21/05/2026
Gesindetruhe aus dem Magazinbestand restauriert
Der Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V. hat eine Gesindetruhe aus der Zeit um 1800, restaurieren lassen und stellt sie jetzt vorübergehend im 1. Stock des Heimatmuseums aus, bevor sie wieder im Magazin eingelagert werden wird, wie die vielen weiteren, bereits vor Jahren restaurierten, vorhandenen Bauerntruhen. Lediglich ein weiteres Bauerntruhen-Exponat findet man in der Dauerausstellung.
Dem Verein ist der Erhalt der Objekte und deren Instandsetzung sehr wichtig. Getreu dem Museumsgrundgedanken: Sammeln, bewahren und ausstellen.
Gesindetruhen sind historische Möbelstücke, die früher dem Gesinde (Mägde und Knechte) zur Aufbewahrung ihrer persönlichen Habe dienten. Sie waren oftmals das einzige Möbelstück um persönliche Gegenstände sicher aufzubewahren. Die Biebesheimer Truhe ist, wie meisten, funktional und wenige aufwendig verziert im Gegensatz zu den übrigen Aussteuertruhen des Heimatmuseums. Die Truhe war komplett mit Ölfarbe überstrichen und die Originalbemalung kaum noch darunter zu erkennen. Bei einer vorsichtigen Abbeizung konnte der Restaurator die Ursprungsbemalung feststellen und erhalten bzw. teilweise ergänzen.
Die losen Holzverbindungen wurden mit Fischleim nachgeleimt und die fehlende Hirnholzleiste gefertigt und angebracht. Die Truhenbänder wurden gerichtet und der Deckel so befestigt, dass die Truhe wieder schließt. Das Schloss wurde wieder gangbar gemacht und ein Schlüssel sowie ein Schließhaken hergestellt und angebracht.
Die bemalten Flächen wurden mit stark verdünnter Leinölfirnis behandelt und danach wurde mit einer Retusche aus Schellack, Leinöl und Farbpigmenten teilweise leicht retuschiert. Abschließend wurde die Gesindetruhe mit einem Hartwachsfirnis behandelt.
Das Alles ist ein immenser Arbeits- und Kostenaufwand, aber dem Heimatmuseum Biebesheim war es wichtig auch dieses Objekt, das bereits Jahre im Magazin lagerte, in seinen „Originalzustand“ zu bringen.
Das Museum ist am Pfingstsonntag von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet.
Museumsaufsicht Norbert & Roselinde Hefermehl