08/05/2026
„HELGE LEIBERG - Move!“…
Enthemmt, extrovertiert, bacchantisch, zugleich gezügelt „moved“ es hier und heute, inmitten des historischen Kuppelsaals der GALERIE NOAH, durch Raum und Zeit: die starke Bewegung, wie in Stein gemeißelt, mit wenigen Pinselstrichen in Ewigkeit verbannt; ästhetisch, durchaus, auch archetypisch, antikisiert. Gestärkt im Saft, voller Power, Energie bringen schwarze Silhouetten, ja, mysteriöse Schattenfiguren etwas auf den Weg: Im Sprung aus der Welt hinüber, in bewusster Balance oder in tänzerischer Aufruhr befinden sich die Protagonisten von Helge Leiberg seit jeher, der Mensch, oft auch das Pferd, quer durch alle Kulturen Symbol für Freiheit, einen ungezähmten oder eben gezähmten Geist. Indes, will man meinen, erfüllen diese inzwischen einen Auftrag, eine hehre Aufgabe, vielleicht, womöglich, hoffentlich nicht weniger als die Befriedung, die Wiederherstellung dieser unserer, einer besseren Welt, Sieg des Guten über das Böse. Nicht unbeeinflusst von diesen unseren Tagen, von Krieg und Krise, wirtschaftlicher, pandemischer, auch sozialer, gesellschaftlicher, verfolgt der Maler, Bildhauer und Performance-Künstler Leiberg kontinuierlich sein Werk, die Versinnbildlichung unserer Zeit, von Träumen und Wünschen, das ganz wie gänzlich ohne Verleugnung. Kein Wunder, dass die Collage, wenn auch nur gemalt, ein Bildmotiv zerfetzt, uns irritiert, ein Moment immer und immer wieder „removed“ wird, einer Spule gleich; kein Wunder, dass die leichte, getreu getriebene Figur angestrengt der Weltkugel entgegenhält, ein verzweifelter, beinahe entsagender Atlas; kein Wunder, der Aufmarsch einer Truppe, alleine ist nicht mehr.
Bis 10. Mai 2026.
Galerie Noah, Glaspalast, Augsburg.