Gustav Gugitz 1836-1882. Ein Kärntner in Europa.

Gustav Gugitz 1836-1882. Ein Kärntner in Europa. Facebook Seite des Projektes "GUSTAV GUGITZ 1836-1882. Ein Kärntner in Europa. I. KURZBESCHREIBUNG DES PROJEKTES

1. AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DES PROJEKTES

4. A.

ZIELE DES PROJEKTS:
• Erforschung des Lebens und Werks des Architekten Gustav Gugitz angesicht seines 140. Todestages und der Neueröffnung des Klagenfurter Rudolfinums (2022)
• Zuordnung des Werkes Gugitz' im Kontext der europäischen Architektur- und Kunstgeschichte
• Popularisierung Gugitz' Person in Kärnten und Europa
• Popularisierung von Architektur- und Kunstgechichte, Sensibilisierung auf Äs

tethik der
Umgebung
• Grundlagenforschung und Materialvorbereitung für eine Monographie

2. METHODIK:
• Literaturforschung
• Bearbeitung der historischen Quellen (Famillienkorrespondenz, Akten der verschiedenen
Ämter, Pläne, Entwürfe und Zeichnungen, alter Zeitungen und Fotografien)
• Kunsthistorische Analyse der Bauten, Identifizierung der Formenquellen und Einflüße sowie
der ideologischen Programme der Architektur

3. ENDPRODUKT:
• mindestens 3 Kurzvideos (15-20min) zur Gugitz' Leben und Werk (englischsprachig mit
deutschen Untertiteln)
• Betreuung eines Facebook- und Instagramprofiles für Gustav Gugitz
• mindestens 15 gründlich erforschte und informative Posts zu Gugitz
• Bewerbungsunterlagen für ein Folgeprojekt über weitere Entwicklung und Verfassung einer Monographie

II. STAND DER FORSCHUNG

Gustav Gugitz und sein Werk sind noch nicht Thema einer wissenschaftlichen Bearbeitung gewesen. Man findet nur allgemeine Erwähnungen in Lexika. Wichtige Informationen zu seinem
Leben liefern die Nachrufe in zeitgenössischen Zeitungen. Er wird auch in den allgemeinen Publikationen über Ringstraße (Opern) und Wiener Weltausstellung erwähnt. Hauptsächlich ist er für diese Tätigkeiten am meisten bekannt. In diesen Bereichen war er aber nicht ganz selbständig aktiv, bis auf den Kaiserpavillon der Weltausstellung. Sein eigenständiges Werk im Bereich Villenbau oder der öffentlichen Architektur ist noch nicht ausführlich untersucht worden. Eine bescheidene Probe der Interpretation des ikonographischen Programmes des Rudolfinums liefert Franz Glaser. Sonst, was
den Bau des Museums betrifft, werden anlässlich verschiedener Jahrestage immer gleiche Informationen über die Entstehungsumstände wiederholt. Die Architektur des Museumsgebäudes war noch nie Thema einer richtigen kunsthistorischen Untersuchung, obwohl ihre hohe Qualität
einstimmig betont wird. Anlässlich der Renovierung der Villa Lana in Gmunden wird dem Architekten etwas Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl die Person des Malers, Gugitz' Mitarbeiters und Schwiegervaters Pietro Isella, besser untersucht zu sein scheint, als die des Klagenfurters. Interessanteweise ist hingegen seine Rolle bei der Ausstattung des Rudolfinums in den Publikationen darüber nicht erwähnt. Analog dazu vergaß man auf Gugitz anlässlich der Beschreibung des Annahofes in
Althofen, obwohl es bekannt ist, dass er für das Projekt verantwortlich war. So findet man manche Diskrepanzen was Informationen über Gugitz betrifft. Seine Tätigkeit als Interieurdesigner und Ausstellungsgestalter ist ebenso wenig bekannt. Er sollte zahlreiche Zeichnungen für Möblierung mehrerer Innenräumen fertigen:
"Gugitz bewies bei allen diesen Ausstattungen einen ausgezeichneten Geschmack und verfertigte für
das ganze Meublement eigenhändige stylvolle Zeichnungen." Man weiß nur von wenigen von ihm entworfenen Möbeln, die bis heute erhalten geblieben sind, beispielsweise in den Sammlungen des
Hofmobiliendepots. Ein weiteres Kapitel seines Lebens, das einer Untersuchung wert ist, ist seine pädagogische
Tätigkeit an der Bau- und Maschinengewerbeschule in Wien, die er im Zuge seiner Direktur nach dem deutschen Vorbild reformiert hat. Die daraus entstandene Staatsgewerbeschule hat einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung in der ganzen k.u.k. Monarchie beigetragen. Nicht weniger interessant ist Gugitz' privates und berufliches Netzwerk, das sich weit über Kärntner Grenzen hinaus erstreckt. Eine nur oberflächliche Beschäftigung mit seinen Kontakten zeigt,
wie wichtig und unterstützend seine Familie in dieser Hinsicht war. Weiterhin ist es bemerkenswert, dass es sich bei seinen Mäzenen fast ausschliesslich um Industrielle und Unternehmer handelt, was
bestimmt mit seiner Herkunft aus dem kaufmannischen Millieu verbunden ist. Das Leben und Werk Gugitz' fast 140 Jahren nach seinem vorzeitigen Tod sollte grundsätzlich untersucht werden. Die Aufarbeitung seiner Karriere, aus der Provinzstadt Klagenfurt nach ganz Europa, bietet die Möglichkeit, Aufstiegmechanismen für Künstlern zu untersuchen. Gugitz Netzwerk und Wirkung erstrecken sich von Oberitalien über das schweizerische Tessin, über Wien nach Prag und weiter bis nach Gallizien und Bukowina. Er war ein typischer Repräsentant seiner Epoche, vereinigte eine humanistische Ausbildung mit technischer Perfektion. Ein wahrer Teamplayer, wie wir heute sagen würden, arbeitete er oft zusammen mit anderen Kollegen, Architekten oder Malern. Daher wäre es auch interessant zu untersuchen, wie solche "Künstlerkollektive", um wieder einen zeitgenössischen Term zu benutzen, funktioniert haben. Es ist auch klar, dass man für Gugitz'
Architektur einen breiteren, mitteleuropäischen Kontext suchen sollte, um sie richtig zu verstehen und wertschätzen zu können.

5. ENDERGEBNIS
Da es sich um Grundlagenforschung handeln, ist es momentan schwer einzuschätzen, mit welchem Umfang der Unterlagen man rechnen muss. In solch einem Fall ist es am vernüftigsten, die Ergebnisse der Forschung in einer populärwissenschaftlichen Form darzustellen. Die Entscheidung, das über Sozial-Media Kanäle zu tun liegt darin begründet, dass dies heutzutage der beste Weg ist, ein breiteres und jüngeres Publikum anzusprechen. Seit dem Frühjahr 2020 nutzen alle wichtigen Kulturinstitutionen Facebook- oder Instagramvideos, die allerdings sehr gründlich vorbereitet sind, was die inhaltliche Seite betrifft. Falls die Forschung erfolgreich ist und sich genügend Unterlagen finden, kann man über eine wissenschaftliche Fortsetzung nachdenken, in dem man eine richtige Monographie über Gugitz vorbereit. Szymanowicz-Hren, November 2020, Klagenfurt.

Look Gustav in the eyes;)Als ich 2020/21 im Rahmen meines Forschungsprojekts „Gustav Gugitz (1836–1882). Ein Kärntner in...
25/02/2026

Look Gustav in the eyes;)

Als ich 2020/21 im Rahmen meines Forschungsprojekts „Gustav Gugitz (1836–1882). Ein Kärntner in Europa“ gearbeitet habe, waren manche Dokumente zu seinem Leben noch nicht online zugänglich.

Umso größer war meine Freude, als mich nun ein rumänischer Forscher kontaktierte, der in Wien zu Josef Hlávka und zur Geschichte von Czernowitz arbeitet. Er machte mich auf Fotografien von Gustav aufmerksam, die mittlerweile online zugänglich sind. Danke Gabriel C. Blaszczuk
Wien Museum

Solche Momente zeigen, was europäische Forschung im besten Sinne bedeutet: Vernetzung über Ländergrenzen hinweg, gegenseitige Hinweise, geteilte Quellen – und plötzlich öffnen sich neue Perspektiven auf bekannte Biografien.

Gustav Gugitz war nicht nur ein Kärntner, sondern ein Akteur in einem vielschichtigen mitteleuropäischen Raum zwischen Wien, den Kronländern und darüber hinaus. Dass seine Spuren heute digital wieder auftauchen und internationale Aufmerksamkeit erfahren, bestätigt einmal mehr, wie wichtig Grundforschung ist. Biographien, Monographien wurden zum Mosaiksteine.

Forschung ist nie abgeschlossen – sie lebt vom Dialog.

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Klagenfurt
9020

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