23/04/2026
Die preußische Landjägerei
Neben der kommunalen Polizei und der staatlichen Schutzpolizei gab es in Preußen zu Zeiten der Weimarer Republik noch die Landjägerei. Diese ging 1920 aus der königl. preuß. Landgendarmerie hervor und verlor dabei ihren Kombattantenstatus.
Das Einsatzgebiet der Landjägerei erstreckte sich über die ländlichen Gemeinden. Ihre Aufgaben beinhalteten neben den klassischen hoheitlichen Polizeiaufgaben und der Grenzsicherung (nicht zu verwechseln mit der Kontrolle des Grenzverkehrs) auch einen größeren Anteil im Bereich der Veterinärmedizin, verglichen mit der Schutzpolizei.
Der Dienst wurde überwiegend als Einzeldienst ausgeübt. Es wurde unterschieden zwischen den Landjägern zu Pferd und Landjägern zu Fuß. Letztere waren zumeist mit Fahrrädern ausgestattet. Diese Notwendigkeit ergab sich aufgrund der Größe der jeweiligen Einsatzgebiete.
Hier dargestellt ist ein Beamter im Dienstgrad eines Oberlandjägers 1925.
Die Uniform ist aus graugrünem Wolltuch gefertigt. Als Oberbekleidung wird eine Litewka mit dunkelgrünem Kragen und roter Paspelierung getragen, dazu eine lange Tuchhose ohne Paspelierung. Auf dem Kopf wird eine Schirmmütze mit einem Band aus dunkelgrünem Tuch und roter Paspelierung getragen, welche mit der preußischen Landeskokarde besetzt ist.
Die Achselstücke bestehen aus vier mit grüner Seide durchwirkten Goldplattschnüren auf dunkelgrüner Unterlage und einem silbernen Abzeichenstern.
Das Koppel ist untergeschnallt. Die Bewaffnung besteht aus einem Säbel und einer Pistole 7.65 für den Dienst am Heimatort oder der P08 für außerhalb .
Das Schuhwerk ist geschwärzt.
Ein Tschako wird für die Landjägerei erst 1926 eingeführt. Er besteht aus braunem Leder, ist mit graugrünem Tuch bezogen und goldfarbenen Metallteilen besetzt. Die Einführung erfolgt nur sehr schleppend, weswegen lange Zeit nur die Schirmmütze auf der Straße zu sehen ist.
Ein entsprechender Tschako befindet sich derzeit nicht in unserer Sammlung.
Auf die weiteren Änderungen an der Uniform ab 1928 gehen wir sobald vorhanden in Folgebeiträgen ein.
Gez. Dirk, Oberlandjäger