18/06/2026
Wenn sich die ganze Welt auf das Beenden eines Krieges konzentriert, kümmert sich dann noch jemand um das Danach? 🪖🏚️📦🩼🆘🤝
Die Ausstellung "Nach dem Krieg" im Museum für Geschichte beleuchtet die dramatischen Jahre des Wiederaufbaus in der Steiermark ab 1945. Gerade jetzt ist das Thema leider wieder aktuell: Denn das internationale Hilfssystem steht erneut vor einem historischen Einschnitt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs prägten Hunger, Wohnungsnot und gesellschaftliche Umbrüche den Alltag der Menschen.
Die Bevölkerung in der Steiermark war auf Solidarität und Hilfe von außen angewiesen: Wie heute kaum jemand weiß, übernahm die unter US-Federführung agierende UNRRA (Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen) eine Vorreiterrolle bei der Versorgung. Sie lieferte bis zu 80 % der Lebensmittel in Österreich.
Eine bis dahin neue Form globaler Zusammenarbeit, die unzähligen Menschen das Leben rettete.
„Ich wollte mit dieser Ausstellung auch die UNRRA ins Gedächtnis zurückrufen und die Frage stellen: Was bedeutet eigentlich internationale Solidarität? Der Einfluss der UNO schwindet, die USA – einst Hauptgeldgeber – ziehen sich zurück, die Mittel für internationale Hilfsprojekte werden kleiner. Und gleichzeitig wird massiv in Aufrüstung investiert", so der Kurator Heribert Macher-Kroisenbrunner.
In fünf Kapiteln beleuchtet die Ausstellung zentrale Aspekte der Nachkriegszeit mit Bezug zur Steiermark: das erste Nachkriegsjahr, die Hilfe durch die UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), Nachkriegsflüchtlinge, Hilfe und Selbsthilfe sowie den Weg zum Wiederaufbau.
📅 Eröffnung: 18.06. | 19 Uhr | Eintritt frei
Fotos: 1 Bettina Habsburg-Lothringen (Leitung Museum für Geschichte), Kurator Heribert Macher-Kroisenbrunner; Blicke in die Ausstellung, UMJ/J.J.Kucek