11/06/2026
Reise nach Bologna – zwischen Kultur und Kulinarik
Bologna – La Rossa, La Dotta, La Grassa
Bologna wird gerne mit drei Beinamen beschrieben: La Rossa (die Rote), La Dotta (die Gelehrte) und La Grassa (die Fette). Die Bezeichnung „La Rossa“ verweist sowohl auf die charakteristischen roten Dächer und Backsteinfassaden der Stadt als auch auf ihre traditionsreiche politische Geschichte. „La Dotta“ verdankt Bologna seiner berühmten Universität, der ältesten Europas, während „La Grassa“ die reiche kulinarische Tradition der Stadt würdigt.
Vom 4. bis 7. Juni unternahmen fünf Mitglieder der Italienisch-Deutsch-Gruppe des TART eine Reise nach Bologna. Die An- und Rückreise erfolgte bequem mit dem Flixbus von Villach.
Nach unserer Ankunft bezogen wir unsere Hotels und Apartments und trafen uns anschließend auf der beeindruckenden Piazza Maggiore beim Neptunbrunnen.
Von dort aus spazierten wir gemeinsam zu einem ausgezeichneten Restaurant, wo wir die ersten kulinarischen Köstlichkeiten der Stadt genießen konnten.
Wer in Bologna von der lokalen Küche spricht, kommt an den berühmten Tagliatelle al ragù nicht vorbei. „Spaghetti alla Bolognese“ sucht man hier übrigens vergeblich – dieses Gericht existiert in Bologna nicht.
Weitere Spezialitäten sind Lasagne, Prosciutto di Parma, Mortadella, Parmigiano Reggiano, Grana Padano und natürlich die von allen geschätzten, hausgemachten Tortellini.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Kultur und Bildung. Unser Besuch führte uns zunächst in das historische Universitätsviertel.
Die Universität Bologna, gegründet im Jahr 1088, gilt als die älteste Universität Europas. Im prächtigen Palazzo dell’Archiginnasio, der von 1563 bis 1806 als Universitätsgebäude diente, bestaunten wir unzählige Wappen ehemaliger Studenten, den eindrucksvollen Anatomiesaal aus dem 17. Jahrhundert sowie eine historische Bibliothek.
Dieser Ort vermittelt eindrucksvoll den Geist wissenschaftlicher Neugier und erklärt, warum Bologna den Beinamen „La Dotta“ – die Gelehrte trägt.
Anschließend besuchten wir die majestätische Basilika San Petronio, deren Gemälde und Skulpturen uns beeindruckten.
Danach führte unser Weg in die Pinacoteca Nazionale, eine der bedeutendsten Gemäldegalerien Italiens.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher in den Botanischen Garten, eine grüne Oase mitten in der Stadt.
Am dritten Tag fuhren wir mit einem Touristenzug hinauf zum Santuario della Madonna di San Luca. Von dort bot sich uns ein herrlicher Blick über Bologna und die sanften Hügel des Apennins.
Besonders prägend für das Stadtbild sind die kilometerlangen Arkadengänge, die sogenannten Portici.
Diese roten Arkaden und Bögen wurden einst zur Erweiterung der Stadt errichtet und dienen bis heute als überdachte Gehwege. Sie schützen vor Sonne und Regen und verleihen Bologna seinen unverwechselbaren Charakter.
Zur Stärkung kehrten wir im Mercato delle Erbe ein, wo wir neben regionalen Spezialitäten auch köstliche Kirschen und Marillen kauften.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Basilica di Santo Stefano, einer der bedeutendsten und geschichtsträchtigsten Kirchenanlagen Bolognas.
Sie wird häufig als „Sette Chiese“ – die Sieben Kirchen bezeichnet, da sie aus mehreren miteinander verbundenen Sakralbauten besteht, die über Jahrhunderte hinweg entstanden sind.
Ursprünglich sollte die Anlage die heiligen Stätten Jerusalems symbolisch nachbilden und Pilgern die Möglichkeit geben, diese auch in Bologna zu erleben.
Den letzten Abend ließen wir bei gutem Essen, einem Glas Wein und vielen anregenden Gesprächen gemütlich ausklingen. Am folgenden Tag traten wir die Heimreise an – bereichert durch zahlreiche kulturelle Eindrücke, spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt und viele unvergessliche kulinarische Genüsse.
Bologna hat seinem Ruf als La Rossa, La Dotta und La Grassa alle Ehre gemacht und uns mit seiner einzigartigen Mischung aus Geschichte, Bildung, Lebensfreude und Gastronomie begeistert.
Sarah Krampl
Initiatorin der Italienisch-Deutsch-Gruppe des TART