01/10/2024
BLICK ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
Graublaue Westerwaldkeramik kennt jeder. Nur wenige wissen aber um die immense Einsatzvielfalt, die Ton bis heute bietet. Seiner Herkunft, dem Abbau, der Aufbereitung und dem Einsatz in all seinen Facetten widmet sich das Tonbergbaumuseum in Siershahn. Erst im Herbst 2023 nach Umbau wiedereröffnet, nimmt es Gäste mit auf eine mehr als interessante Tour durch ein bedeutsames Stück heimische Industriegeschichte.
„Als außerschulischer Lernort freuen wir uns auch über interessierte Kinder- und Jugendgruppen.“
Peter Noll und Hans-Georg Fiederling-Kapteinat
Darauf sind Peter Noll und Hans-Georg Fiederling-Kapteinat mit Recht stolz. Das Tonbergbaumuseum in Siershahn ist in seiner Art weltweit einzigartig. Peter Noll ist der 1. Vorsitzende und Hans-Georg Fiederling-Kapteinat Schriftführer des Tonbergbauvereins Westerwald e.V., der Träger des Museums ist. Beide sind Fachmänner in Sachen Tonbergbau und Geologie und haben an der konzeptionellen Umgestaltung des Museums maßgeblich mitgewirkt. Das heutige Gelände mitsamt der Förderanlage wurde von einer heimischen Tonabbaufirma übernommen. In der historischen Schachtanlage „Gute Hoffnung“ aus dem Jahr 1962 wurde bis 1979 Ton gefördert. Sie ist eines der letzten architektonischen Zeugnisse des unterirdischen Tonabbaus und mit den zahlreichen Ausstellungsstücken, die aus der gesamten Region zusammengetragen wurden, das Herzstück des Museums.
Später kam ein neu erbauter Pavillon der Gemeinde Siershahn als Ausstellungsraum hinzu. 2022 ergaben sich dann Fördermittel aus dem Förderprogramm „Neustart Kultur“, die in die Neukonzeption fließen konnten. Die alte Förderanlage ist nun in den neuen Besucherrundgang gut integriert und präsentiert anschaulich auch über weiterführende QR-Codes auf den Infotafeln die einzelnen Arbeitsschritte. Dem historischen Abbau lässt sich hier folgen, während im Pavillon der moderne Tonabbau in all seinen Facetten vorgestellt wird.
Das Tonbergbaumuseum ist seit Herbst 2023 neuer GeoPunkt im GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus und reiht sich somit gut in weitere spannende GeoErlebnisorte wie das Besucherbergwerk Grube Bindweide oder den Stöffelpark mit seinem Basaltabbau ein.
Der Rundgang entlang der alten Schachtanlage lässt die Härte der körperlich schweren handwerklichen Arbeit hautnah spüren. Im Pavillon hingegen steht Ton als technisches Produkt im Mittelpunkt. Unglaublich, wie maßgeschneidert Tonmischungen weltweit in den vielfältigsten Bereichen Einsatz finden. Ton ist hoch speziell und kommt in Katalysatoren, Offshore Bohranlagen oder Deponieabdichtungen vor. Ton war der Motor der industriellen Entwicklung im Unterwesterwald und ist auch weiterhin Rohstoff für die Zukunft!
Foto, Text, Information: Touristinformation Wirges