Haus der kleinen Künste

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Haus der kleinen Künste Jedes Ding ein kleines Kunstwerk Unsere Kunden erleben ein sich ständig wechselndes Angebot aus frischen, innovativen Kollektionen junger Designer und Künstler.

Im stilvollen Haus der kleinen Künste wird jungen Talenten aus den Bereichen Mode, Design und Kunst eine professionelle Plattform zur Präsentation ihrer neuesten Kreationen angeboten.

20/11/2025

Liebe Demokratinnen und Demokraten,
verehrte Freundinnen und Freunde,

wir erleben in Europa – und besonders in Deutschland – einen beunruhigenden Rechtsruck. Rassismus, Nationalismus und autoritäres Denken gewinnen erneut an Einfluss und bedrohen die Grundpfeiler unserer Demokratie. Dieser Angriff auf unsere gemeinsamen Werte verlangt eine neue Form des politischen Bewusstseins, des Widerstands und der Solidarität.

Als langjähriger politischer Aktivist sowie Mitstreiter und Berater geflüchteter und migrierter Menschen, rufe Sie / Euch alle auf, diesen Appell zu unterstützen – mit Ideen, mit Engagement, mit Haltung.
Wir wissen: Viele Migrantinnen und Migranten in diesem Land fühlen sich von der Politik nicht angesprochen. Doch sie tragen längst einen Teil dieses Landes in sich. Sie sind keine Randfiguren – sie sind Mitgestaltende unserer gemeinsamen Zukunft. Ihnen ein neues Bewusstsein für ihre politische Kraft zu geben, ist ein Schritt von unschätzbarem Wert.

Zugleich senden wir eine klare Botschaft an die Feinde der Demokratie:
Die Zeit der Spaltung und der leeren Symbole ist vorbei. Es geht nicht um das Stadtbild, sondern um das Bild unserer Gesellschaft. Es geht um das, was uns als Menschen verbindet.

Wenn wir diese Debatte mutig führen, kann daraus eine neue Bewegung erwachsen – eine Bewegung, die nicht nur reagiert, sondern gestaltet. Eine Bewegung, die das Morgen neu denkt und die Demokratie mit Leben erfüllt.
Aufruf zum Empowerment durch passiven Widerstand

Die jüngsten Äußerungen von Friedrich Merz, der seiner Rolle als Bundeskanzler kaum gewachsen ist, zum Thema „Stadtbild“ markieren einen neuen Tiefpunkt politischer Verantwortungslosigkeit und gesellschaftlicher Spaltung. Aussagen dieser Art, getränkt von Ignoranz, Intoleranz und rassistischen Untertönen, sind nicht nur beleidigend für Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte – sie gefährden den sozialen Frieden und den demokratischen Zusammenhalt unseres Landes. Diese Worte sind keine bloße Entgleisung. Sie sind eine offene Wunde im Gesicht dieser Republik – ein Beweis dafür, wie tief die Verachtung gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte in Teilen der politischen Elite verankert ist.

Herr Merz bedient sich einer Sprache, die an dunkle Zeiten erinnert: emotional aufgeladen, pseudobiologisch begründet und voller unterschwelliger Abwertung. Es ist eine Sprache der Angst, der Ausgrenzung und der bewussten Spaltung – eine Rhetorik, die Misstrauen sät und Solidarität zerstört. Sie ist das Echo jener Stimmen, die einst den Weg bereiteten für Entrechtung, Vertreibung und Mord.

Wir dürfen nicht vergessen: Solche Diskurse sind kein Zufall. Sie folgen einer altbekannten Logik der Macht, die Menschen gegeneinander aufhetzt, um gesellschaftliche Probleme zu verschleiern. Schon die Propaganda der 1930er-Jahre griff dieselben Motive auf: die Konstruktion eines „Wir“ gegen „die Anderen“, die Instrumentalisierung von Angst, das Schüren falscher Bedrohungsbilder. Wer heute von „Re-Migration“ spricht oder das Stadtbild ethnisch definiert, bedient sich genau dieser gefährlichen Denkweise.

Als jemand, der seit über 35 Jahren im Exil in Deutschland lebt, dieses Land trotz allem liebt und an sein Potenzial für ein friedliches Miteinander glaubt, sehe ich mit wachsender Sorge, wie Worte wieder zu Waffen werden. Ich habe an politischen Debatten teilgenommen, gehofft, argumentiert – doch heute bin ich müde von dieser endlosen Wiederholung derselben Vorurteile.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Worte nicht mehr genügen.

Wie lange noch sollen wir uns erklären, rechtfertigen, beweisen, dass wir dazugehören?

Wie blind muss man sein, um in einem Land, das längst von Vielfalt getragen wird, von „Überfremdung“ zu sprechen?

Sehen diese Politiker nicht, dass Deutschland ohne die Menschen, die sie abschätzig „Ausländer“ nennen, längst zum Stillstand käme?

In unseren Großstädten – Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Dortmund … – tragen Menschen mit Migrationsgeschichte bis zu 50 % der Bevölkerung. Sie sind das Rückgrat unseres Alltags: im öffentlichen Nahverkehr, an Flughäfen, im Baugewerbe, Straßenbau, in Krankenhäusern, in Pflegeheimen, im Einzelhandel, in der Gastronomie, in der Müllabfuhr, in der Straßenreinigung, in Schulen, Universitäten, als Unternehmer und Künstler. Ohne sie stünde dieses Land still.

Es sind die, die man im Alltag gern unsichtbar macht – und im politischen Diskurs zur Zielscheibe.

Und nun sollen ausgerechnet diese Menschen das Stadtbild „verunstalten“?

Nein. Sie sind das Stadtbild. Sie sind die Lebenskraft unserer Gesellschaft.

Darum richte ich einen klaren, friedlichen, aber entschlossenen Aufruf an all jene, die täglich mit ihrer Arbeit und ihrem Dasein Deutschland am Leben halten:

Nehmt euer Recht auf Selbstbehauptung in die Hand.

Bleibt – nur für einen Tag – zu Hause.

Ein Tag des stillen, aber mächtigen Widerstands.

Das ist kein Aufruf zur Gewalt – das ist ein Aufruf zur Würde.

Lasst das Land fühlen, was passiert, wenn die, die es tragen, für einen Moment die Last ablegen.

Ein Tag, der zeigt, was dieses Land ohne euch wäre: leer, stumm, unbeweglich.

Dieser passive Widerstand soll kein Akt der Spaltung sein, sondern des Erwachens. Er soll den Blinden die Augen öffnen – für die Realität eines Landes, das längst vielfältiger, menschlicher und stärker ist, als es manch politische Rede glauben machen will.

Lasst uns zeigen, dass wir keine Statistiken sind, keine Zahlen in einer Debatte, sondern Menschen mit Macht, mit Rückgrat, mit Geschichte.

Beginnen wir in einer Stadt wie Berlin oder München. Führen wir es weiter in einem Bundesland wie Bayern. Und schließlich – bundesweit.

Für diesen friedlichen Akt der Selbstermächtigung brauchen wir die Unterstützung aller Demokratinnen und Demokraten: der Gewerkschaften, Ausländerbeiräte, Flüchtlingsräte, von Pro Asyl, Amnesty International, Wohlfahrts- und Religionsverbänden, zivilgesellschaftlichen Bündnissen und Parteien.

Und an all jene, die sich Demokratinnen und Demokraten nennen:

Schweigt nicht.

Denn wer in solchen Momenten schweigt, macht sich mitschuldig.

Demokratie stirbt nicht auf einmal – sie stirbt in tausend kleinen Momenten des Wegschauens.

Denn Demokratie lebt nicht von Spaltung – sie lebt von Solidarität.

Und Solidarität bedeutet: Wir stehen auf, wenn andere uns klein reden wollen.

Wir schweigen nicht mehr – wir handeln. Friedlich, entschlossen, vereint.

Ruzbeh Sadeghi

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