19/06/2026
[English version below]
Gleich 70 neue Stolpersteine wurden in der vergangenen Woche im gesamten Bonner Stadtgebiet verlegt. Sie sind das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherchen zu den Biografien von Verfolgten aus Bonn und zeigen in der Regel den letzten frei gewählten Wohnort der Personen an.
In diesem Jahr wurden Stolpersteine für Menschen aus verschiedensten Verfolgungskontexten verlegt. Neben Stolpersteinen für ermordete Bonner Jüdinnen und Juden wie Familie van Gelder (Adenauerallee 72-74), gehören dazu auch solche für Menschen mit Krankheiten und Behinderungen wie Ella Dietl (Magdalenenstraße 6), Sinti und Roma wie Familie Reinhardt (Am Boeselagerhof 7), politische Gegner wie Enoch Beck (Langwartweg 66-72) oder Nachverlegungen von überlebenden Familienmitgliedern wie Sally Bär (Bonner Straße 10).
Besonders bewegt hat uns die Anwesenheit von zahlreichen Nachkommen, die teils lange Reisen aus Australien, Kanada, den USA oder Israel auf sich nahmen, um den Verlegungen beiwohnen zu können. Die Stadt würdigte ihre Anwesenheit mit einem Empfang im Alten Rathaus, den viele Angehörige zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch der Geschichte ihrer Familien nutzten. Auch die hohe Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung zeigt, dass das Projekt und das Gedenken an die Verfolgten vielen in der Stadt am Herzen liegen. Rund 500 Stolpersteine wurden mittlerweile im Bonner Stadtgebiet verlegt. Auch für die kommenden Jahre sind bereits Recherchen und Vorbereitungen angelaufen, um Leerstellen zu schließen und die Dimension des NS-Unrechts auch vor Ort sichtbar zu machen.
Foto: Josef Börding
A total of 70 new Stolpersteine were laid throughout Bonn last week. They are the result of two years of intensive research into the biographies of persecuted individuals from Bonn and generally mark the last place where these individuals chose to live as free citizens.
This year, Stolpersteine were laid for people from a wide variety of contexts of persecution. In addition to Stolpersteine for murdered Jews from Bonn, such as the van Gelder family (Adenauerallee 72–74), they also include those for people with illnesses and disabilities, such as Ella Dietl (Magdalenenstraße 6), Sinti and Roma such as the Reinhardt family (Am Boeselagerhof 7), political opponents such as Enoch Beck (Langwartweg 66-72), and additional Stolpersteine for surviving family members such as Sally Bär (Bonner Straße 10).
We were particularly moved by the presence of numerous descendants, some of whom undertook long journeys from Australia, Canada, the U.S., or Israel to attend. The city honored their presence with a reception at the Old City Hall, which many family members used as an opportunity to get to know one another and share their family histories. The public’s generous donations also demonstrate that the project and the commemoration of those who were persecuted are close to the hearts of many in the city. Around 500 Stolpersteine have now been laid throughout Bonn. Research and preparations are already underway for the coming years to fill in gaps and make the scale of N**i injustice visible on the ground.