Tränenpalast

Tränenpalast Ausstellung im Tränenpalast am historischen Ort Du kannst auch sehen, wie Grenzkontrollen zwischen Ost und West funktioniert haben. Der Eintritt ist frei.
(265)

Unsere Ausstellung im Tränenpalast zeigt am historischen Ort, wie es zur Gründung der zwei deutschen Staaten und zum Bau der Berliner Mauer kommt. Unsere Netiquette

https://www.hdg.de/geschichte-online/social-media/netiquette

Herzlich willkommen auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung Haus der Geschichte. Hier berichtet die Online-Redaktion über Veranstaltungen und Ereignisse in unseren vier

Museen: dem Haus der Geschichte in Bonn, dem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig, dem Tränenpalast und dem Museum in der Kulturbrauerei in Berlin. Außerdem gibt es bei uns regelmäßig Posts zu historischen Jahrestagen, zu spannenden Objekten aus unserer Sammlung und Infos zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen. Deine Kommentare, Kritik oder Dein Lob auf unseren Plattformen sind genau das, was wir brauchen, um unsere Kanäle auch wirklich für Dich zu gestalten. Wir freuen uns über sachliche Diskussionen und wünschen uns Rücksicht und Respekt. Das ist für uns die Basis für einen konstruktiven Dialog. Deshalb haben Beleidigungen, Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Diskriminierung, Aufforderungen zur Gewalt, Verleumdungen oder üble Nachrede keinen Platz bei uns. Sie sind gegebenenfalls strafbar – hier wie im analogen Leben. Außerdem bitten wir Dich, keine Werbung, Aufrufe zu Kampagnen oder Spenden, Wahl- und Parteienwerbung, obszöne oder pornographische Inhalte, Spam-Inhalte oder private Informationen zu posten. Grundsätzlich gilt: Kommentare sollten sich immer mit dem Thema des jeweiligen Posts beschäftigen. Wir behalten uns vor, Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, zu löschen. Das betrifft insbesondere Beleidigungen oder solche Inhalte, die Persönlichkeitsrechte, Rechte Dritter oder Urheberrechte verletzen. Bei mehrfachen Verstößen sperren wir Dich gegebenenfalls für unsere Seiten. Bitte denke beim Kommentieren daran, dass Du es hier mit echten Menschen zu tun hast, hier schreiben keine automatisierten Antwort-Bots. Verhalte Dich deswegen am besten anderen gegenüber so, wie Du auch behandelt werden möchtest. Wir freuen uns auf einen freundlichen und konstruktiven Austausch mit Euch! Viel Spaß auf unseren Seiten!

Deutschland im Mai 1945: Der Krieg ist längst verloren. Nach Hitlers Suizid hat Admiral Karl Dönitz die Regierung überno...
08/05/2026

Deutschland im Mai 1945: Der Krieg ist längst verloren. Nach Hitlers Suizid hat Admiral Karl Dönitz die Regierung übernommen – und herrscht über ein immer kleiner werdendes unbesetztes Gebiet. Vergeblich versucht Dönitz eine Teilkapitulation gegenüber den Westalliierten zu erreichen, doch der amerikanische Befehlshaber General Dwight D. Eisenhower besteht auf eine vollständige, bedingungslose Kapitulation.

Am 7. Mai 1945 unterschreibt schließlich, mit Dönitz‘ Zustimmung, Generaloberst Alfred Jodl im Hauptquartier Eisenhowers in Reims die bedingungslose Kapitulation im Beisein von Vertretern aller vier Siegermächte. Die Kapitulation tritt am Folgetag, den 8. Mai, in Kraft.

Da Alfred Jodl nicht Oberbefehlshaber der Wehrmacht ist, soll die – trotzdem gültige – Kapitulation noch einmal wiederholt werden. Vor allem die Briten bestehen darauf, dass die obersten Militärs persönlich die Kapitulation unterschreiben. Die Wiederholung ist bereits für den nächsten Tag im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst anberaumt. Für die deutsche Seite unterschreiben Wilhelm Keitel für das Oberkommando der Wehrmacht und für das Heer, Hans-Georg von Friedeburg für die Marine und Hans-Jürgen Stumpff für die Luftwaffe.

Da die korrekte russische Übersetzung der Urkunde erst verspätet in Berlin ankommt, verzögert sich die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde. Um circa 0:15, am 9. Mai, wird die Urkunde unterzeichnet. Die Waffen schweigen zu diesem Zeitpunkt bereits.

📣 Am 17. Mai ist Internationaler Museumstag!📅 Wir laden Euch an diesem Tag ein, den Tränenpalast zu entdecken!Um 11 Uhr ...
07/05/2026

📣 Am 17. Mai ist Internationaler Museumstag!

📅 Wir laden Euch an diesem Tag ein, den Tränenpalast zu entdecken!

Um 11 Uhr und 16 Uhr finden öffentliche Begleitungen durch unsere Ausstellung „Ort der deutschen Teilung“ statt. Die Anmeldung erfolgt vor Beginn des Rundgangs am Informationsschalter in der Ausstellung.

Der Eintritt ist frei! Alle Infos: https://www.hdg.de/traenenpalast/veranstaltungen

📸 Stiftung Haus der Geschichte / Christopher Petras

Sie ist die mächtigste Frau der DDR – und verteidigt den real existierenden Sozialismus auch noch Jahre nach dem Mauerfa...
06/05/2026

Sie ist die mächtigste Frau der DDR – und verteidigt den real existierenden Sozialismus auch noch Jahre nach dem Mauerfall. Heute vor zehn Jahren stirbt Margot Honecker mit 89 Jahren in Chile, wo sie seit 1992 lebt.

Am 17. April 1927 wird sie als Margot Feist in Halle an der Saale geboren. Sie stammt aus einer Arbeiterfamilie, ihr Elternhaus ist kommunistisch geprägt. Ihr Vater ist während des Nationalsozialismus in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. Bald nach dem Krieg wird Margot Mitbegründerin des Antifaschistischen Jugendausschusses in Halle – bei dem sie auch den späteren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher trifft.

Aus dem Jugendausschuss geht bald die FDJ hervor, in der Margot Feist eine steile Karriere hinlegt. Bereits 1948 wird sie Vorsitzende der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ und 1949 die jüngste Abgeordnete in der DDR-Volkskammer. In ihrer Funktion in der FDJ lernt sie auch Erich Honecker kennen. Erich ist seit 1946 Vorsitzender der FDJ. Er ist 15 Jahre älter als Margot und bereits verheiratet – trotzdem beginnen die beiden eine Affäre, aus der wenig später die gemeinsame Tochter Sonja hervorgeht.

Die Liaison ist nicht gerne gesehen: Erich Honecker lässt sich auf Druck Walter Ulbrichts von seiner Frau scheiden und heiratet 1953 Margot. Gemeinsam gelingt ihnen der Weg an die DDR-Spitze. Margot Honecker wird nach mehreren Karrierestationen in der SED und im Staat 1963 Ministerin für Volksbildung. Ihr Mann steigt 1971 zum mächtigsten Mann der DDR auf.

Als Ministerin ist Margot Honecker für die ideologische Erziehung der Jugend verantwortlich: Auf ihr Betreiben hin wird der Wehrkundeunterricht eingeführt. Auch wird unter ihrer Verantwortung der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau eingerichtet. Eine Heimeinrichtung, in der Jugendliche, die sich nicht der Ideologie unterordnen, umerzogen, misshandelt und gedemütigt werden.

Die Demokratiebewegung in der DDR verachtet sie. Zu Menschen, die aus der DDR fliehen, hat sie nur „Sind die Leute so blöd?“ übrig. Im Oktober 1989 muss sie als Ministerin zurücktreten und flieht im März 1991 aus Deutschland. Bis zuletzt bleibt sie der DDR ideologisch verhaftet.

🕊️ Friedenstauben auf der einen Seite der Mauer, W***y Brandt auf der anderen: Das ist der 1. Mai 1968 im geteilten Berl...
01/05/2026

🕊️ Friedenstauben auf der einen Seite der Mauer, W***y Brandt auf der anderen: Das ist der 1. Mai 1968 im geteilten Berlin.

🌭 Der „Internationale Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus” ist in der DDR einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Die Teilnahme an den staatlich organisierten Mai-Demonstrationen ist Pflicht. Als Anreiz gibt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kostenlose Bratwurst oder später sogar fünf Mark.

Die offizielle Mai-Parade findet in Ostberlin statt. Ab 1956, nach der Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA), wird sie nach sowjetischem Vorbild von Militäreinheiten eröffnet. Fotograf Ludwig Binder fängt am 1. Mai 1968 den Moment ein, als vor der Ehrentribüne auf dem Marx-Engels-Platz Tauben in die Luft steigen.

📣 Ludwig Binder ist an diesem Tag auch in Westberlin unterwegs, wo er lebt und sein Fotostudio hat. Drei Wochen nach dem Attentat auf Rudi Dutschke, eine der zentralen Figuren der Studentenbewegung, ist die Stimmung aufgeheizt. Die Außerparlamentarische Opposition (APO) organisiert eine Gegendemo zur offiziellen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Bei der offiziellen Demonstration vor dem Reichstag ruft Außenminister W***y Brandt zu Toleranz auf beiden Seiten auf. Die Veranstaltungen verlaufen friedlich und es kommt zu keinen größeren Zwischenfällen.

Fotos: Stiftung Haus der Geschichte / Ludwig Binder

🥚🐰 Heute ist Ostersonntag! 📦 Vor allem zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten schicken zahlreiche Bundesbürger Päckch...
05/04/2026

🥚🐰 Heute ist Ostersonntag!

📦 Vor allem zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten schicken zahlreiche Bundesbürger Päckchen in die DDR. Unsere Plakate aus den 1950er-Jahren ruft die Menschen zum Senden von Ostergrüßen auf und nennt Anlaufstellen, die den Versand und die Vermittlung organisieren.

☕ Westpakete enthalten in der Regel Produkte, die es in der DDR nicht oder nur schwer zu kaufen gibt. Typisch sind zum Beispiel Kaffee oder Strumpfhosen. Die Bundesregierung fördert den Versand von Westpaketen, um zu signalisieren, dass sie an der Wiedervereinigung festhält - und um den wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik im Vergleich zur DDR zu demonstrieren.

❌ Die DDR erlässt 1954 eine Verordnung, die die Westpakete reguliert. In den kommenden Jahrzehnten werden die erlaubten Höchstmengen und Produkte immer wieder angepasst. Die angegebenen Inhalte werden auf Seiten der DDR genau überprüft - aber auch die westdeutschen Behörden untersuchen Pakete.

📚 Viel unbekannter als das Westpaket: Auch die Menschen in der DDR verschicken Pakete an Verwandte und Bekannte. In den Ostpaketen finden sich häufig Bücher, Geschenkartikel oder regionale Spezialitäten.

Dr. Horst Fischer ist in den 1960er-Jahren ein angesehener Arzt in einem Dorf bei Fürstenwalde, östlich von Berlin. Er f...
25/03/2026

Dr. Horst Fischer ist in den 1960er-Jahren ein angesehener Arzt in einem Dorf bei Fürstenwalde, östlich von Berlin. Er führt seit 20 Jahren seine eigene Praxis, ist verheiratet und hat vier Kinder. Was niemand weiß: Von 1942 bis 1945 ist Fischer als SS‑Arzt im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verantwortlich für den Tod von über 70.000 Menschen.

Nach dem Krieg taucht Fischer, zuletzt SS-Hauptsturmführer, in der Sowjetischen Besatzungszone unter. Er verwischt die Spuren seiner Nazi-Vergangenheit und beginnt ein bürgerliches Leben.

Ins Visier der Stasi gerät Horst Fischer eher zufällig. Grund ist allerdings nicht seine NS-Vergangenheit. Er fällt durch regimekritische Äußerungen auf, weil das MfS private Telefonate und Briefe zu West-Verwandten kontrolliert. Das setzt weitere Recherchen in Gang und so wird Fischer als ehemaliger SS-Arzt enttarnt. 1965 wird er verhaftet, im März 1966 vor Gericht gestellt und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt.

Die Verhandlung gerät zu einem politisch inszenierten Prozess, Journalisten sind zugelassen. Es geht nicht nur um die Verbrechen Fischers, sondern auch um das KZ Buna/Monowitz, ein Außenlager des Konzentrationslagers Auschwitz. Das Lager entsteht 1942 nahe einer großen Fabrik des Chemiekonzerns IG Farben, in der unter anderem synthetischer Kautschuk („Buna“) produziert wird. Tausende KZ-Häftlinge müssen dort unter extremen Bedingungen Zwangsarbeit leisten; viele sterben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und der harten Arbeit. Nach der Zerschlagung des Konzerns durch die Alliierten nach Kriegsende geht IG Farben in mehreren bundesdeutschen Firmen auf.

Die DDR nutzt den Prozess bewusst, um den westdeutschen Kapitalismus mit den NS-Verbrechen zu verknüpfen und ihn symbolisch mit auf die Anklagebank zu setzen. Die DDR-Führung will Härte und Konsequenz im Umgang mit Nazi-Verbrechen zeigen. Sie ist in Zugzwang, weil die Auschwitzprozesse in der Bundesrepublik ab 1963 für weltweite Aufmerksamkeit sorgen.

Nach dem Todesurteil gegen den KZ-Arzt lässt das Interesse der DDR-Führung an weiteren Ermittlungen zu NS-Verbrechen nach. Dabei gibt es auch in der DDR weiterhin Tatverdächtige. Das hat ideologische Gründe: Die DDR will den Eindruck erwecken, NS-Täter und deren Verbrechen gebe es bis auf Einzelfälle nur in der Bundesrepublik. So stabilisiert sie ihr antifaschistisches Selbstbild.

📷 Fotonachweise:

Slide 1: Picture Alliance / dpa I UPI
Slide 2/3: Bibi595, „Auschwitz-Work Set Free-new“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
Slide 4: Wikimedia Commons / gemeinfrei
Slide 5: Picture Alliance dpa I UPI und Wikimedia Commons / gemeinfrei
Slide 6: Bundesarchiv, Bild 183-E0311-0010-003 / CC-BY-SA 3.0, „Bundesarchiv Bild 183-E0311-0010-003, Oberstes Gericht, Fischer-Prozess, Aussage, Fischer“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode
Slide 7: Jörg Zägel, „Berlin, Mitte, Invalidenstrasse, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 01“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
Slide 8: Martin Geisler, „Arndtstraße 48, Leipzig 1“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode

Heute ist der Tag der Demokratiegeschichte! Eines der wichtigen Daten, die diesen Tag prägen, ist der 18. März 1990. War...
18/03/2026

Heute ist der Tag der Demokratiegeschichte! Eines der wichtigen Daten, die diesen Tag prägen, ist der 18. März 1990. Warum er ein Meilenstein der deutschen Demokratie ist, erfahrt Ihr hier. 👇

1990 dürfen die Menschen in der DDR zum ersten Mal in der Geschichte des Staates die Abgeordneten der Volkskammer unter demokratischen Bedingungen wählen. Anders als bei früheren Wahlen gibt es keine Einheitsliste. Stattdessen stehen 24 Parteien und Wahlbündnisse zur Auswahl. Der Wahlkampf ist geprägt von Fragen um eine mögliche Deutsche Einheit und eine Wirtschafts- und Währungsunion zwischen der DDR und der Bundesrepublik.

❗ Die Wahlbeteiligung liegt an diesem 18. März bei über 93 %. Wahlsieger wird die „Allianz für Deutschland”, ein Bündnis aus CDU, Demokratischem Aufbruch (DA) und Deutscher Sozialer Union (DSU). Die SPD und besonders das Bündnis 90, in dem viele Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler organisiert sind, schneiden überraschend schlecht ab.

✅ Die Menschen in der DDR stimmen damit für die Wahlversprechen der „Allianz für Deutschland”: westliche Demokratie, die Soziale Marktwirtschaft und vor allem eine schnelle Wiedervereinigung. Das Wahlergebnis gilt als klares politisches Signal und schafft eine demokratische Grundlage für den Weg zur Deutschen Einheit.

👉 Mehr zu dem Thema und dazu, welche Rolle der Palast der Republik bei der Volkskammerwahl spielt, erfahrt Ihr unter https://www.orte-der-einheit.de/palast-der-republik/.

Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte

Foto: Wikimedia Commons / Bild 183-1990-0214-026 / Häßler, Ulrich / CC-BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

❓Was ist der Zwei-Plus-Vier-Vertrag und warum hat er die deutsche Wiedervereinigung erst möglich gemacht?2️⃣➕4️⃣ Heute v...
15/03/2026

❓Was ist der Zwei-Plus-Vier-Vertrag und warum hat er die deutsche Wiedervereinigung erst möglich gemacht?

2️⃣➕4️⃣ Heute vor 35 Jahren tritt der „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ in Kraft. Erst zu diesem Zeitpunkt ist der Prozess der Wiedervereinigung formal abgeschlossen und Deutschland endgültig souverän.

Als Anfang November 1989 unerwartet die Berliner Mauer fällt, steht die deutsche Wiedervereinigung keineswegs sofort auf der politischen Agenda. Die vier Siegermächte der Zweiten Weltkriegs – die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion – halten solche Überlegungen zunächst für verfrüht. Doch eine Vereinigung von Bundesrepublik und DDR ist zwingend an ihre Zustimmung gebunden.

📋 In dieser dynamischen Lage setzt Bundeskanzler Helmut Kohl die deutsche Frage mit seinem „Zehn-Punkte-Plan“ vom 28. November 1989 eigenmächtig auf die internationale Tagesordnung.

Die USA unterstützen bald eine Wiedervereinigung unter der Bedingung, dass das wiedervereinte Deutschland NATO-Mitglied wird. Das sieht die Sowjetunion besonders kritisch: Sie lehnt eine deutsche NATO-Mitgliedschaft aus Sicherheitsbedenken zunächst strikt ab.
Frankreich und Großbritannien mahnen vor einem zu schnellen Tempo bei der Wiedervereinigung.

🤝 In den kommenden Monaten gelingt es in den „Zwei-plus-Vier-Verhandlungen“, entscheidende Fragen zu klären: Die Staaten einigen sich auf den Abzug der sowjetischen Soldaten aus Ostdeutschland, die Endgültigkeit der deutschen Außengrenzen und die Reduzierung der deutschen Truppenstärke.
Der Vertrag legt fest, dass das vereinte Deutschland (Militär-)Bündnissen angehören darf, und dass es seine volle Souveränität erlangt.
Damit ist der Weg frei zur Deutschen Einheit.

💡 Und warum „Zwei-plus-Vier“? Ganz einfach: Zwei deutsche Staaten plus vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Am 12. September 1990 unterschreiben die sechs beteiligten Außenminister den „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ in Moskau.

❕Lust selbst zu verhandeln? Das könnt Ihr in unserer neuen Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte. Deutschland seit 1945“ im Haus der Geschichte in Bonn. Kommt uns besuchen!

https://www.hdg.de/haus-der-geschichte/ausstellungen/dauerausstellung

❓„Eiserner Vorhang“ – das ist ein bekannter Begriff für die Teilung Europas im Kalten Krieg. Doch woher kommt er eigentl...
05/03/2026

❓„Eiserner Vorhang“ – das ist ein bekannter Begriff für die Teilung Europas im Kalten Krieg. Doch woher kommt er eigentlich?

Weltberühmt wird er durch eine Rede von Winston Churchill vor 80 Jahren, am 5. März 1946, im US-amerikanischen Fulton im Bundesstaat Missouri. Als Gast am Westminster College spricht er in seiner „Iron-Curtain“-Rede vor US-Präsident Truman die politischen Entwicklungen in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs an. Er warnt vor sowjetischer Expansion und Abschottung und ruft die USA zu westlicher Geschlossenheit auf. 🤝

Der Ausdruck ist zu diesem Zeitpunkt nicht neu – aber Churchill macht ihn zum Symbol einer ganzen Epoche. In Deutschland wird der Begriff mit am deutlichsten greifbar: durch die Teilung in Ost- und Westdeutschland, die innerdeutsche Grenze und jahrzehntelange Blockkonfrontation. 🧱

👉 Wusstet Ihr, durch wen dieser Begriff weltberühmt wurde?



Fotos:
1. Wikimedia Commons, Imperial War Museum, „Churchill V sign HU 55521“, als gemeinfrei gekennzeichnet, https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-UK-unknown
2. picture alliance / ASSOCIATED PRESS
3. Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 145-P061246 / o.Ang. / CC-BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode
4. Karte: Atlanta-Service, Frankfurt am Main, Stiftung Haus der Geschichte
5. Wikimedia Commons, Tsungam, „Detmold - 2024-09-08 - Landestheater (DSC 4905)“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode
6. Wikimedia Commons, Yousuf Karsh creator QS:P170,Q312859, „Sir Winston Churchill - 19086236948 (restored)“, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode
7. Wikimedia Commons, BigSteve, „Iron Curtain as described by Churchill“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

Sie soll den Sozialismus und die DDR verteidigen - auch gegen die eigene Bevölkerung: Heute vor 70 Jahren wird die Natio...
01/03/2026

Sie soll den Sozialismus und die DDR verteidigen - auch gegen die eigene Bevölkerung: Heute vor 70 Jahren wird die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR offiziell gegründet. Damit verfügt die DDR knapp vier Monate nach Gründung der Bundeswehr ebenfalls über eigene Streitkräfte.

Bereits am 18. Januar 1956 beschließt die Volkskammer das Gesetz zur Aufstellung der NVA zum 1. März, der zukünftig als „Tag der Nationalen Volksarmee“ gilt. Die neue Armee rekrutiert sich vor allem aus dem Personal der Kasernierten Volkspolizei (KVP). Die KVP wird bereits 1952 aufgestellt und gilt als militärischer Vorläufer der NVA, ist aber organisatorisch Teil der Polizei.

In den ersten Jahren ist die NVA eine Freiwilligenarmee. Erst 1962, nachdem der Mauerbau den Wegzug vieler junger Menschen aus der DDR stoppt, verabschiedet die DDR-Führung ein Wehrpflichtgesetz. Künftig müssen alle Männer zwischen 18 und 26 für anderthalb Jahre zur Armee. Eine Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern, ist nicht vorgesehen. Wer nicht an der Waffe dienen will, hat lediglich die Möglichkeit, sich als „Bausoldat“ beim Bau militärischer Anlagen oder in zivilen Einrichtungen zu verpflichten. Bausoldaten sind häufig Demütigungen und Schikanen ihrer Vorgesetzten ausgesetzt.

Die Nationale Volksarmee dient offiziell der Landesverteidigung. Darüber hinaus ist die NVA aber auch ein Instrument der DDR-Führung gegen die eigene Bevölkerung. So sind NVA-Angehörige am Mauerbau beteiligt. Die Grenztruppen der DDR sind von 1961 bis 1973 ebenfalls Teil der NVA und sollen die Flucht aus der DDR verhindern.

Mit der DDR endet auch die NVA. Im Zuge der Wiedervereinigung wird die Nationale Volksarmee aufgelöst. Ein Teil der Soldaten wird von der Bundeswehr übernommen.

Adresse

Reichstagufer 17
Berlin
10117

Öffnungszeiten

Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 19:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+4930467777911

Webseite

https://www.hdg.de/traenenpalast/

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Tränenpalast erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Das Museum Kontaktieren

Nachricht an Tränenpalast senden:

Teilen

Kategorie