09/06/2026
„Was ich anhatte…“
Franzi, Angela, Bibi, Caro, Anika, Franca… – die Frauen sind unterschiedlich alt, leben an verschiedenen Orten und ihre Namen sind geändert, doch sie haben eines gemeinsam: Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt. In der Ausstellung „Was ich anhatte …“, die vom 15. Juni bis 13. Juli im Historischen Museum der Stadt Bielefeld zu sehen sein wird, berichten zwölf Frauen von sexuellen Übergriffen, die sie erlebt haben. Sie wollen nicht mehr schweigen und Opfer sein, sondern anderen Frauen Mut machen, ihre Scham zu überwinden und Übergriffe anzuklagen. „Was ich anhatte …“ ist eine Wanderausstellung, die Erfahrungen von Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, durch ihre Kleidung, die sie während einer solchen Tat trugen, öffentlich macht. Im Vordergrund steht das Erzählen diverser Geschichten erlebter sexualisierter Gewalt. Frauen werden nicht vergewaltigt, weil sie einen Minirock tragen. Hier herrscht eine Täter-Opfer-Verkehrung, auch Victim-Blaming genannt, vor. Die Frauen werden zu Täterinnen gemacht, weil sie die falsche Kleidung getragen haben. Die jüngste Teilnehmerin war damals sechs Jahre alt, die älteste ist über achtzig. Exponate der Ausstellung sind größtenteils die Originalkleidung der Frauen. Wenn diese nicht mehr existierte, wurde sie nach den Vorgaben der Frau originalgetreu in Secondhand-Läden nachgekauft. Die jeweiligen Berichte zum Kleidungsstück sind unverändert. „Was ich anhatte …“ ist ein aufrüttelndes und gleichzeitig berührendes Projekt, welches für das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen sensibilisieren und mobilisieren soll. Als Wanderausstellung thematisiert das Projekt künstlerisch sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Sie beleuchtet Grauzonen, bringt Tabus in den öffentlichen Raum und ist keine leichte Kost.
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