13/10/2025
https://www.derstandard.at/story/3100000290868/spanische-regierung-will-abtreibungsrecht-in-der-verfassung-verankern
In Spanien gibt es den politischen Willen, Nägel mit Köpfen zu machen: Die Regierung will das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in der Verfassung verankern. Ein klares Vorhaben, ein konkreter Plan – getragen auch von männlichen Abgeordneten, die sich entschlossen für die Selbstbestimmung von Frauen einsetzen.
Und in Österreich? Hier verweigern sich selbst Politikerinnen aus dem linken Spektrum, das politisch Machbare zu tun: unsere Volksbegehren zu unterstützen, das Thema sichtbar zu machen und die längst möglichen Schritte zu setzen. Von notwendigen Initiativen im Parlament gar nicht zu sprechen. Es findet schlicht und einfach kein Kampf statt – höchstens Lippenbekenntnisse.
Eine wichtige Ausnahme möchten wir aber an dieser Stelle würdigen: Meri Disoski (Die Grünen) hat zuletzt im Parlament konkrete Anfragen zum Thema Schwangerschaftsabbruch eingebracht. Dafür sind wir sehr dankbar – genau solche Initiativen braucht es! Wir gratulieren zu dieser Entschlossenheit und wünschen uns, dass noch viel mehr Politiker*innen diesem Beispiel folgen.
Wir – das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch – sind weltweit die einzige Einrichtung, die sich ausschließlich und in solcher Konsequenz diesen Themen widmet. Seit über zwanzig Jahren dokumentieren wir Geschichte, vermitteln Wissen, stoßen Debatten an und engagieren uns unermüdlich, unerschrocken und beharrlich für reproduktive Rechte. International sind wir hoch geschätzt und anerkannt: Ärzt*innen, Forscher*innen, Studierende und andere Fachleute – aber auch interessierte Privatpersonen – kommen von weit her angereist, um unser Museum zu besuchen und Informationen für ihre Forschung und ihre Arbeit einzuholen.
In Österreich – und konkret in Wien – werden wir hingegen von den politisch Verantwortlichen, Entscheidungsträger*innen und relevanten Institutionen im besten Fall konsequent ignoriert. Ausgerechnet von jenen, die uns eigentlich mit Freude und Überzeugung jede mögliche Unterstützung geben sollten - und die zugleich von unserem Know-how in höchstem Maße profitieren könnten. Wenn es ihnen tatsächlich um die Sache ginge…
Während Spanien also an einem mutigen Schritt arbeitet, verharrt Österreich in Ignoranz und Stillstand. Wir halten Spanien die Daumen, dass dieses Vorhaben Realität wird.
Und für Österreich wünschen wir uns endlich eine Entwicklung nach vorne – hin zu einer laizistischen, modernen und offenen Gesellschaft, die Frauenrechte nicht ignoriert, sondern schützt und stärkt.