19/10/2026
[English version below]
Es war ein weiterer Schlag der Nationalsozialisten gegen die Kirchen. Wie am 19. Oktober 1938 bekannt wurde, hatte Hanns Kerrl, der „Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten“ verordnet, Änderungen bei den Pfarrbesoldungsmitteln einzuleiten. In einem Schreiben an die großen christlichen Kirchen in Deutschland, darunter auch an den altkatholischen Bonner Bischof Erwin Kreuzer, wurden neue Bedingungen für die Auszahlung bekannt gegeben. Demnach stand ein staatlicher Zuschuss zum Gehalt, der Pension oder der Hinterbliebenenfürsorge nur noch solchen Geistlichen zu, „die sich der Fürsorge des Staates würdig erweisen“ und „sich auf ihr innerkirchliches glaubensmäßiges Gebiet beschränken“.
Konkret wurde so finanzieller Druck aufgebaut, um Pfarrerinnen und Pfarrer von unerwünschten politischen Botschaften abzuhalten. So wollte die NS-Führung die Macht der Kirchen einschränken und sie im nationalsozialistischen Sinne umgestalten. Insbesondere sollten die Gläubigen und Gemeindemitglieder nicht durch kritische Predigten oder Äußerungen des Pfarrpersonals eine Distanz zum Regime oder Zweifel an dessen Politik entwickeln.
Die durch die neue Regelung freiwerdenden Mitteln wurden folgerichtig solchen Gemeinden versprochen, die sich in den Augen der Nationalsozialisten als „würdig“ erwiesen. Auch innerhalb der Gemeinden wurde so ein Druck erzeugt, nicht durch kritisches Verhalten aufzufallen, um nicht die eigene finanzielle Basis zu gefährden. Gemeinden wurden dadurch gegeneinander ausgespielt, was notwendigerweise zu weiteren Brüchen innerhalb der Kirchen führte.
It was yet another blow dealt by the N***s against the churches. As was announced on October 19, 1938, Hanns Kerrl, the “Reich Minister for Ecclesiastical Affairs,” had ordered changes to be made to the funding for pastors’ salaries. In a letter to the major Christian churches in Germany, including the Old Catholic Bishop of Bonn, Erwin Kreuzer, new conditions for payment were announced. According to these conditions, a state subsidy for salary, pension, or survivor benefits would be granted only to those clergy “who prove themselves worthy of the state’s support” and “limit themselves to matters of faith within the church.”
In practical terms, this created financial pressure to deter pastors from delivering undesirable political messages. In this way, the N**i leadership sought to limit the power of the churches and reshape them in accordance with National Socialist ideology. In particular, believers and parishioners were not to develop a sense of distance from the regime or doubts about its policies as a result of critical sermons or statements by the clergy.
The funds freed up by the new regulations were, unsurprisingly, promised to those congregations that proved “worthy” in the eyes of the N***s. This also created pressure within the congregations not to draw attention to themselves through critical behavior, so as not to jeopardize their own financial stability. As a result, congregations were pitted against one another, which inevitably led to further divisions within the churches.