03/04/2026
KARFREITAG
Am Karfreitag war es in der Donsbrügger Schmiede Brauch, die Schmiede zu kalken. Die Leidenswerkzeuge Christi, Hammer - Nägel - Zange, wurden nicht benutzt.
Karfreitag in der Schmiede
Am schwarzen Herd erlischt die Glut,
der Blasebalg steht still und ruht,
kein Funken springt, kein Eisen glüht,
als ob die Zeit den Atem zieht.
Der Hammer hängt, die Zange schweigt,
kein Schlag, der auf den Amboss steigt,
kein Nägelklang, kein rauher Ton,
nur Stille in der Esse Thron.
Die Wände trägt ein weißer Schein,
der Kalk zieht frisch ins Mauerwerk ein,
als wolle Reinheit leis´und sacht
die Arbeit für den Tag vollbracht.
Man rührt nicht an, was Eisen ist,
heut, da man still den Herrn gedenkt,
der einst für uns am Kreuz gericht´,
und doch in Leid uns Hoffnung schenkt.
So geht kein Werk aus dieser Hand,
kein Funken fliegt durch Dorf und Land,
nur leise senkt sich Feierabend
auf Schmied und Haus.
Und zwischen Ruß und weißem Stein
zieht Andacht still ins Haus hinein:
Dass, was aus Feuer einst geschah,
heut in der Stille heilbar war.