Aus einem Interview mit dem Internet-Magazin Na.de / Bernd Born 2014
[...] "Toter Hund der Woche" - der Titel an sich wirft zunächst mal viele Fragen auf, die wir quasi via Flurfunk mit dem "Schöpfer dieser Kreaturen" geklärt haben. Lieber Alfred, mal künstlerisch gefragt: Wie bist Du auf den Hund gekommen? Der Hund begleitet mich als eine meiner frühesten noch lebendigen Kindheitserinnerungen. E
ine Mischung aus Faszinosum und Angstgegenstand. Er taucht in vielen meiner Bilder auf. Eigentlich mag ich Hunde ganz gern. Frühere Albträume von sich an meiner Halsschlagader satt trinkenden Schlabbermäulchen großkalibriger Fellträger habe ich über die jahrelange Beschäftigung mit dem Sujet hinter mir lassen können. Eine Form von Konfrontationstherapie ...
.. aus der heraus dann der "Tote Hund der Woche" entstanden ist? Wechselwirkungsweise. Der Name ist wohl auch eine Reminiszenz an den "gelben Humpelhund", welchen mit zu gründen ich Anfang der 90er Jahre die Freude hatte. Natürlich auch eine Persiflage auf allgegenwärtige Vermarktungsmechanismen und Sonderangebotsspeichelflussreize. Der Hund, liebster Freund des Menschen, besetzt eine Stellvertreterfunktion und nimmt das ganze Leid der Welt auf sich. Hättest Du vor zehn Jahren gedacht, dass der "Tote Hund" zu einem derartigen Dauerbrenner wird? Nein, wirklich nicht. Als der "Tote Hund der Woche" erstmals im Frühsommer 2004 seinen Weg auf die Leinwand fand, war er nicht mehr als ein augenzwinkernder Versuch zwischen Sozialisierung der Kunst, Benefizmalen, Fingerübung und umweltfreundlicher Entsorgung von Palettendreck. Was als einmaliger Gag gedacht war, hat sich über die Jahre zu einem Freitags-Ritual mit nicht unerheblicher Öffentlichkeitswirkung entwickelt. Mittlerweile dürften wohl über 400 dieser Kleinode in aller Welt verstreut sein. Schön, dass der Hund heute in so vielen Haushalten hängt, wo er das erste Original ist oder war. Ein Eisbrecher. Und darum beständig zu 25 Euro. Das ist der Witz dabei. Eine Übertragung auf die Preispolitik der übrigen Werke findet nicht statt. Es gibt heute eifrige Sammler im In- und Ausland mit beeindruckenden Hundewänden. Thank dog, it's friday! [...]