In der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Ärzt:innen, Pflegepersonal, Juristen und Verwaltungsangestellte mehr als 200.000 Patient:innen aus psychiatrischen Kliniken und Pflegeeinrichtungen durch Gas, Medikamente oder den Entzug der Nahrung, weil sie als unerwünschte ökonomische Belastung galten. Von 1940 bis 1941 wurde so auch ein Teil der ehemaligen Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg z
u einer der sechs zentralen "Euthanasie"-Anstalten, in denen die Menschen in einer Gaskammer starben. Ab August 1941, als die Tötung von Patient:innen durch Überdosierungen von Medikamenten und/oder schrittweisen Entzug der Nahrung fortgesetzt wurde, folgte in Bernburg eine weitere Mordaktion. Die sogenannte Sonderbehandlung 14f13 richtete sich gegen rassisch, religiös oder aus anderen Gründen verfolgte Inhaftierte aus Konzentrationslagern. In Bernburg starben im Laufe des Jahres 1942 rund 5.000 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen. Die baulichen Überreste der Vernichtungsanlage blieben zum Teil erhalten, darunter die Gaskammer. Auf dem Gelände der ehemaligen Landes-Heil- und Pflegeanstalt befindet sich heute das Fachklinikum für Psychiatrie. Im Keller des Gebäudes der einstigen "Euthanasie"- Anstalt befindet sich neben den baulichen Zeugnissen die im Jahr 2018 neugestaltete Dauerausstellung „Die Vernichtung der „Unbrauchbaren“- NS- Gesundheits- und Rassenpolitik am Beispiel der „Euthanasie“- Anstalt Bernburg. Für Anfragen stehen die Mitarbeitenden der Gedenkstätte gern zur Verfügung.