26/05/2026
𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲 – 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟰
„Wenn der Boden erzählt…“
📜 Die archäologischen Forschungen am Burgberg von Schwarzenbach brachten eine außergewöhnlich reiche Vielfalt an Fundstücken zutage, die eine mehrfache Besiedelung des Platzes von der Jungsteinzeit bis in die Völkerwanderungszeit belegen. Zu den ältesten Funden zählen Keramik, Stein-, Knochen- und Geweihwerkzeuge aus der späten Jungstein- und Kupferzeit, die auf handwerkliche Werkstätten und intensive Jagd- und Produktionstätigkeit vor Ort hinweisen.
Aus der Bronzezeit stammen Keramikgefäße, Spinnwirtel, Webgewichte, Bronzenadeln und Tierknochen, die Einblicke in Alltag, Textilherstellung, Viehhaltung und Ernährung geben. Bestattungsfunde und verstreute menschliche Knochen zeugen von unterschiedlichen Totenritualen dieser Zeit.
Die jüngere Eisenzeit ist durch besonders aussagekräftige Fundstücke vertreten: Drehscheibenkeramik, Eisenobjekte, Schmuckstücke aus Bronze und Gagat, Werkstattreste sowie mehrere keltische Gold- und Silbermünzen belegen Handel und die überregionale Bedeutung der befestigten Siedlung. Pferdeknochen außergewöhnlicher Größe weisen zudem auf Zucht hin.
Mehrere keltische Münzfunde belegen die Bedeutung Schwarzenbachs im Fernhandel. Bereits 1998 wurde eine Goldmünze, ein boischer 24stel Stater aus dem Raum Prag (um 200 v. Chr.), entdeckt – ein außergewöhnlicher Fund südlich der Donau. Später kamen drei Silbermünzen vom Velemer Typ hinzu. Hinweise auf Münzprägung könnten zwei kleine Ringe sein, die nur grob bearbeitet sind und aus Silber bzw. Billon, einer Kupfer-Silber Legierung bestehen, die häufig für Münzen verwendet worden ist. Außerdem wurde das Fragment einer Tüpfelplatte gefunden, einer Gussform aus Keramik, die zur Herstellung von Rohformen für die Münzprägung diente.
Ein herausragender Einzelfund aus der Völkerwanderungszeit ist das Grab eines Kleinkindes mit künstlich deformiertem Schädel. Es handelte sich um ein Mädchen, das etwa 3-4 Jahre alt war, poröse Knochen aufwies und vermutlich an einer Infektionskrankheit starb. Die Bestattung am höchsten Punkt der Anlage deutet auf eine hohe gesellschaftliche Stellung hin.
In ihrer Gesamtheit machen die Fundstücke von Schwarzenbach den Burgberg zu einem einzigartigen Archiv prähistorischen Lebens in Ostösterreich.
Übrigens 😉, ein Teil der Fundstücke kann im modernen Museumscontainer „Haus der archäologischen Funde“ im Freilichtmuseum betrachtet werden. Täglich geöffnet von 8 bis 20 Uhr!
Wie freuen uns auf euren Besuch - Euer Team des Keltendorfes Schwarzenbach
👉 Fortsetzung folgt, passend zum Keltenfestival – bleibt dran!
Quellen (Text & Bilder): Archiv Gemeinde Schwarzenbach · Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer · Mag. Dr. Wolfgang Lobisser · celtovation.at · Christian Kremsl · Altbgm. Johann Giefing