19/08/2026
Beim Besuch in seiner alten Heimat erlebt Napoleon III. 1865 hautnah, wie die massgeblich von ihm angeschobene Industrialisierung des europäischen Kontinents inzwischen auch am Bodensee Einzug gehalten hat. 🏭
Wie gross der Wandel war, zeigt die Erinnerung eines damaligen Thurgauer Bürgers an das Konstanz früherer Tage:
„Bringe ich einen Vergleich zwischen dem Konstanz von damals und dem von heute in Erwägung, welchen grossen Unterschied sehen wir! Konstanz zählte vor 50 Jahren kaum 4000 Einwohner, leere Strassen, öde Domherrenhöfe, halb abgebrochene Klostergebäude, Gras auf öffentlichen Plätzen, keine Fuhrwerke, kein Handel, Wandel und Verkehr. […]“
1865 bietet sich Napoleon III. ein deutlich verändertes Bild: Eisenbahnstrecken schaffen neue Verbindungen in die Ferne, Bahnhöfe, Hafenanlagen und Verkehrswege entstehen und alte Befestigungen weichen einer modernen Infrastruktur. Die Folgen der Industrialisierung sind nun auch im Stadtbild unübersehbar. 🚂
Im Bild: In der Mitte der dominante neue Bahnhofsturm in Konstanz mit den dazugehörigen L***r- und Infrastrukturgebäuden. Am Ufer mit den sog. Hafenhallen und dem Hafenkran liegt das kurz zuvor in Dienst gestellte Dampfboot STADT KONSTANZ.
Entdeckt weitere historische Aufnahmen vom Arenenberg, Konstanz und der Bodenseeregion in unserer Ausstellung «Was der Kaiser noch sah». Sie ist noch bis zum 20. September 2026 in unserem Ausstellungsraum «Cinéma» zu sehen.
Bildnachweis: Der Hafen von Nordosten. Atelier Wolf, um 1865, Stadtarchiv Konstanz, Z1.wolfH11-7823