Arcadia Art

Arcadia Art Begeben Sie sich auf eine Reise nach Arkadien - ins Reich der Kunst!

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05/08/2023

- Die Sinnlichkeit der Ostsee - / - The Sensuousness of the Baltic Sea -

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Theodor Scheerbaum (1897 Reichenbach), Windflüchter an der Ostsee, 1955

Theodor Scheerbaum (1897 Reichenbach im Vogtland), Windflüchter an der Ostsee, Aquarell auf starkem gelblichem genarbtem Papier, 44 x 56 cm, links unten mit „Th[eodor] Scheerbaum“ handsigniert und auf „1955“ handdatiert. Rückseitiger Provenienzvermerk. Beiliegend die ursprüngliche Montagepappe mit dem handschriftlichen Bildtitel.

- in gutem Zustand

- Die Sinnlichkeit der Ostsee -

zum Kunstwerk

Das großformatige Aquarell eröffnet einen Ausblick auf die Ostsee. Von einer Düne aus blicken wir auf die leicht bewegte See mit ihren schäumend am Stand auslaufenden Wellen. Gerahmt wird der Ausblick von windgeformten Kiefern, den namensgebenden Windflüchtern. Die Bäume sind jedoch weit präsenter als bloß eine Rahmung des Ausblicks zu sein, sie sind so weit ins Bild gerückt, dass sie zu einem Hauptmotiv werden. Mit virtuoser Pinselführung hat Scheerbaum die Bäume in ihrer charakteristischen Erscheinung zur Darstellung gebracht. Wie sehen die rotbräunlich aufscheinenden Stämme, die vom beständig wehenden Wind in ihrem Wachstum geformten Äste mit ihren filigranen Zweigen und – besonders beeindruckend – das im Wind bewegte Nadelwerk. Wir hören geradewegs den Wind in den Bäumen flüstern, begleitet vom rhythmischen Rauschen der auslaufenden Wellen und den Schreien der darüber kreisenden Möwen. Selbst wie der Wind durch die Gräser der Dünen fährt wird erfahrbar, während sich am Himmel das Schauspiel der Wolken vollzieht.

Auch in den Farbeindrücken finden wir uns ganz und gar an die Ostsee versetzt: Das Rotbraun und Dunkelgrün der Kiefern in Verbindung mit dem helleren Grün und Braun der Gräser ist ebenso charakteristisch wie das blaugrünlich schimmernde Meer, das farblich mit dem Himmel und dem Sand harmoniert. Um den Eindruck des Sandes zu verstärken, hat der Künstler ein gelbliches Papier gewählt, dessen Grundton die gesamte Szenerie prägt.

Theodor Scheerbaum hat die Meereslandschaft in der ganzen Fülle ihrer Sinnlichkeit ins Bild gesetzt und damit einen bildlichen Inbegriff der Ostsee geschaffen. Genau vor uns zeichnen sich beinahe verwehte Spuren im Sand ab, die dazu einladen, in diese ikonische Ostseelandschaft hineinzulaufen.

- Eine weihnachtliche Pietà - / - A Christmas Pietà -Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Droht nur, mich ganz und gar zu f...
05/08/2023

- Eine weihnachtliche Pietà - / - A Christmas Pietà -

Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Droht nur, mich ganz und gar zu fällen“, 1985

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Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Droht nur, mich ganz und gar zu fällen“- Zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Lithographie auf starkem gelblichem Büttenpapier mit Wasserzeichen, 53 x 39,5 cm (Blattgröße), unten rechts mit „Joh[annes]Heisig [19]85“ handsigniert und handdatiert, unten links mit „Mein Schatz, mein Hort - Zum Weihnachtsoratorium“ handbezeichnet und handschriftlich als „Vorzugsdruck“ ausgewiesen.

- leichtere Knickspuren im unteren Bereich, sonst gutes Exemplar

- Eine weihnachtliche Pietà -

zum Kunstwerk

Johannes Heisig stellt sich der künstlerischen Herausforderung, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach bildlich zu interpretieren. Die wohl berühmteste geistliche Komposition Bachs wurde erstmals zur Weihnachtszeit 1734/1735 parallel in der Nikolaikirche und der Thomaskirche in Johannes Heisigs Geburtsstadt Leipzig aufgeführt.

Heisig wählt hier die fünfte Zeile aus der Arie des für das Epiphaniasfest vorgesehenen sechsten und letzten Teils des Oratoriums: „Droht nur, mich ganz und gar zu fällen“.

Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken;

Was könnt ihr mir für Furcht erwecken?

Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir!

Ich mögt euch noch so grimmig stellen,

Droht nur, mich ganz und gar zu fällen,

Doch seht! mein Heiland wohnet hier.

- Weihnachtsoratorium BWV 248, 62. Strophe

Es sind zwei im Schmerz miteinander verschlungene Gestalten zu sehen. Die im Vordergrund hockende Figur ist in Tränen aufgelöst. Dabei hält sie eine Hand vor das Gesicht, deren Finger vor trauerndem Schmerz beinahe zusammengekrallt sind. Dahinter ist die andere Gestalt zu sehen, deren Kopf abgewendet ist. Die entblößten Zähne fixieren den Todesschrei und der Körper scheint bereits erstarrt zu sein. Heisig schafft hier eine moderne Version der mittelalterlichen Pietà, bei der der Leichnam Christi auf Marias Schoß liegt, und trägt damit die Passion ins Weihnachtsoratorium hinein.

zum Künstler

Johannes Heisig ist der Sohn von Bernhard Heisig und Enkel von Walter Heisig, die ebenfalls Künstler waren. Im Anschluss an das von 1973 bis 1977 währende Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) war Johannes Heisig von 1978 bis 1980 Meisterschüler bei Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Von 1979 bis 1980 war er zudem als Stipendiat an der F+F Schule für Kunst und experimentelle Gestaltung in Zürich.

1980 begann seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo er seit 1988 Professor war und der Heisig von 1989 bis 1991 als Rektor vorstand. 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Sächsischen Kunstvereins. 2000 zog Heisig nach Berlin. Von 2003 bis 2004 hatte er eine Professur an der TU Dortmund inne. 2004 war Heisig als ‚Stadtgast‘ Stipendiat in Eisennach. 2015 erfolgte die Übersiedlung nach Teetz in Kyritz.

- Ein gequälter Schatz - / - A Tortured Treasure -Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Mein Schatz, mein Hort“, 1985https:/...
05/08/2023

- Ein gequälter Schatz - / - A Tortured Treasure -

Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Mein Schatz, mein Hort“, 1985

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Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Mein Schatz, mein Hort“- Zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Lithographie auf starkem gelblichem Büttenpapier mit Wasserzeichen, 53 x 39,5 cm (Blattgröße), unten rechts mit „Joh[annes]Heisig [19]85“ handsigniert und handdatiert, unten links mit „Mein Schatz, mein Hort - Zum Weihnachtsoratorium“ handbezeichnet und handschriftlich als „Vorzugsdruck“ ausgewiesen.

- leichtere Knickspuren im unteren Bereich, sonst gutes Exemplar

- Ein gequälter Schatz -

zum Kunstwerk

Johannes Heisig stellt sich der künstlerischen Herausforderung, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach bildlich zu interpretieren. Die wohl berühmteste geistliche Komposition Bachs wurde erstmals zur Weihnachtszeit 1734/1735 parallel in der Nikolaikirche und der Thomaskirche in Johannes Heisigs Geburtsstadt Leipzig aufgeführt.

Heisig wählt hier die dritte Zeile aus der Arie des für das Epiphaniasfest vorgesehenen sechsten und letzten Teils des Oratoriums: „Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir!“.

Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken;

Was könnt ihr mir für Furcht erwecken?

Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir!

Ich mögt euch noch so grimmig stellen,

Droht nur, mich ganz und gar zu fällen,

Doch seht! mein Heiland wohnet hier.

- Weihnachtsoratorium BWV 248, 62. Strophe

Eine große ausschreitende Gestalt mit ausgestrecktem Arm legt seine Hand auf das Haupt einer weiteren einzig zu erahnenden Gestalt, die bewegungslos dasteht und deren Beine das Bild überschneiden. Neben dem Gegensatz von Bewegung und Bewegungslosigkeit wird die Bildspannung durch einen Hell-Dunkel-Kontrast gesteigert. Die dunkle ausschreitende Gestalt scheint fast gewaltsam in die helle Gestalt hineinzuschreiten und ihr dabei mit der Hand die Augen zuzuhalten und mit dem Fuß ins Geschlecht zu treten, so dass die helle Gestalt den Mund zum Schrei geöffnet hat. „Mein Schatz, mein Hort“ wird hier beinahe vergewaltigt, anstatt ihn als solches zu würdigen, womit Heisig die Passion, die Christus durch uns alle erleidet, mit ins Weihnachtsoratorium hineinträgt.

- Kontemplierter Schrecken -  / - Contemplated Terror -https://www.arcadia-art.de/home/Grafik-c143812161Johannes Heisig ...
05/08/2023

- Kontemplierter Schrecken - / - Contemplated Terror -

https://www.arcadia-art.de/home/Grafik-c143812161

Johannes Heisig (*1953 Leipzig), „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken ”. Zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Lithographie auf starkem gelblichem Büttenpapier mit Wasserzeichen, 53 x 39,5 cm (Blattgröße), unten rechts mit „Joh[annes]Heisig [19]85“ handsigniert und handdatiert, unten links mit „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken!“ handbezeichnet und handschriftlich als „Vorzugsdruck“ ausgewiesen.

- leichtere Knickspuren im unteren Bereich, sonst gutes Exemplar

- Kontemplierter Schrecken -

zum Kunstwerk

Johannes Heisig stellt sich der künstlerischen Herausforderung, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach bildlich zu interpretieren. Die wohl berühmteste geistliche Komposition Bachs wurde erstmals zur Weihnachtszeit 1734/1735 parallel in der Nikolaikirche und der Thomaskirche in Johannes Heisigs Geburtsstadt Leipzig aufgeführt.

Heisig wählt hier die erste Zeile aus der Arie des für das Epiphaniasfest vorgesehenen sechsten und letzten Teils des Oratoriums: „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken“.

Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken;

Was könnt ihr mir für Furcht erwecken?

Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir!

Ich mögt euch noch so grimmig stellen,

Droht nur, mich ganz und gar zu fällen,

Doch seht! mein Heiland wohnet hier.

- Weihnachtsoratorium BWV 248, 62. Strophe

Statt einer schreckenseinflößenden Szene sehen wir eine Gestalt, die mit geschlossenen Augen ganz in sich selbst zurückgezogen ist. Sie scheint sich hinter ihrer Hand und dem hochgeschlagenen Mantel förmlich versteckt zu haben. Der Kopf ist einzig angeschnitten gegeben und auch der Oberkörper nur angedeutet, was der Gestalt etwas Erscheinungshaftes verleiht und doch zeugen die starken Striche der Pinsellithographie von ihrer Substantialität. Die eigentliche Realität, der die Kraft zukommt, die ‚stolzen Feinde zu schrecken‘, ist selbst aber nicht sichtbar, sie liegt im Inneren der Gestalt, im kontemplativen Gehalt, von dem sie gerade durch ihren Rückzug von der Welt erfüllt ist. Allerdings ist auch die Kontemplation von Schrecken durchzogen und die Hand zugleich eine Geste des Schmerzes. Das Auge über der Hand scheint wie gequält leicht geöffnet zu sein und prophetisch in der Zukunft zu erschauen, dass die Feinde – trotz allen Schmerzes – das Innerste nicht zu berühren vermögen und von dort aus einer Kraft ausgesetzt sind, die sie bezwingen wird.

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Fehmarner Str. 16
Berlin
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