11/01/2026
Kritik des Restaurants Zumaque – ein Lucas Maes Restaurant in Puerto de la Cruz, Teneriffa
1. Die Kritiker
2. Das Restaurant, sein Ambiente und die Organisation
3. Die Speisen
4. Zusammenfassung
1. Die Kritiker
- Mónica aus Wien. Aufgrund ihrer Funktion als Managerin einer internationalen Organisation hat sie ca. 60 Länder auf dem Globus besucht und dabei verschiedenste Essenskulturen kennengelernt.
- Guenter stammt aus der Oberrheinischen Region, gebildet aus dem französischen Elsass, der Nordschweiz und dem südlichen Teil Badens, einer Region, die sich durch ihre überdurchschnittliche Kulinarik auszeichnet. Des Weiteren hat er etliche Jahre in Bilbao gelebt und dort und im weiteren Baskenland die exzellente baskische Küche kennengelernt
2. Das Restaurant, sein Ambiente und die Organisation
Das Restaurant hat die Anmutung eines modernen, edlen Lokals mit moderner Ausstattung, weniger Gemütlichkeit als Sachlichkeit ausstrahlend. Die relativ dicht angereihten Tische sind offenkundig bewusst so aufgestellt, dass vor allem Paare daran Platz finden. Das Publikum ist mehrheitlich „Schicki-Micki“ eher jüngeren Alters, was aber offenbar bewusst angesprochen werden soll. Die Gäste würde ich im Durchschnitt – Abweichungen sind selbstverständlich - als „nouveau riches“ bezeichnen wollen, die sich einen besonderen Abend leisten können.
Zum Zeitpunkt des Besuchs war nicht erkennbar, dass das Restaurant zur Bewirtung von größeren Gesellschaften geeignet wäre.
Die Gedecke sind ansprechend, geschmackvoll und professionell arrangiert. Das Personal ist erkennbar geschult, wenn auch nicht in allen Punkten. So fällt unangenehm auf, dass die Bedienenden oft ihr Hinterteil dem Nachbartisch entgegenstrecken.
Unangenehm ist die Lautstärke der Musik, die eine relaxte Unterhaltung verhindert. Ebenfalls überflüssig scheint die Idee, dass bestimmte Speisen anstatt mit Besteck mit der Hand gegessen werden sollen, was in dieser Kategorie von Lokal unpassend ist.
Zu monieren ist, dass Wünsche bezüglich der Sitzanordnung, die vorab per email vermeldet wurden, nicht wahrgenommen und berücksichtigt wurden (Beispiel: Der Wunsch, nicht nahe an der Türe platziert zu werden). Man liest Mail offenkundig nicht zeitnah oder macht sie dem für den Gästeempfang zuständigen Kellner nicht bekannt.
Die zeitlichen Abstände zwischen den Essensgängen waren unterschiedlich lang, manche ließen zu lange auf sich warten.
3. Die Speisen
Die Küche zeichnet sich durch die sog. „Fusion-Philosophie“ aus, d.h. die Kombination vieler globaler Ess- und Rezeptkulturen, bzw. unkonventionelle lokale Kombinationen und Abfolgen. Wir haben ein Degustationsmenü bestellt, das einen repräsentativen Querschnitt durch das Programm versprach. Wenn das der Anspruch ist, kann es aber nicht sein, dass in drei aufeinanderfolgenden Gängen Langustinos ein jeweiliger Hauptbestandteil sind.
Die Sitzung begann mit für jeden einer Auster, wobei in der Meinigen sich ein Ringelwurm räkelte, was erst dann zu bemerken war, als ich die Zitrone einspritzte und er sich heftig dagegen wehrte. (Zitat aus der Recherche: „Der "rote Ringelwurm" bei Austern bezieht sich meist auf den invasiven Spion-Ringelwurm (Polydora websteri), der kleine Bohrlöcher in die Schale einer Auster macht, so die Auster schwächt und letztlich ungenießbar machen kann, indem er Energie für die Eigenreparatur der Auster verbraucht und Krankheitserreger einlässt“). Kommentar der bedienenden Kellnerin nachdem ihr der Wurm gezeigt wurde: „Die sind aber ganz frisch“, was ja keine Antwort auf den Gegenstand der Beschwerde sein darf. Es erfolgte keinerlei Entschuldigung! Man machte auch keinerlei Anstalten, die Auster zu ersetzen. Ein echter Minuspunkt.
Die weitere Abfolge entsprach der Ansage und bestand u.a. aus Kroketten, Salatgemischen – davon eines mit der Hand zu essen - einer Fleischkostprobe (in leider zu saurer Soße und mit sich auflösenden, geschmacklosen Trockennudeln) und abschließend einer Creme zum Nachtisch mit (zu vielen (Fertig-) Meringuestücken.
Die Weinabfolge mit je einem anderen Wein zu jedem Gang war OK und qualitativ hochwertig. Die Frage seitens eines Gourmets an der Stelle wäre, ob diese Vielfalt tatsächlich Sinn macht und man sich nicht besser auf ein Glas Sekt zur Eröffnung und dann mit einem aufeinander abgestimmten Weißwein und Rotwein hätte gut sein lassen können.
4. Zusammenfassung
Wir wollen das Erlebnis eines Degustationsmenüs nicht versäumt haben. Es war spannend und bereichernd, welche Ideen der Kombinierung von Grundmitteln gefunden wurden. Das Restaurant, sein Service und seine Küche gehören fraglos zur oberen Klasse am Ort und wer eine experimentelle Küche bewusst erleben will, ist hier gut aufgehoben. Die oben angeführten Kritikpunkte mögen vielleicht einen negativen Eindruck erwecken, aber ein Besuch kann allemal empfohlen werden (sofern es das Portemonnaie hergibt), nicht zuletzt weil ein vorgeschlagenes Menü so oder so ein Genusserlebnis zu werden verspricht. Allerdings: Zum Erwerb eines Michelin-Sterns fehlt noch einiges, was aber problemlos erreicht werden können sollte.
FIN