08/02/2026
NEWS AUS DER WERKSTATT: PANZER IV, frühe Ausführung J
Wie bereits vor einiger Zeit berichtet, befindet sich der aus Thun stammende Panzer IV im Aufbau. Viele Fehlteile konnte mittlerweile beschafft und renoviert werden.
Umfassende Instandsetzungsarbeiten werden vorgenommen. Auch konnten folgende fehlende Teile erworben werden:
- Beschaffung aller fehlenden 10 Laufrollen
- Beschaffung der fehlenden zwei Tragrollen
- Ergänzung abgetrennter Achsen
- Ersatz der defekten Blattfedern und Radlager
- Ersatz von defekten Gummibandagen
- Beschaffung der fehlenden Deckel für Fahrer, Funker; Wartungsdeckel Getriebe und Lenkung sowie Motorabdeckung
- Beschaffung von diversem Zubehör wie C-Zughaken, Andrehkurbel, Wagenheber, Panzerscheinwerfer, Drahtschere etc.
Die ursprüngliche Herkunft des Fahrzeugs konnte geklärt werden. Aufgrund dessen, dass das Fahrzeug durch die «Truppen freies Frankreich» / «Forces Françaises de l'Intérieur» (FFI) verwendet wurde, kann angenommen werden, dass es mit der «L'escadron autonome Besnier» ab August 1944 einen Zweitnutzer fand. Dies geht aus in alten Fotos sichtbaren Markierungen (Trikolore) am Fahrzeug in Thun hervor.
Daraus kann geschlossen werden, dass der bei uns befindliche Panzer IV im Zuge der alliierten Operation «Cobra» Anfang August 1944 südlich von Caen (Normandie) in der Kesselschlacht von Falaise aufgegeben bzw. erbeutet wurde. Bis dahin wurde der Panzer durch die 12. SS Panzer Division «Hitlerjugend», oder durch die die 1. SS Panzer Division «LSAH» verwendet, welche in der Region Falaise eingesetzt wurden.
Hinsichtlich Herstellung und Fahrgestellnummer sind wir immer noch auf der Suche, jedoch scheinen der Erfolgschance gering zu sein. Lediglich die Nummer des Herstellers der Panzerwanne (Eisen- und Hüttenwerk Bochum, Markierung 100204 dxt) wurde gefunden.
Die Restaurierung wird in den kommenden Monaten vorangetrieben mit dem Ziel, dass das Fahrzeug mit der Einweihung der neuen Museumshalle (April 2027) dem Publikum gezeigt werden kann. Ziel ist es, den Pz IV äusserlich mit allen einzelnen Details zu komplettieren und den Zustand anlässlich seiner Aufgabe im Kessel von Falaise von 1944 wiederherzustellen. Aktuell fehlen noch diverse Teile wie Sichtglasblock Fahrer, Antenne, Kasten für Reservelaufrollen und Heckkasten Turm («Rommelkiste»). Vor Anbringung des Tarnanstrichs wird der originalgetreue Zimmeritbelag aufgetragen, wie er noch an verschiedenen Stellen oberhalb des Fahrwerks zu erkennen war.