04/09/2026
Gugelhupf in den Händen, Zigarette im Mundwinkel und ein kecker Blick in die Kamera: So sehen wir Hertha Pauli in ihrer Küche auf Long Island. Ihr Weg dorthin begann in Wien, wo sie als Tochter der Journalistin und Frauenrechtlerin Bertha Schütz aufwuchs. Zunächst zog es unsere auf die Bühne: Sie spielte Theater in Breslau und Berlin, veröffentlichte zugleich Gedichte und Feuilletons.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 kehrte sie nach Wien zurück und gründete eine Agentur für verfolgte Autor*innen und jene, die in Deutschland nicht mehr publizieren konnten. Nach dem „Anschluss“ fünf Jahre später musste sie selbst fliehen. Von Paris aus schrieb Hertha Pauli weiter gegen das NS-Regime, 1940 gelangte sie in die USA. Dort wurde sie etwa mit Kinder- und Jugendbüchern auf Englisch erfolgreich. In „Der Riss der Zeit geht durch mein Herz“ erzählte sie später von Flucht und Verlust, aber auch von Freundschaft und Zusammenhalt. Manuskripte und Fragmente dieses Buches gehören zu den vielen Spuren ihres Lebens und Schreibens, die heute im Nachlass Hertha Paulis in der Österreichischen Nationalbibliothek bewahrt werden.
Foto: https://onb.digital/result/10E0EEF0