13/04/2026
Der Montag nach dem Weißen Sonntag gilt in Cochem als höchster Feiertag: der Knipp-Montag.
Der Überlieferung nach spielte sich seine Entstehung in einer Zeit ab, als Burgen nicht nur Herrensitze, sondern auch militärische Stützpunkte waren. Sie dienten dazu, Bewegungen im Land zu überwachen, Angriffe früh zu erkennen und sich im Ernstfall zu verteidigen, bis Verstärkung eintraf.
So soll ein Burgknecht der Reichsburg Cochem an einem Weißen Sonntag , dem ersten Sonntag nach Ostern, in das Dorf Faid geritten sein, um seine Liebste zu besuchen. Dort bemerkte er bewaffnete Fremde und erfuhr von einem geplanten Angriff auf die Burg. Ohne zu zögern ritt er zurück, schlug Alarm und warnte die Burgmannen.
Diese rüsteten sich sofort zur Verteidigung. Als die Angreifer am nächsten Morgen die Burg stürmen wollten, trafen sie auf entschlossenen Widerstand. Der Überlieferung nach zogen sie sich nach blutigen Verlusten eilig wieder zurück.
Aus Dankbarkeit für Wachsamkeit und Tapferkeit seiner Männer soll der Burgherr daraufhin einen besonderen Feiertag bestimmt haben: den Montag nach dem Weißen Sonntag, für Burg und Stadt auf alle Zeit.
Seitdem, so erzählt man in Cochem, ziehen die Bürgerinnen und Bürger mit Körben voller Speisen und Krügen voller Wein zu einer Wiese oberhalb der Burg, der sogenannten „Knipp“. Dort, wo sich einst die Angreifer gesammelt haben sollen, wird gemeinsam gegessen, getrunken, gesungen und gefeiert.
So lebt der Knipp-Montag bis heute als besonderes Stück Cochemer Tradition fort.