27/07/2022
🏰Auf den Spuren der Habsburger🫅
Das wohl berühmteste Schmuckstück Österreichs, stammt aus dem Besitz der Kaiserin Elisabeth. Wenn man es genau nimmt, müsste es eigentlich Schmuckstücke heißen, denn es gab immerhin 27 Stück davon.
Die Rede ist von den berühmten Haarsternen der Kaiserin. Verewigt wurde der Schmuck auf dem wohl berühmtesten Portrait der Kaiserin. Franz Xaver Winterhalter fertigte dieses berühmte Portrait an, welches noch heute im Sisi Museum • Hofburg Wien zu bewundern ist.
Die Geschichte der Sterne begann in der k. u. k. Hofoper. Das Kaiserpaar besuchte gemeinsam eine Aufführung der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Sisi war so begeistert von dem mit Sternen übersätem Kleid der Königin der Nacht. Der sonst so sparsame Kaiser sprang über den eigenen Schatten und gab dem k.u.k. Hof- und Kammerjuwelier Alexander Emanuel Köchert - A. E. Köchert Juweliere - den Auftrag, eine bestimmte Anzahl an größeren und kleineren Sterne zu liefern. Die Sterne überreichte der Kaiser Elisabeth zu ihrem ersten Hochzeitstag.
Die Sterne waren universell einsetzbar. Sie konnten einzeln getragen werden oder auch zusammengesteckt als Diadem. Auch die Verwendung als Collier, Anhänger oder Brosche war möglich.
Nachdem dem tragischen Tod von Kronprinz Rudolf trug Elisabeth keinen Schmuck mehr und verschenkte die Sterne.
Wo die 27 Sterne bis heute verblieben sind, darüber gibt es viele Spekulationen. Während die einen von drei oder fünf verbleibenden Sternen berichten, ist die Mehrheit der Historiker jedoch sicher, dass es mittlerweile acht Sterne sind. Da die Kaiserin nach dem Tod Rudolfs angeblich die Sterne an Hofdamen, Freundinnen und auch an ihre Enkelin Elisabeth verschenkte, verliert sich mit der Zeit die Spur der Sterne.
Wenn man jedoch einem Artikel der „Österreichischen Illustrierten“ aus dem Jahre 1902 Glauben schenken darf, dann war zu diesem Zeitpunkt der komplette Diamantensatz aller 27 Sterne noch vollständig erhalten. Lange nach dem Tod der Kaiserin, sollte Kaiser Franz Joseph den Satz seiner Lieblingsenkelin Elisabeth Marie zur Hochzeit geschenkt haben. Elisabeth Marie, später auch als „Rote Erzherzogin“ bekannt, verstarb 1963 und hinterließ der Republik eine Menge wertvoller Schmuckstücke. Jedoch die 27 Sterne waren nicht dabei.
Ein von Köchert angefertigter zehnzackiger Stern mit einer Mabé-Perle in der Mitte, wurde 1998 in der Ausstellung „Schönheit für die Ewigkeit“ im Schloss Schönbrunn gezeigt und gestohlen. Der Dieb Gerald Blanchard wurde u. a. durch diesen Coup, bei dem er mit einem Fallschirm in das Schloss eindrang, berühmt. Da das Schmuckstück aufgrund seiner Bekanntheit unverkäuflich war, sah er den Diebstahl als persönliche Herausforderung an. Erst fast zehn Jahre später tauchte der Stern nach seiner Verhaftung wieder auf.
Noch heute fertigt A. E. Köchert Sisi Sterne in allen Variationen nach den originalen Entwürfen an.
Foto: wikimedia/commons