17/09/2026
Seit Langem hegte Anton Elfring (geb. 1949) den Wunsch, den Ort zu besuchen, an dem sein Vater Simen (1919-1991) am Ende des Kriegs hatte Zwangsarbeit leisten müssen: die Baustelle des Bunkers „Valentin“ im Norden Bremens.
Im August 2026 reiste der fast 80jährige mit seiner Ehefrau Ria, ihrem Sohn Sander und dessen Ehefrau Daniela für einen Tag nach Farge, auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die sie dem (Groß-)Vater nie stellen konnten. Sehr wenig wissen die Elfrings über den Zwangsarbeitseinsatz von Simen, den die NS-Bürokratie unter dem Vornamen „Simon“ registriert hatte. Vor seinen
Kindern hatte der Vater nie über die Kriegsjahre und das damals erlittene Leid gesprochen. Einem in den Arolsen Archives aufbewahrten Personalienbuch der Organisation Todt konnte die Familie lediglich entnehmen, dass der als Maurer angelernte Simen auf der Südseite der Bunkerbaustelle eingesetzt war. Doch wie und über welche Stationen er dahin kam, wie lange er dort tätig war und wie er das Kriegsende erlebte, darüber können auch wir leider keine Auskunft geben. Für die Familie war es aber von großer
Wichtigkeit, den Ort zu entdecken, an dem der junge Simen Unrecht erlebt hatte. „Man fühlt die Tränen“, fasste Ria, die Frau von Anton zusammen.
Fotos:
Besuch der Familie Elfring am Denkort Bunker Valentin am 16. August 2026
(v.l.n.r. Daniela, Schwiegertochter von Ria und Anton Elfring, Sohn Sander)
© Denkort Bunker Valentin / LzpB Bremen, Foto: Fred Schlichting
Simen und Antonia am Hochzeitstag, 27. April 1946, © Familienarchiv
Simen Elfring wurde Vater von 4 Kindern. o.D. © Familienarchiv