29/05/2026
Auch an diesem Freitag präsentieren unsere Keyworker*innen Euch einen Ausschnitt ihrer Arbeit mit eigener Beschreibung! Wir widmen uns heute erneut einer bedeutenden Abteilung des Stadtmuseums Düsseldorf: der Bibliothek📚.
Es geht um ein Highlight aus unseren Beständen: die sogenannten "Mumiendrucke".
Im 19. Jahrhundert gab es einen regelrechten Mumienboom: In England feierte die gehobene Gesellschaft „Mumienauswickelpartys“, bei denen die Bandagen vor den Gästen entfernt wurden. Zudem stellte man aus den Toten Künstlerfarbe („Mumienbraun“, verkauft bis 1933) und Arzneipulver („Mumia“, verkauft bis 1924) her. In den USA kamen Gerüchte auf, dass aus ägyptischen Mumienbändern billiges Papier hergestellt wurde.
Die Bibliothek des Stadtmuseums besitzt nur „unechte“ Mumiendrucke. Damit wird eine spezielle Drucktechnik aus dem 19. Jahrhundert bezeichnet, bei der Papier künstlich gealtert und vermodert gestaltet wird. Der Düsseldorfer Künstler Carl Maria Seyppel (1847-1913) beispielsweise franste die Seiten absichtlich aus, machte sie fleckig oder bearbeitete sie mit Sand und Algen, so dass sie wie antike Fundstücke wirkten. Wegen ihrer Erzählweise gelten sie als frühe Vorläufer des modernen Comic Strips. Die Bibliothek besitzt mehrere dieser Drucke. Wir zeigen euch zwei Beispiele.
Hast Du Interesse an Keywork?
Nähere Informationen findest Du auf der Homepage:
https://www.duesseldorf.de/stadtmuseum/keyworker
Informationen auch per Email: [email protected]
Unter dem Hashtag sind alle Beiträge zu dieser Serie abrufbar.
Text und Fotos: Rainer Weber
Bildnachweise:
Bild 1: Die Plagen : aufgeschrieben und abgemalt bei dem Auszuge der Juden aus
Aegypten / von C. M. Seyppel, Hofmaler und Poet der seligen Majestät König
Rhampsinit III. - Düsseldorf : Bagel, [1884]
Bild 2: Allerneueste Königinhofer Handschrift : tschechische Geschichten aus
Tausend und Einer Nacht = Nejnovějši rukopis Královédvorský / [Joseph Willomitzer].
– Düsseldorf : Bagel, [1889]. - S. 535 – 572