Museum Biberach

Museum Biberach Das Museum Biberach vereint die Abteilungen Kunst, Geschichte, Naturkunde und Archäologie.

Michael Zeynsler gilt heute als einer der bedeutendsten Bildschnitzer Oberschwabens um 1500 – und blieb doch über Jahrhu...
28/05/2026

Michael Zeynsler gilt heute als einer der bedeutendsten Bildschnitzer Oberschwabens um 1500 – und blieb doch über Jahrhunderte nahezu unbekannt. Viele seiner Werke waren lange keinem Künstler eindeutig zuzuordnen. Deshalb sprach die Kunstgeschichte zunächst nur vom geheimnisvollen „Meister der Biberacher Sippe“.

Erst später entdeckten Forschende im Biberacher Bürgerbuch den Eintrag eines „Michel Zeynsler, Bildhauer aus Memmingen“, der sich 1515 in Biberach niederließ. Seitdem vermuten viele Expertinnen und Experten, dass sich hinter dem „Meister der Biberacher Sippe“ genau dieser Michael Zeynsler verbirgt.

Auch über seine Herkunft weiß man erstaunlich wenig. Wahrscheinlich wurde Zeynsler kurz nach 1480 irgendwo im Dreieck der Reichsstädte Ulm, Memmingen und Biberach geboren und arbeitete zunächst in Memmingen oder Ulm. Vermutet wird außerdem, dass er bei bedeutenden Bildhauern seiner Zeit gelernt oder mit ihnen zusammengearbeitet hat. Sicher ist, dass Zeynsler zwischen 1501 und 1506 bei Meister Hans Herlin am Chorgestühl der Memminger Pfarrkirche St. Martin als Geselle mitgearbeitet hat. Seine Werke zeigen Einflüsse der großen Ulmer und oberschwäbischen Werkstätten – gleichzeitig entwickelt er aber einen ganz eigenen Stil.

Zeynslers Figuren wirken außergewöhnlich lebendig und menschlich. Gesichter zeigen Trauer, Ernst oder Nachdenklichkeit, Bewegungen erscheinen natürlich und nahbar. Gerade diese emotionale Wirkung macht seine Arbeiten bis heute besonders eindrucksvoll.

Seine Werke finden sich heute nicht nur in oberschwäbischen Kirchen, sondern auch in Museen in Stuttgart, Nürnberg, München, Frankfurt, Paris oder sogar New York. Trotzdem bleibt Michael Zeynsler bis heute in vielem ein Rätsel – und genau das macht ihn so faszinierend.

Ein bisschen Vor über 500 Jahren sah Biberach ganz anders aus als heute – und war doch bereits eine bedeutende Reichssta...
26/05/2026

Ein bisschen Vor über 500 Jahren sah Biberach ganz anders aus als heute – und war doch bereits eine bedeutende Reichsstadt mitten in Oberschwaben.

Um 1500 ist dieser geschützte Platz am Zusammenfluss von Rotbach und Riß bereits mehr als 400 Jahre durchgehend besiedelt. Hinter Mauern, Türmen und Stadttoren lebten etwa 3.500 bis 4.000 Menschen. Die Stadt erreicht schon im 14. Jahrhundert eine ummauerte Fläche von mehr als 20 Hektar. Damit gehörte Biberach damals bereits zu den größeren Städten der Region. Biberach lag außerdem an wichtigen Handelswegen zwischen Süddeutschland und Italien. Der Handel mit Stoffen und Waren brachte der Stadt Wohlstand und machte sie zu einem lebendigen Zentrum des Handwerks und der Kunst.

Über den dicht gedrängten Fachwerkhäusern erhob sich der Turm der Stadtpfarrkirche St. Martin – das höchste Gebäude der Stadt und sichtbares Zeichen von Glauben, Wohlstand und städtischem Selbstbewusstsein. Rund um den Marktplatz reihten sich Werkstätten, Gasthäuser und Verkaufsstände aneinander. Enge, oft ungepflasterte Gassen führten vorbei an Schmieden, Gerbern, Webern und Bäckern. Händler, Handwerker, Tiere und Fuhrwerke teilten sich den begrenzten Raum innerhalb der Stadtmauern. Das Leben spielte sich größtenteils draußen auf den Straßen ab: laut, geschäftig und dicht gedrängt. In den Straßen lagen Misthaufen, Tiere wurden mitten in der Stadt gehalten, Latrinen befinden sich in der Nähe der Häuser und Abfälle landeten oft direkt auf den Wegen oder in offenen Gräben. Sauberes Wasser war kostbar, Brunnen verschmutzten oft und Krankheiten verbreiteten sich schnell. Besonders im Sommer müssen Gerüche, Schmutz und Seuchen allgegenwärtig gewesen sein.

Genau in dieser Welt lebte und arbeitete auch der Bildschnitzer Michael Zeynsler.

Wie findet man heraus, wer ein Künstler vor über 500 Jahren gewesen ist? Genau dieser Frage widmet sich die Restauratori...
21/05/2026

Wie findet man heraus, wer ein Künstler vor über 500 Jahren gewesen ist? Genau dieser Frage widmet sich die Restauratorin Evamaria Popp seit vielen Jahren mit beeindruckender Geduld und detektivischem Spürsinn.

Über ein Jahrzehnt lang untersuchte sie Skulpturen, Reliefs und Altarteile, die heute über Kirchen, Museen und Sammlungen verstreut sind. Viele dieser Werke waren keinem Künstler eindeutig zuzuordnen. Durch kunsthistorische Vergleiche, restauratorische Untersuchungen und die Analyse von Holz, Werkzeugspuren und Fassungen entstand nach und nach ein immer klareres Bild: Hinter dem geheimnisvollen „Meister der Biberacher Sippe“ könnte der Bildschnitzer Michael Zeynsler stehen.

Dabei gleicht die Forschung oft echter Detektivarbeit. Welche Figuren gehören zusammen? Welche Werkstatttechniken wiederholen sich? Welche historischen Quellen passen dazu? Schritt für Schritt setzte Evamaria Popp aus vielen einzelnen Hinweisen ein großes Gesamtbild zusammen.

Aus dieser langjährigen Forschungsarbeit entstand schließlich auch die Idee zur Ausstellung. Gemeinsam mit dem Museum Biberach wurden Werke aus Kirchen, Museen und privaten Sammlungen zusammengetragen, historische Zusammenhänge erforscht und die Welt Biberachs um 1500 rekonstruiert. So wurde aus vielen einzelnen Kunstwerken und Forschungsergebnissen nach und nach eine Ausstellung, die Michael Zeynsler und seine Zeit erstmals umfassend sichtbar macht.

Ohne diese jahrelange Forschungsarbeit wäre die Ausstellung in dieser Form kaum möglich gewesen. Sie macht nicht nur die Kunst Michael Zeynslers sichtbar, sondern auch die Welt, in der seine Werke entstanden sind.

Was für ein gelungener Auftakt! Am Freitag, den 15. Mai, durften wir gemeinsam mit über 200 Gästen die Eröffnung unserer...
18/05/2026

Was für ein gelungener Auftakt!

Am Freitag, den 15. Mai, durften wir gemeinsam mit über 200 Gästen die Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ feiern - und sind noch immer überwältigt von der großen Resonanz. Was für ein besonderer Abend – und vor allem: Danke, dass Sie und Ihr ihn mit uns geteilt habt.

Begrüßt wurden die Besucherinnen und Besucher von unserem Museumsleiter Frank Brunecker, dem stellvertretenden Museumsleiter Dr. Stefan Krämer, der Restauratorin und Mitkuratorin Evamaria Popp sowie dem Ersten Bürgermeister Ralf Miller.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Christopher Maier, Sabine Lamsfuß und Jutta Stützle. Sie verliehen der Veranstaltung eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ ist ab sofort für Besucherinnen und Besucher geöffnet – wir freuen uns auf euren Besuch im Museum! Das umfangreiche Begleitprogramm findet ihr auf unserer Homepage.

# Museumsmomente

Herzliche Einladung zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ am Freitag, 15. Mai, um 19:30...
13/05/2026

Herzliche Einladung zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ am Freitag, 15. Mai, um 19:30 Uhr im Museumsfoyer.

In Zusammenarbeit mit der Restauratorin und “Kunstdetektivin” Evamaria Popp, zeigt das Museum Biberach eine umfassende Werkschau des „Meisters der Biberacher Sippe“. Die Ausstellung nähert sich einer aufregenden Künstlervita und zeichnet zugleich ein eindrucksvolles Bild der Reichsstadt Biberach um 1520.

Es sprechen Erster Bürgermeister Ralf Miller, die Restauratorin und "Kunstdetektivin" Evamaria Popp, stellvertretender Museumsleiter Dr. Stefan Krämer und Museumsleiter Frank Brunecker. Sabine Lamsfuß, Jutta Stützle und Christopher Maier umrahmen den Abend musikalisch.

Eintritt frei. Keine Anmeldung nötig.

Kommt vorbei!

Hier seht ihr mal, wie die Kunstwerke für unsere Sonderausstellungen zu uns kommen.Auf den Fotos packen unsere Restaurat...
12/05/2026

Hier seht ihr mal, wie die Kunstwerke für unsere Sonderausstellungen zu uns kommen.

Auf den Fotos packen unsere Restauratorinnen Katleen Otte und Heidi Haller gemeinsam mit einer Kurierin ein Werk für die neue Sonderausstellung “Der unbekannte Meister” aus.

Das Werk kam in einer Klimakiste samt Kurierin bei uns an. Nach dem Öffnen und Auspacken werden erstmal verschiedene Messungen und Begutachtungen durchgeführt. Danach kommt das Werk an seinen endgültigen Platz bei uns im Haus, jetzt darf es nicht mehr bewegt oder die Vitrine geöffnet werden.

Vor dem endgültigen Schließen, stellt unser Museumstechniker Mehmet Elibol noch das Licht passend ein.

Seid gespannt auf noch mehr faszinierende Werke in unserer neuen Sonderausstellung. Eröffnung ist Freitag!

Noch wird aufgebaut, gerückt, gehängt und arrangiert – aber schon jetzt geben die ersten Einblicke eine Ahnung davon, wa...
11/05/2026

Noch wird aufgebaut, gerückt, gehängt und arrangiert – aber schon jetzt geben die ersten Einblicke eine Ahnung davon, was euch in unserer neuen Sonderausstellung “Der unbekannte Meister” erwartet: faszinierende Skulpturen, spannende Details und die Spurensuche nach einem Künstler, der vielen bislang unbekannt ist.

Bis zur Eröffnung am 15.05.2026 verwandeln sich unsere Räume Schritt für Schritt in eine neue Ausstellung voller Geschichte und Entdeckungen.

Seid gespannt!

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Für unsere neue Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ haben wir das Hochrelief „Hl. Sippe“ aus der Pfarrkirche St. ...
05/05/2026

Für unsere neue Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ haben wir das Hochrelief „Hl. Sippe“ aus der Pfarrkirche St. Pankratius in Winterstettendorf abgeholt.

Was sonst ruhig an der Kirchenwand hängt, wurde zur Teamarbeit.

Mit viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und ein paar kräftigen Händen haben unsere Restauratorinnen Heidi Haller und Katleen Otte gemeinsam mit Helfern vor Ort das Kunstwerk sicher abgehängt. Schritt für Schritt ging es von der Wand, über die sorgfältige Sicherung bis in den Transporter Richtung Museum Biberach.

Ein Moment, der zeigt: Hinter jeder Ausstellung steckt nicht nur Kunst, sondern auch echtes Handwerk, Planung und Teamgeist.

Wir freuen uns, euch die „Hl. Sippe“ bald aus nächster Nähe präsentieren zu können!

Kirchenkunst HlSippe Ausstellungsvorbereitung

Die Vorbereitungen für unsere neue Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ laufen bereits auf Hochtouren!Ein besonder...
30/04/2026

Die Vorbereitungen für unsere neue Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ laufen bereits auf Hochtouren!

Ein besonderes Highlight: Die beeindruckenden Figuren der beiden Schächer am Kreuz aus der Pfarrkirche St. Georg (ehemalige Klosterkirche in Ochsenhausen) werden von unseren Restauratorinnen sorgfältig konserviert. Mit viel Fachwissen und Fingerspitzengefühl kümmern sie sich darum, diese historischen Kunstwerke für euch in neuem Glanz erlebbar zu machen.

Auf dem Foto seht ihr Heidi Haller, Evamaria Popp und Katleen Otte bei ihrer präzisen Arbeit – ein spannender Moment aus dem Restaurierungsprozess!

Ab Mitte Mai könnt ihr die Figuren dann in unserer neuen Sonderausstellung aus nächster Nähe entdecken. Seid gespannt auf eine Ausstellung voller Geschichte, Handwerkskunst und beeindruckender Details!

DerUnbekannteMeister Ausstellungsvorbereitungen

15/04/2026

Nur noch bis Sonntag ist unsere aktuelle Sonderausstellung "Time is on my side - Kunst der 1970er Jahre in Oberschwaben" zu sehen. Kommt vorbei!

Adresse

MuseumStr. 6
Biberach
88400

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 18:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 20:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+49735151331

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