14/05/2026
«Mein Trotz darf weichen. Offenheit, Weichheit und Fröhlichkeit, aber auch Traurigkeit nehmen heute seinen Platz vermehrt ein. Mein inneres Kind braucht den trotzigen Schutz nicht mehr – es darf vertrauensvoll, zuversichtlich und zufrieden in mir weiterleben.»
Es war ein ergreifender Moment an der gestrigen Vernissage zur neuen Sonderausstellung «VERSORGT. VERDINGT. VERGESSEN?».
Die Schilderungen der in Wauwil geborenen Luzernerin Theresa Rohr-Steinmann stehen stellvertretend für das Schicksal von (geschätzt) mehreren hunderttausend Menschen, denen grosses Unrecht widerfahren ist. Sie wurden im Rahmen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen bis 1981 administrativ versorgt, fremdplatziert oder zur Arbeit auf Bauernhöfen gezwungen. Sie erlebten physische und psychische Gewalt, mit schweren Folgen.
Diesem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte widmet sich die aktuelle Ausstellung «VERSORGT. VERDINGT. VERGESSEN?».
Die Wanderausstellung ist bis am 23. Oktober 2026 im Museum Luzern zu sehen.
Realisiert wurde sie von expositionen (Kuration: Detlef Vögeli) und ZMIK (Szenografie) im Auftrag des Bundesamts für Justiz. Sie ist Teil des Programms «erinnern für morgen».
An der gestrigen Vernissage sprachen:
- Tanja Warring, Direktorin Museum Luzern
- Michaela Tschuor, Kantonsratspräsidentin Kanton Luzern
- Susanne Kuster, stellvertretende Direktorin Bundesamt für Justiz
- Detlef Vögeli, Kurator Wanderausstellung, expositionen
- Beatrice Tobler, leitende Kuratorin Museum Luzern
Musikalisch wurde die Vernissage von Adrian Würsch begleitet.
Wir bedanken uns herzlich bei allen, die die Ausstellung ermöglicht haben.
Mehr zur Ausstellung, zum lokalen Ausstellungsteil (kuratiert von Sophia Aschwanden, kuratorische Assistentin Museum Luzern) und zum Rahmenprogramm erfährst du auf unserer Website:
www.museumluzern.ch
Fotos: Gabriel Ammon / AURA