05/03/2026
Da im Rahmen unserer Sonderausstellung so viele gute Jeansgeschichten erzählt wurden und die Gewinnerjeans bereits abgeholt wurde, möchte Ruedi Karrer noch vier seiner Lieblingsgeschichten mit kleinen persönlichen Geschenken honorieren. Und hier sind sie:
- Die Jeans wurde von einem damals 18-Jährigen gekauft. Er hat lange in der Werkstatt seines Onkels gearbeitet, um sich eine echte Levi's Jeans kaufen zu können. Er verbrachte seine Jugend quasi in dieser Hose. Sie war sein ganzer Stolz. Man kann ihr auch ansehen, dass sie viel erlebt hat. Das Arbeiten in der Werkstatt, wodurch die Flecken auf den Oberschenkeln zustande kamen. Oder die Risse im Schritt oder am Knie, die durch seine wilden Abenteuer mit seinen Freunden gekommen sind. Und weil er immer wieder sein Werkzeug vergessen hat, hat er es immer wieder mit einem Stück Kordel an der Gürtelschlaufe befestigt.
- Ich habe meine Jeansjacke wegen fehlender Taschen mit Gesäßtaschen einer 501 vorne versehen, zusätzlich die Gürtelschlaufen an die Jacke genäht. Aus dem Rest der 501 zwei Innentaschen gemacht und 1 Krawatte mit dem roten Patch Logo. Meine Mutter wollte dieses Stück nicht waschen. So habe ich waschen gelernt! Die Jacke ist leider verschollen.
- Ein junger Bursche arbeitete in einer Werkstatt für Autos und Motorräder. Die beiden Risse zog er sich beim Schrauben zu, als er an scharfen Gegenständen hängen blieb. Nicht nur auf der Jeans, sondern auch auf seiner Haut blieb eine Narbe zurück, die seine Geschichte erzählt. Nach diesem Arbeitstag fuhr er nach Hause mit dem Motorrad über staubige und dreckige Straßen, welche die Hose färbte. Das Geld, das er an dem Tag verdiente, steckte er sich in die hintere rechte Hosentasche, ohne zu bemerken, dass diese ein Loch hatte…
- Die Jeans eines Arbeiters, getragen um zu funktionieren. Das tat sie, bis sie am Ende nach gut 25 Jahren Tragekomfort in einer amerikanischen Mülltonne landete. Ein deutscher Tourist entdeckte sie und konnte sie nicht liegen lassen. Er war begeistert von der Patina der ungewaschenen Hose. Also brachte er sie mit nach Deutschland und erfreute sich immer wieder an ihrem Aussehen.