Aber der Mensch, der sie vor 40.000 Jahren aus dem Stoßzahn eines Mammuts heraus schnitzte, hat ihr große Bedeutung verliehen: Mit ausladendem Becken und mächtiger Brust verweist sie auf den Beginn menschlichen Lebens. „Venus vom Hohle Fels“ haben Archäologen die Figur getauft. In unmittelbarer Nähe dieses Fundorts ist die Venus heute zuhause ¬– im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren (urmu). Das z
entrale Museum für Altsteinzeit in Baden-Württemberg enthüllt die Lebens- und Vorstellungswelt der Menschen, die am Rand der Schwäbischen Alb während der letzten Eiszeit gelebt haben. Der Besuch im urmu ist eine Entdeckungsreise in eine Zeit, in der es durchschnittlich zehn Grad kälter war als heute. In Szenarien eiszeitlicher Tier- und Pflanzenwelt, steinzeitlicher Lagerstätten und Feuerstellen zeichnet das Museum ein anschauliches Bild eiszeitlicher Jäger und Sammler. Dabei macht das urmu Kindern viele Angebote – mit Experimentierstationen, der Steinzeitwerkstatt am Sonntag oder dem Aktions-Set „Mit Keram in die Steinzeit“, bei dem ein Steinzeitkind die jungen Besucher durchs Museum begleitet.
Überdies ist das urmu Forschungsmuseum der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Ergebnisse von Ausgrabungen in den Höhlen der Region fließen direkt in die Museumsarbeit ein und
liefern so Anstöße zu wechselnden Sonderausstellungen. Als Museum inmitten des UNESCO-Welterbes „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ vermittelt das urmu, weshalb die Fundstätten Meilensteine des kreativen und kulturellen Schaffens sind und präsentiert weltweit einzigartige Fundstücke: Elfenbeintierfiguren, bemalte Steine oder Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein, welche die ältesten Musikinstrumente der Menschheit sind. Damit beheimatet das urmu ein einmaliges Eiszeitkunst-Ensemble im Original.