Gedenkstätte Bonn

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Gedenkstätte Bonn Dokumentieren, Erinnern, Lernen - über Verfolgung, Ermordung und Widerstand in Bonn in der NS-Zeit

Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum Bonn zeigen seit 1996 eine Dauerausstellung zum Thema Verfolgung und Widerstand.
2005 ist die Ausstellung grundlegend überarbeitet und 2012 aktualisiert und ergänzt worden. Darüber hinaus erforscht, recherchiert und dokumentiert die Gedenkstätte die Zeit des Nationalsozialismus in Bonn. Ein Themenschwerpunkt in zahlreichen Veranstaltungen ist die Auseinandersetzung mit den Menschen, die verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden oder die durch die NS-Politik gezwungen waren, Deutschland zu verlassen. In der Geschäftsstelle im Erdgeschoss gibt es eine Präsenzbibliothek, eine Videothek und einen Seminarraum für Veranstaltungen.

[English version below] Es war ein weiterer Schlag der Nationalsozialisten gegen die Kirchen. Wie am 19. Oktober 1938 be...
19/10/2026

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Es war ein weiterer Schlag der Nationalsozialisten gegen die Kirchen. Wie am 19. Oktober 1938 bekannt wurde, hatte Hanns Kerrl, der „Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten“ verordnet, Änderungen bei den Pfarrbesoldungsmitteln einzuleiten. In einem Schreiben an die großen christlichen Kirchen in Deutschland, darunter auch an den altkatholischen Bonner Bischof Erwin Kreuzer, wurden neue Bedingungen für die Auszahlung bekannt gegeben. Demnach stand ein staatlicher Zuschuss zum Gehalt, der Pension oder der Hinterbliebenenfürsorge nur noch solchen Geistlichen zu, „die sich der Fürsorge des Staates würdig erweisen“ und „sich auf ihr innerkirchliches glaubensmäßiges Gebiet beschränken“.

Konkret wurde so finanzieller Druck aufgebaut, um Pfarrerinnen und Pfarrer von unerwünschten politischen Botschaften abzuhalten. So wollte die NS-Führung die Macht der Kirchen einschränken und sie im nationalsozialistischen Sinne umgestalten. Insbesondere sollten die Gläubigen und Gemeindemitglieder nicht durch kritische Predigten oder Äußerungen des Pfarrpersonals eine Distanz zum Regime oder Zweifel an dessen Politik entwickeln.

Die durch die neue Regelung freiwerdenden Mitteln wurden folgerichtig solchen Gemeinden versprochen, die sich in den Augen der Nationalsozialisten als „würdig“ erwiesen. Auch innerhalb der Gemeinden wurde so ein Druck erzeugt, nicht durch kritisches Verhalten aufzufallen, um nicht die eigene finanzielle Basis zu gefährden. Gemeinden wurden dadurch gegeneinander ausgespielt, was notwendigerweise zu weiteren Brüchen innerhalb der Kirchen führte.



It was yet another blow dealt by the N***s against the churches. As was announced on October 19, 1938, Hanns Kerrl, the “Reich Minister for Ecclesiastical Affairs,” had ordered changes to be made to the funding for pastors’ salaries. In a letter to the major Christian churches in Germany, including the Old Catholic Bishop of Bonn, Erwin Kreuzer, new conditions for payment were announced. According to these conditions, a state subsidy for salary, pension, or survivor benefits would be granted only to those clergy “who prove themselves worthy of the state’s support” and “limit themselves to matters of faith within the church.”

In practical terms, this created financial pressure to deter pastors from delivering undesirable political messages. In this way, the N**i leadership sought to limit the power of the churches and reshape them in accordance with National Socialist ideology. In particular, believers and parishioners were not to develop a sense of distance from the regime or doubts about its policies as a result of critical sermons or statements by the clergy.

The funds freed up by the new regulations were, unsurprisingly, promised to those congregations that proved “worthy” in the eyes of the N***s. This also created pressure within the congregations not to draw attention to themselves through critical behavior, so as not to jeopardize their own financial stability. As a result, congregations were pitted against one another, which inevitably led to further divisions within the churches.

[English version below] Werner Otto Sklarek war gezeichnet vom Krieg. Geboren wurde er am 16.10.1895 in Mehlem als Sohn ...
16/10/2026

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Werner Otto Sklarek war gezeichnet vom Krieg. Geboren wurde er am 16.10.1895 in Mehlem als Sohn des jüdischen Arztes Dr. Wilhelm Sklarek und seiner Ehefrau Bertha Schuster. Mit 13 verlor er seinen Vater. Der 1,80m große Werner diente als Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde durch einen Granatensplitter im Gesicht schwer verwundet. Ein weiterer Einsatz war unmöglich, er trug bleibende Schäden davon und erhielt das Eiserne Kreuz und die österreichische Tapferkeitsmedaille.

Um 1920 emigrierte er in die Niederlande. In Amsterdam heiratete er am 28.05.1925 Hendrika Geertruida Schneider, mit der er zwischen 1923 und 1930 Vater von Ilse Petronella, Friedrich Wilhelm und Günter Otto wurde. Die Familie lebte in Amsterdam in der Amstelkade 41. Werner Otto Sklarek betrieb ein Tabakgeschäft. Da sein Geschmackssinn wegen der Kriegsverletzung völlig zerstört war, musste seine Frau die Zigarren probieren. Später musste er sein Geschäft aufgeben und arbeitete als Hausmeister für Gebäude in der Umgebung der Linnaeusstraat.

Während der deutschen Besatzung der Niederlande war Sklarek im Widerstand. Unter anderem bewahrte er illegale Schriften und Lebensmittelmarken unter der Tischdecke. Im Januar 1943 starb in Amsterdam seine Mutter. Im August 1944 wurde Sklarek festgenommen und in dasselbe Barackenlager gebracht wie die am gleichen Tag verhaftete Anne Frank. Man brachte ihn in das Sammellager Westerbork, von wo er am 03.09.1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Werner Otto Sklarek starb dort am 21.01.1945. Seinen Kindern wurde wegen seiner Aktivitäten in der NS-Zeit nach 1945 die kostenlose Einbürgerung in die Niederlande gewährt.



Werner Otto Sklarek was scarred by the war. He was born on October 16, 1895, in Mehlem, the son of Dr. Wilhelm Sklarek, a Jewish physician, and his wife, Bertha Schuster. He lost his father at the age of 13. Standing 1.80 meters tall, Werner served as a soldier in World War I and was seriously wounded in the face by shrapnel. Further service was impossible; he suffered permanent injuries and was awarded the Iron Cross and the Austrian Medal of Bravery.

Around 1920, he emigrated to the Netherlands. In Amsterdam, he married Hendrika Geertruida Schneider on May 28, 1925; between 1923 and 1930, they had three children: Ilse Petronella, Friedrich Wilhelm, and Günter Otto. The family lived at Amstelkade 41 in Amsterdam. Werner Otto Sklarek ran a to***co shop. Since his sense of taste had been completely destroyed by his war injury, his wife had to taste the ci**rs for him. Later, he had to give up his business and worked as a janitor for buildings in the Linnaeusstraat area.

During the German occupation of the Netherlands, Sklarek was active in the resistance. Among other things, he hid illegal pamphlets and food ration cards under his tablecloth. In January 1943, his mother died in Amsterdam. In August 1944, Sklarek was arrested and taken to the same barracks camp as Anne Frank, who had been arrested on the same day. He was taken to the Westerbork transit camp, from where he was deported to the Auschwitz extermination camp on September 3, 1944. Werner Otto Sklarek died there on January 21, 1945. Because of his activities during the N**i era, his children were granted naturalization in the Netherlands free of charge after 1945.

Anlässlich des nahenden Jahrestags der Novemberpogrome bietet die Gedenkstätte Bonn unter dem Titel „Sie brannten am hel...
15/10/2026

Anlässlich des nahenden Jahrestags der Novemberpogrome bietet die Gedenkstätte Bonn unter dem Titel „Sie brannten am helllichten Tag“ auch in diesem Jahr Workshops an, die sich mit den Hintergründen der Novemberpogrome und den Geschehnissen in Bonn auseinandersetzen. Die dreistündigen Workshops spannen einen Bogen von der Vorgeschichte der Pogrome über die Ereignisse am Tag selbst bis hin zu jüdischem Leben in Bonn und ganz Deutschland heute. Ein Fokus liegt dabei immer auf der lokalen Perspektive und der Frage: Was ist damals hier geschehen?

Die Workshops eignen sich für Schülerinnen und Schüler ab der Mittelstufe und können je nach Absprache an Schulen oder in von der Gedenkstätte organisierten externen Räumlichkeiten angeboten werden. Buchungsanfragen richten Sie bitten an den Bildungsreferenten der Gedenkstätte Jonas Blum unter der Adresse [email protected]

Foto: Die brennende Bonner Synagoge am 10.11.1938 (Archiv Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum Bonn)

Herzliche Einladung zum Gedenken am 10. November 2026 in Bonn.
13/10/2026

Herzliche Einladung zum Gedenken am 10. November 2026 in Bonn.

[English version below] Auch viele der Corps und Verbindungen stellte die antisemitische Politik der Nationalsozialisten...
13/10/2026

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Auch viele der Corps und Verbindungen stellte die antisemitische Politik der Nationalsozialisten vor grundlegende Fragen. Nicht wenige von ihnen hatten Mitglieder, die nach den Regeln des NS-Regimes als Juden galten. Gleichzeitig besteht in ihnen bis heute das sogenannte „Lebensbund“-Prinzip, das besagt, dass eine Mitgliedschaft prinzipiell auf Lebenszeit angelegt ist. Nun Mitglieder aufgrund jüdischer Wurzeln auszuschließen, bedeutete zwangsläufig einen elementaren Bruch dieses Prinzips.

Auch im Corps Borussia Bonn fanden sich insgesamt elf Mitglieder, die entweder selbst als jüdisch galten oder mit jüdischen Partnerinnen verheiratet waren. Das Corps hoffte anfangs auf eine Kompromisslösung. Auch intern war man sich uneins. Während einige Mitglieder überzeugte Nationalsozialisten waren, sahen andere die Integrität des Corps gefährdet und das NS-Regime kritischer.

Der Vorsitzende der Alten Herren, Hans Bodo von Alvensleben-Neugattersleben, versuchte dem Dilemma zu entgehen, indem er die jüdischen Mitglieder zum freiwilligen Austritt überreden wollte. Die eigenmächtigen Aktivitäten des Alten Herrn erzürnten aber wiederum andere so stark, dass es am 13.10.1935 im Berliner Hotel Kaiserhof auf einer Mitgliederversammlung zum Eklat kam. Nachdem ein prominentes Corps-Mitglied aus Protest gegen das unsolidarische Verhalten seinen Austritt bekannt gab, entschied sich Borussia in der Folge dafür, sich selbst aufzulösen, um nicht mit dem „Lebensbund“-Prinzip brechen zu müssen. Sie waren damit eines der wenigen Corps, das sich in dieser Form zu seinen jüdischen Mitgliedern bekannte.

Bild: Wappen des Corps Borussia Bonn



The anti-Semitic policies of the National Socialists also posed fundamental questions for many of the student fraternities and sororities. Quite a few of them had members who were considered Jewish under the rules of the N**i regime. At the same time, these organizations still adhere to the so-called “Lebensbund” principle, which states that membership is, in principle, for life. Excluding members on the basis of their Jewish heritage would inevitably constitute a fundamental breach of this principle.

The Corps Borussia Bonn, for example, had a total of eleven members who were either considered Jewish themselves or were married to Jewish partners. Initially, the Corps hoped for a compromise solution. There was also internal disagreement. While some members were staunch National Socialists, others saw the Corps’ integrity as being at risk and viewed the N**i regime more critically.

The chairman of the Old Boys’ Association, Hans Bodo von Alvensleben-Neugattersleben, attempted to avoid the dilemma by trying to persuade the Jewish members to resign voluntarily. However, the Old Boys’ Association chairman’s unilateral actions angered others so much that a scandal erupted on October 13, 1935, at a general meeting held at the Hotel Kaiserhof in Berlin. After a prominent fraternity member announced his resignation in protest against this lack of solidarity, Borussia subsequently decided to dissolve itself rather than violate the principle of “lifelong fellowship.” In doing so, it became one of the few fraternities to stand by its Jewish members in this manner.

Der im Juni 2026 vom Rat der Stadt Bonn berufene wissenschaftliche Beirat für Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum ...
09/10/2026

Der im Juni 2026 vom Rat der Stadt Bonn berufene wissenschaftliche Beirat für Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum traf sich am Montag, 5. Oktober 2026, im Alten Rathaus. Der Beirat wird die Einrichtung der Gedenkstätte am historischen Ort im Kloster in Endenich eng begleiten und die Stadt in inhaltlichen, organisatorischen sowie finanziellen Fragen beraten.

Sport- und Kulturdezernentin Dr. Birgit Schneider-Bönninger begrüßte die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates: „Der wissenschaftliche Beirat ist eine starke Stimme für die Zukunft der Bonner Erinnerungskultur. Wir freuen uns auf konstruktive Diskurse und die gemeinsame Begleitung von Förderanträgen und Formaten.“

Dem Beirat gehören Fachleute aus Wissenschaft und Gedenkstättenarbeit an. Bereits im Sommer wählten die Mitglieder aus ihrer Mitte Dr. Stefan Mühlhofer, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen und Direktor der Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, zu ihrem Vorsitzenden. Stellvertretende Vorsitzende ist Prof. Dr. Christine Krüger vom Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn. Dem Beirat gehören auch der Vorsitzende der Bonner Synagogengemeinde Jakov Barasch, Stadtdechant Monsignore Dr. Markus Hofmann sowie Dr. Sebastian Scharte vom Förderverein von Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum an.

Wichtige Themen, die in der Beiratssitzung besprochen wurden, sind die Gewinnung von Fördermitteln zur Stärkung der finanziellen Handlungsfähigkeit des Projektes und die anstehenden Schritte auf dem Weg zum Umzug an den neuen Standort. Dr. Stefan Mühlhofer, Vorsitzender des Beirats, betonte in der Sitzung am 5. Oktober: „Ich bin sehr froh, dass das Projekt Gedenkstätte am historischen Ort weiterverfolgt wird und trotz der sehr angespannten Haushaltslage der Bundesstadt Bonn auf einem guten Weg ist.“

[English version below] Doris Toni Kaufherr lebte selbstbestimmt. Geboren wurde sie am 09.10.1890 als Doris Toni Kerb in...
09/10/2026

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Doris Toni Kaufherr lebte selbstbestimmt. Geboren wurde sie am 09.10.1890 als Doris Toni Kerb in Bonn. Ihr Vater Julius war Kaufmann für Tuch und Herrenkleidung und Inhaber des Unternehmens „M. Meyer Nachf.“ in Bonn. Er lebte mit seiner Ehefrau Johanna Lenz in der damaligen Hausnummer 1 der Stockenstraße im Bonner Zentrum. Die Familie war jüdisch und umfasste auch Doris sechs Jahre ältere Schwester Hildegard.

Spätestens ab 1911 war Doris Kerb Gesellschafterin bei der Firma Arnheim & Co., eine Tätigkeit, die sie lange Jahre ausüben sollte. Sie heiratete den dreizehn Jahre älteren Max Kaufherr und lebte mit diesem nach der Hochzeit in Frankfurt am Main zusammen. Fortan wirkte sie als Prokuristin im Geschäft ihres Mannes mit und übernahm so auch dort unternehmerische Verantwortung. Das Ehepaar Kaufherr wandte sich in Frankfurt dem evangelischen Christentum zu und wurde Mitglied in der St. Matthäus-Gemeinde im Gallus.

Als eine Ausübung ihres Berufes aufgrund der Verfolgung des NS-Regimes immer unmöglicher wurde, übernahm Doris Kaufherr als dessen letzte Leiterin das Altersheim Niedenau. Dieses eigentliche jüdische Altersheim unter der Adresse Niedenau 25 im Frankfurter Westend wurde von den Nationalsozialisten auch als Sammellager für Jüdinnen und Juden aus Frankfurt vor der Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager missbraucht. 1941 starb Max Kaufherr. Am 15.09.1942 wurde seine Witwe von Frankfurt aus nach Theresienstadt im heutigen Tschechien deportiert. Am 17.09.1942 beging Doris Toni Kaufherr in Theresienstadt Suizid.

Foto: Die Matthäuskirche in Frankfurt am Main



Doris Toni Kaufherr lived an independent life. She was born on October 9, 1890, as Doris Toni Kerb in Bonn. Her father, Julius, was a merchant dealing in cloth and men’s clothing and the owner of the company “M. Meyer Nachf.” in Bonn. He lived with his wife, Johanna Lenz, at what was then number 1 Stockenstraße in downtown Bonn. The family was Jewish and also included Doris’s sister Hildegard, who was six years older.

By 1911 at the latest, Doris Kerb had become a partner at the firm Arnheim & Co., a role she would hold for many years. She married Max Kaufherr, who was thirteen years her senior, and after their wedding, they lived together in Frankfurt am Main. From then on, she served as an authorized signatory in her husband’s business, thereby assuming managerial responsibility there as well. In Frankfurt, the Kaufherr couple converted to Protestant Christianity and became members of the St. Matthäus congregation in the Gallus district.

As it became increasingly impossible for her to practice her profession due to persecution by the N**i regime, Doris Kaufherr, as its last director, took over the Niedenau retirement home. This facility, originally a Jewish retirement home located at Niedenau 25 in Frankfurt’s Westend district, was also misused by the N***s as a transit camp for Jews from Frankfurt prior to their deportation to concentration and extermination camps. Max Kaufherr died in 1941. On September 15, 1942, his widow was deported from Frankfurt to Theresienstadt in what is now the Czech Republic. On September 17, 1942, Doris Toni Kaufherr committed su***de in Theresienstadt.

[English version below] Sein Glaube und der Nationalsozialismus stellten für Johannes Volkers keinen Widerspruch dar. De...
06/10/2026

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Sein Glaube und der Nationalsozialismus stellten für Johannes Volkers keinen Widerspruch dar. Der 1878 in Oldenbrok unweit der Nordsee als Sohn der Pastorin Lamina Volkers geborene evangelische Christ studierte nach dem Abitur Theologie, unter anderem in Bonn. Einige Stationen als Pfarrer folgten, dann machte Volkers Karriere. Der Ernennung zum Oberkirchenrat im März 1934, dessen Präsident er zeitgleich wurde, folgte die Berufung zum Landesbischof von Oldenburg im August. Begleitet wurde Volkers seit der Verlobung 1911 von seiner Ehefrau, der Pastorentochter Maria Janssen.

Johannes Volkers wollte die Kirche erneuern und sah in der deutsch-christlichen Bewegung, die dem Nationalsozialismus nahestand, den Weg dazu. Dafür nahm der Pietist und orthodox Gläubige in Kauf, dass sich das Verhältnis zu vielen Pfarrern verschlechterte. Seiner Ansicht nach sollten sich die Geistlichen auf das Predigen des Evangeliums beschränken und weltliche Fragen Adolf Hi**er überlassen. Auch aus antisemitischen Ansichten machte er kein Geheimnis und war 1939 Mitbegründer des Eisenacher „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“, das etwa die Abschaffung des Alten Testamens und die Darstellung Jesu als „arischer“ Mann zu seinen Zielen zählte.

Volkers war Gegner der „bekennenden Kirche“ innerhalb der deutschen evangelischen Kirche und erst nach Ausbruch des Krieges bereit, den Weg der Befriedung mit ihr mitzugehen. Am 25.06.1944 starb er in Oldenburg. Noch in der Todesmeldung wurde sein „festes Vertrauen an den deutschen Endsieg“ betont.



For Johannes Volkers, his faith and National Socialism were not at odds with one another. Born in 1878 in Oldenbrok, not far from the North Sea, as the son of Pastor Lamina Volkers, this Protestant Christian studied theology after graduating from high school, including at the University of Bonn. He served in several pastoral posts before his career took off. His appointment as a member of the Higher Church Council in March 1934—a position in which he simultaneously became president—was followed by his appointment as regional bishop of Oldenburg in August. Volkers was accompanied by his wife, Maria Janssen, the daughter of a pastor, since their engagement in 1911.

Johannes Volkers wanted to renew the church and saw the German Christian Movement—which was closely aligned with National Socialism—as the path to achieving this. To this end, the Pietist and orthodox believer accepted that his relationship with many pastors would deteriorate. In his view, clergy should limit themselves to preaching the Gospel and leave secular matters to Adolf Hi**er. He also made no secret of his anti-Semitic views and, in 1939, co-founded the Eisenach-based “Institute for the Study and Elimination of Jewish Influence on German Church Life,” whose goals included, for example, the abolition of the Old Testament and the portrayal of Jesus as an “Aryan” man.

Volkers was an opponent of the “Confessing Church” within the German Protestant Church and was only willing to pursue a path of reconciliation with it after the outbreak of the war. He died in Oldenburg on June 25, 1944. Even in the obituary, his “firm confidence in Germany’s ultimate victory” was emphasized.

[English version below] Gerta Heymann war Bonnerin und stets von Stoffen umgeben. Geboren wurde sie am 02.10.1887 als Ge...
02/10/2026

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Gerta Heymann war Bonnerin und stets von Stoffen umgeben. Geboren wurde sie am 02.10.1887 als Gertrud Heymann in Bonn. Ihre Eltern waren der Zigarrenmacher Nathan Heymann und seine Frau Lina Isenberg. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt wohnte das Paar in der Engelthalstraße. Gerta wuchs mit ihren zwei Schwestern und zwei Brüdern in Bonn auf, sie war die Zweitjüngste der Familie. 1908 verstarb ihr Vater, der in diversen Bonner Vereinen wie dem Quartett-Verein „Freundschaftsbund“ aktiv gewesen war. Sie wählte den Beruf der Schneiderin und bestand im September 1912 ihre Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Köln. Im Jahr 1914 musste Gerta Heymann Abschied von ihrer Mutter nehmen, nur ein Jahr darauf fiel ihr Bruder Carl als Soldat im Ersten Weltkrieg.

Heymann eröffnete einen Laden als Schneiderin, den sie die meiste Zeit über in der damaligen Stockenstraße 2 betrieb. Dort führte sie unter anderem Plauener Voile-Blusen im Angebot und beschäftigte als Inhaberin mehrere andere Schneiderinnen. Eine von diesen gewann bei einer Handwerksausstellung in der Beethovenhalle den ersten Preis der Handwerkskammer.

Gerta Heymann blieb ledig. Sie wechselte 1938 an die Adresse „Am Hof 6“, bereits ein Jahr später zog sie an den Belderberg. Am 20.07.1942 wurde Gerta Heymann von Bonn aus über Köln-Deutz nach Minsk deportiert und anschließend im nahe gelegenen Malyj Trostenez ermordet. Auch ihre beiden Schwestern Helena und Hedwig überlebten die NS-Verfolgung nicht. Einzig Bruder Gerson gelang rechtzeitig die Ausreise nach Belgien. Er lebte später mit seiner Familie in den USA.

Bild: Alex Akindinov (CC BY-SA 4.0)



Gerta Heymann was from Bonn and was always surrounded by fabrics. She was born on October 2, 1887, as Gertrud Heymann in Bonn. Her parents were the cigar maker Nathan Heymann and his wife, Lina Isenberg. At the time of her birth, the couple lived on Engelthalstraße. Gerta grew up in Bonn with her two sisters and two brothers; she was the second-youngest in the family. In 1908, her father, who had been active in various Bonn clubs such as the “Freundschaftsbund” quartet club, passed away. She chose to become a seamstress and passed her master’s examination before the Chamber of Crafts in Cologne in September 1912. In 1914, Gerta Heymann had to say goodbye to her mother; just one year later, her brother Carl was killed in action as a soldier in World War I.

Heymann opened a tailor shop, which she operated for most of the time at what was then 2 Stockenstraße. There, among other things, she sold Plauen voile blouses and, as the owner, employed several other seamstresses. One of them won first prize from the Chamber of Crafts at a craft exhibition in the Beethovenhalle.

Gerta Heymann remained unmarried. In 1938, she moved to “Am Hof 6,” and just one year later, she moved to Belderberg. On July 20, 1942, Gerta Heymann was deported from Bonn via Cologne-Deutz to Minsk and subsequently murdered in nearby Malyj Trostenez. Her two sisters, Helena and Hedwig, also did not survive N**i persecution. Only her brother Gerson managed to flee to Belgium in time. He later lived with his family in the United States.

[English version below] Fast diplomatischen Charakter hatte der Schieß-Wettkampf, den Bonner Studenten am 29.09.1937 geg...
29/09/2026

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Fast diplomatischen Charakter hatte der Schieß-Wettkampf, den Bonner Studenten am 29.09.1937 gegen Ungarn austrugen. Vor den Augen von Vertretern aus Staat, Wehrmacht und NSDAP hatte sich im Wesentlichen die Fünfermannschaft zusammengefunden, die kurz zuvor in Paris bei der akademischen WM angetreten war. Schon damals waren vier von fünf Schützen von der Universität Bonn entsandt worden, die als einzige deutsche Hochschule Fernwettkämpfe mit ausländischen Universitäten wie Cambridge oder Athen durchführte.

In Paris hatte sich die deutsche Mannschaft der ungarischen mit zwei Ringen Rückstand knapp geschlagen geben müssen, eine Niederlage, die spürbar am Überlegenheitsgefühl der Deutschen kratzte. Noch an Ort und Stelle wurde eine Revanche vereinbart. Da es allerdings unrealistisch erschien, noch einmal alle Schützen an Ort und Stelle zusammenzubringen, vereinbarte man ein paralleles Fernschießen, bei dem Vertrauenspersonen das jeweils gegnerische Schießen überwachten und anschließend die Ringzahl übermittelt wurde.

Die Bonner Mannschaft, unterstützt wie bei der WM von einem Schützen aus Wolfenbüttel, schoss in der Anlage am Tannenbusch unter Aufsicht des Bonner OIympia-Teilnehmers Emil Martin. Sie erreichte ein Ergebnis zwischen 1923 und 1940 Ringen (die Quellen sind sich uneinig), musste dann jedoch einige Tage auf das Ergebnis aus Ungarn warten. Schließlich war der Jubel bei den Deutschen groß. Die Ungarn kamen nur auf 1900 Ringe. Schnell wurde die Niederlage in Paris als nicht leistungsgerechter Ausrutscher abgetan. Ein Ergebnis, das auch den staatlichen Vertretern sehr gelegen kam.



The shooting competition that Bonn students held against Hungary on September 29, 1937, took on an almost diplomatic character. In the presence of representatives from the government, the Wehrmacht, and the NSDAP, the team—essentially the same five-member squad that had recently competed in the Academic World Championships in Paris—had gathered. Even back then, four of the five shooters had been sent by the University of Bonn, which was the only German university to hold long-distance competitions with foreign universities such as Cambridge or Athens.

In Paris, the German team had suffered a narrow defeat to the Hungarian team by a margin of two rings—a loss that noticeably dented the Germans’ sense of superiority. A rematch was agreed upon right then and there. However, since it seemed unrealistic to bring all the shooters together in person again, they agreed to a parallel long-distance shooting competition in which trusted representatives would oversee the opposing team’s shooting and subsequently report the scores.

The Bonn team, supported—as it had been at the World Championships—by a shooter from Wolfenbüttel, competed at the Tannenbusch range under the supervision of Bonn’s Olympic athlete Emil Martin. They achieved a score between 1,923 and 1,940 rings (sources differ), but then had to wait several days for the results from Hungary. In the end, the Germans celebrated wildly. The Hungarians scored only 1,900 rings. The defeat in Paris was quickly dismissed as an unexpected slip-up that did not reflect their true ability—a result that also suited government officials very well.

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