb Józef GitlerBarski (1898 – 1990) in seiner Geburtsstadt Warschau. Er hatte Wirtschaftswissenschaft...
28/05/2026

vor 36 Jahren starb Józef GitlerBarski (1898 – 1990) in seiner Geburtsstadt Warschau. Er hatte Wirtschaftswissenschaften in München sowie später an der Freien Universität von Polen studiert. Vor dem Krieg war er Direktor von Centos, der Zentralen Gesellschaft für die Betreuung von Waisen und verlassenen Kindern, sowie Mitglied der Polnischen Kommunistischen Partei.

Nach der deutschen Besatzung Polens wurde auch er als Jude gezwungen, im Warschauer Ghetto zu leben. Dort setzte er seine Arbeit als CentosDirektor fort und organisierte Internate und Halbinternate, Küchen, Gemeinschaftszentren und Bildungseinrichtungen im Untergrund. Im Februar 1943 gelang es ihm, mit seiner Familie aus dem Ghetto zu fliehen. Bis Juli konnte er auf der sogenannten „arischen Seite“ untertauchen und beobachtete von dort die systematische Zerstörung des Ghettos während des Aufstandes. Er und seine Familie wurden denunziert und nach Bergen Belsen deportiert.

Während viele Holocaustüberlebende in den unmittelbaren Nachkriegsjahren Polen verließen, kehrte Józef Gitler-Barski mit seiner Frau Celina und der gemeinsamen Tochter Irena in sein Heimatland zurück. Als polnischer Patriot hatte er sich dem Wiederaufbau des Landes nach den Verwüstungen des Krieges verschrieben. Als Generalsekretär des American Joint Distribution Committee in Polen setzte er sich in den Nachkriegsjahren aktiv für das jüdische Leben ein. Auf dem Foto sehen wir ihn, wie er eine Delegation aus New York durch die Ruinen des Warschauer Ghettos führt, in dem er selbst gezwungen gewesen war zu leben und dessen Zerstörung er mit ansehen musste.

Nachdem dem Joint 1950 die weitere Tätigkeit in Polen untersagt worden war, stand er als Generaldirektor der Polnischen Bank vor. 1953 wurde er unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet, kam aber bald wieder frei. Danach arbeitete er bis zu seiner Pensionierung 1967 als Direktor der Süßwarenfabrik 22. Juli (ehemals Wedel).

Foto: Józef Gitler-Barski mit Herman Gilman in den Ruinen des Warschauer Ghettos, 1946. Quelle: Privatsammlung Krzysztof Czajka-Kalinowski.

 Tadeusz-Mazowiecki-MedienpreisDie Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit schreibt den Wettbewerb um den Tadeusz-...
27/05/2026



Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis
Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit schreibt den Wettbewerb um den Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis aus. Der Preis wird ab 2026 für journalistische Publikationen verliehen, die sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen befassen oder diese in wesentlicher Weise berücksichtigen. Bewerbungsfrist ist der 29. Mai 2026, die Preisverleihung findet am 27. November im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN statt.

Weitere Infos:

Seit Januar 2016 ist das Recherchetool für deutschsprachigeLiteraturzeitschriften online. Die Periodika werden ab Jahrgang 2015 vorgestellt. 

Interaktive Karte zeigt Massengräber des HolocaustDie während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen betriebene nahezu...
26/05/2026

Interaktive Karte zeigt Massengräber des Holocaust

Die während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen betriebene nahezu vollständige Ermordung der Jüdinnen und Juden Europas wird in der Erinnerung vor allem mit Vernichtungslagern wie Auschwitz, Treblinka und Sobibor verbunden. Dabei ist das Territorium Polens übersät von vergessenen Gräbern derjenigen Jüdinnen und Juden, die nicht in ein solches Lager deportiert wurden. Die Deutschen ermordete sie in der Nähe ihres Zuhauses, auf jüdischen Friedhöfen, in Wäldern oder auf Lichtungen. Bis heute liegen ihre sterblichen Überreste in Wäldern, Straßengräben, auf Feldern und an ähnlichen Orten in nicht gekennzeichneten Gräbern, deren Anzahl und genaue Lage weder der Forschung noch den Nachkommen der Opfer bekannt sind.

Umso wichtiger ist die hat eine interaktive Karte des DHI Warschau - NIH Warszawa, die Massengräber des Holocaust auf dem Gebiet des ehemaligen Generalgouvernements lokalisiert. Die Webseite beruht auf drei Jahren interdisziplinärer Forschung und bietet auf Deutsch, Englisch und Polnisch eine Zusammenstellung von historischen Informationen, Luftbildern und Kartenmaterial.

Zur Website:
https://holocaustmassgraves.com/de/

"Sie haben den Zahn der Zeit, die Mauern des Ghettos und den Tod ihrer Komponisten überstanden: Die Partituren, die heim...
22/05/2026

"Sie haben den Zahn der Zeit, die Mauern des Ghettos und den Tod ihrer Komponisten überstanden: Die Partituren, die heimlich niedergeschrieben wurden, während um sie herum Häuser brannten und Geschosse die Luft zerrissen, erklangen am 19. April 2026 in Berlin erneut bei einem Konzert zum Gedenken an den 83. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto, aufgeführt von der Kammersymphonie Berlin unter der Leitung von Jürgen Bruns."

🎻 Den Konzertbericht verfasste Julia Minkowska. Der Text ist hier zu finden:
https://fwpn.org.pl/muzyka-ktora-przetrwala-getto/

Das Konzert wurde finanziert von der Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej und der Postcode Lotterie. Es fand in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN, der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Polnisches Institut Berlin statt.

🎼 Przetrwały próbę czasu, mury getta i śmierć swoich twórców. Partytury spisane w ukryciu, gdy wokół płonęły kamienice, a powietrze przecinały pociski, wybrzmiały ponownie 19 kwietnia 2026 roku w Berlinie, podczas koncertu upamiętniającego 83. rocznicę powstania w getcie warszawskim w wykonaniu Kammersymphonie Berlin pod batutą Jürgena Brunsa.
🎻 Relację z koncertu przygotowała Julia Minkowska. Tekst pod linkiem: https://fwpn.org.pl/muzyka-ktora-przetrwala-getto/

22/05/2026

Our Annual Conference in Warsaw from Juni 7 to 9 is coming closer and we finalized the program with all the speakers, now. You can find it on our website (link in the comments). We are thrilled by the number of registrations we have received so far so that there is only a few places left. For those who haven't registered yet: Don't miss the May 27 extended registration deadline.

We offer a limited number of reduced-price tickets at a rate of €100 (excl. VAT) for young professionals and colleagues from AEJM museums with financial constraints. Jewish heritage professionals who need financial help to attend the conference may be eligible for funding from the Rothschild Foundation Hanadiv Europe. The link to the details and application instructions can be found on our website (link in the comments).

We are looking forward to seeing you in Warsaw from June 7 to 9!

  vor 46 Jahren starb in New York die polnisch-jüdische Schauspielerin Ida Kamińska. Die 1899 in Odessa geborene Kamińsk...
21/05/2026

vor 46 Jahren starb in New York die polnisch-jüdische Schauspielerin Ida Kamińska. Die 1899 in Odessa geborene Kamińska war 1921, unter anderem gemeinsam mit ihrer Mutter, bei der Gründung des Jiddischen Kunsttheaters in Warschau beteiligt. 1933 gründete sie zudem ihr eigenes Theater: das Ida-Kamińska-Theater in der Tatra-Panorama-Rotunde.

Nach der Besetzung Polens durch die Deutschen hatte sie für das Jüdische Staatstheater in Lviv gearbeitet, war aber auf Druck der sowjetischen Obrigkeit von der Leitung zurückgetreten. Mit dem Angriff der Deutschen auf die Sowjetunion im Juni 1941 floh sie weiter nach Osten und überlebte den Holocaust in der Sowjetunion.

Nach Kriegsende kehrte sie nach Polen zurück, um die jiddische Theaterkultur wiederzubeleben. Kamińska arbeitete für das Jüdische Theater in Wrocław und Łódź und gründete 1950 das Staatliche Jüdische Theater in Warschau, das sie nach ihrer Mutter Esther Rachel Kamińska benannte.

1968 gab sie den Posten der künstlerischen Leiterin am Staatlichen Jüdischen Theater in Warschau auf und entschied sich aufgrund der antisemitischen Kampagne der polnische Regierung ihr Heimatland zu verlassen. Am Tag des Einmarsches der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei emigrierte Kamińska mit ihrer Familie und zahlreichen Mitgliedern des Ensembles über Wien nach Israel und gab die polnische Staatsbürgerschaft auf. 1973 veröffentlichte sie in den USA ihre Memoiren unter dem Titel My Life, My Theater, das 22 Jahre später ins Polnische übersetzt wurde.

Foto: Ida Kamińska, Bild gezeigt von der Galeria Witamy, Warschau (2021), public domain: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Galeria_Witamy_w_Domu,_Warszawa_(3).jpg

Am Donnerstagabend beginnt Schawuot, das jüdische Fest, an dem der Empfang der Tora und der Zehn Gebote am Berg Sinai ge...
20/05/2026

Am Donnerstagabend beginnt Schawuot, das jüdische Fest, an dem der Empfang der Tora und der Zehn Gebote am Berg Sinai gefeiert wird. In der Liturgie wird Schawuot als “Chag matan toratenu", deutsch ‚Fest der Offenbarung unserer Tora‘ bezeichnet. Deswegen wird auch die entsprechende Stelle aus der Tora gelesen: in der Moses auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote empfängt. Die Liturgie wird ist in einem Festtagesgebetsbuch, dem Machsor (hebräisch für Zyklus), festgehalten. Der, der auf dem Foto zu sehen ist, wurde 1909 vom Verlag Bracia Lewin-Epsztajn i Wspólnicy in Warschau herausgegeben. Er wurde 1968 vom Przypkowski Museum in Jędrzejów von Jadwiga Szartowska aus Kielce erworben und befindet sich zudem in der Online-Sammlung des POLIN Museums: https://kolekcje.polin.pl/en/mahzor-shavuot

An Schawuot wird traditionell Milch getrunken und süße milchige Speisen wie Eierkuchen mit Quark oder Käsekuchen sowie Honig gegessen. In den Synagogen bleiben viele die ganze Nacht über wach und verbringen die Zeit mit dem gemeinsamen Torastudium. Auch halten Rabbiner und Schriftgelehrte Vorträge. Von Zeit zu Zeit wird das Studium durch Gesang und Tanz unterbrochen. Im Morgengrauen, beim Sonnenaufgang, wird das Schma Jisrael, das Gebet “Höre Israel” gesprochen.

"Rachel Salamander ist studierte Literaturwissenschaftlerin und Germanistin. Keine Selbstverständlichkeit, denn in ihrer...
20/05/2026

"Rachel Salamander ist studierte Literaturwissenschaftlerin und Germanistin. Keine Selbstverständlichkeit, denn in ihrer aus Osteuropa stammenden Familie, die es nach 1945 nach München verschlagen hatte, war Jiddisch die Mutter- und Verkehrssprache, nicht Deutsch. Diese Sprache galt es erst zu erwerben – hohes, höchstes Deutsch: In der Vergangenheit war Deutsch auch eine der jüdischen Sprachen in Mittel- und Ostmitteleuropa gewesen. Von Felix Pollak, einem aus Wien stammenden Emigranten, der nach seiner Vertreibung in den USA als Übersetzer deutscher Klassiker, als Lyriker sowie als Bibliothekar seltener Bücher an der University of Madison/Wisconsin wirkte, ist die durchaus treffende, vormals Deutsche und Juden unterscheidende und nicht nur ironisch gemeinte Bemerkung überliefert, dass die einen deutsch sind und die anderen es können. Stimmen, die schwingenden Laute eines solchen Traditionsbestandes konnten in den Räumen der Münchner
„Literaturhandlung“ vernommen werden."

Dan Diner in der SZ über Rachel Salamander, die „Literaturhandlung“ und das in der Münchner Monacensia im Hildebrandhaus etablierte „Archiv Salamander“

Mit ihrer „Literaturhandlung“ riskierte Rachel Salamander eine Grenzüberschreitung und machte jüdisches Denken wieder sichtbar. Eine Würdigung.

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Leipzig

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