Erinnerungsort Topf & Söhne

Erinnerungsort Topf & Söhne Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz
Ein Geschichtsmuseum der Landeshauptstadt

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“❗...
27/05/2026

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“

❗️ 31. Mai, 15 Uhr (Dauer: 120 Min.)

Die Führung ist kostenfrei, eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

🏫 Der ehemalige Firmensitz von J. A. Topf & Söhne ist ein historischer Ort der Mittäterschaft der Industrie am Holocaust. Das Unternehmen stellte der SS leistungsstarke Öfen für die Beseitigung der Leichen in den Konzentrationslagern zur Verfügung und zögerte nicht, technische Lösungen zur „Optimierung“ des Mordens im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu liefern.

👣 In der Führung, die Teile des Außengeländes und die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“ umfasst, steht die Auseinandersetzung mit zentralen historischen Dokumenten im Zentrum der Betrachtung. Es geht sowohl um die Motive der beteiligten Firmenchefs, Ingenieure, Monteure und Kaufleute als auch um ihre Handlungsoptionen. Die Besucher*innen haben dabei die Möglichkeit, sich über die Geschichte der Firma Topf & Söhne und deren Geschäftsbeziehungen zur SS zu informieren und die durch die Ausstellung aufgeworfene Frage nach der Verantwortung des einzelnen Menschen im beruflichen Alltag im Gespräch zu reflektieren.

BUNT WIE DIE NACHT – LANGE NACHT DER MUSEEN IM ERINNERUNGSORT TOPF UND SÖHNEUnter diesem Motto senden die Erfurter Musee...
22/05/2026

BUNT WIE DIE NACHT – LANGE NACHT DER MUSEEN IM ERINNERUNGSORT TOPF UND SÖHNE

Unter diesem Motto senden die Erfurter Museen zur Langen Nacht am 29. Mai eine fröhliche Botschaft der Vielfalt und Demokratie in die Stadt: Sie laden in die Erfurter Museen und Galerien zu einer Nacht ein, die so bunt ist wie das Leben. Kunstwerke, Exponate und Geschichten entführen in eine unbekannte Welt, inspirieren zum Entdecken und ermutigen: Kunst und Kultur stehen für Freiheit und eigenes Denken und die Einzigartigkeit im Verschiedenen, die uns Menschen ausmacht.

👉 Programm auf den Kacheln

❗Lange-Nacht-Ticket erforderlich! Auch an der Abendkasse im Erinnerungsort Topf und Söhne erhältlich.

WIE ANTISEMITISMUS MIT BILDUNG BEGEGNEN?❗Pressevorstellung der neuen multimedialen und online abrufbaren Unterrichtsmate...
12/05/2026

WIE ANTISEMITISMUS MIT BILDUNG BEGEGNEN?
❗Pressevorstellung der neuen multimedialen und online abrufbaren Unterrichtsmaterialien "Antisemitismus als Menschenfeindlichkeit. Miriams Tagebuch, ein Zeugnis nationalsozialistischer Verfolgung und jüdischer Selbstbehauptung"

Antisemitismus ist eine alte Form der Menschenfeindlichkeit. Er richtet sich gegen Jüdinnen und Juden, beruht jedoch nicht auf ihrem Verhalten, sondern auf jahrhundertealten Vorurteilen, Stereotypen und Verschwörungsmythen.

❓ Wie kann Bildung dieser vielschichtigen und wandelbaren Form der Menschenfeindlichkeit begegnen? Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, den Omas gegen Rechts Erfurt e.V. und dem Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne e.V. hat der Erinnerungsort Topf & Söhne neue multimediale Unterrichtsmaterialien entwickelt. Grundlage ist die Sonderausstellung „Miriams Tagebuch. Die Geschichte der Erfurter Familie Feiner“, die seit 2023 gezeigt wird.
Im Mittelpunkt stehen Dokumente der Familie Feiner aus verschiedenen Zeiten: das 1935 in Erfurt begonnene und 1939 in Palästina beendete Tagebuch von Marion Feiner, später Miriam Ziv, ein Brief an eine Erfurter Schülerinnengruppe aus dem Jahr 2000, autobiografische Texte sowie Videosequenzen ihres Enkels Yonathan (Yoni) Saly, der 2025 zur Stolpersteinverlegung nach Erfurt kam. Die Eltern Joseph und Adele Feiner konnten nicht nach Palästina fliehen und wurden nach ihrer Abschiebung in Polen ermordet.

📄 Mit Arbeitsblättern, Hintergrundtexten und multimedialen Quellen lernen Schülerinnen und Schüler die Folgen des nationalsozialistischen Antisemitismus sowie Palästina/Israel als Zufluchtsort kennen. Der Zugang über die Erfahrungen einer jüdischen Jugendlichen ermöglicht ein kritisches Geschichtsbewusstsein für historischen und aktuellen Antisemitismus.

👩‍🏫 Das Bildungsangebot ist als 135-minütiger Workshop für Klassen ab Stufe 8 konzipiert und eignet sich für Geschichts-, Ethik- und Sozialkundeunterricht sowie Projekttage und außerschulische Bildungsarbeit. Materialien und Web-App stehen online bereit.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bücher aus dem Feuer

GEDENKENDer Beginn der Deportation der Thüringer Jüdinnen und Juden vor 84 JahrenÜber 6.000 Jüdinnen und Juden lebten vo...
10/05/2026

GEDENKEN

Der Beginn der Deportation der Thüringer Jüdinnen und Juden vor 84 Jahren

Über 6.000 Jüdinnen und Juden lebten vor 1933 im Gebiet des heutigen Thüringen. Die Synagogen in Eisenach, Erfurt, Gera, Gotha, Meiningen, Nordhausen und anderen Gemeinden prägten das Stadtbild, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung wurde von jüdischen Bürgerinnen und Bürger mitgestaltet. Dieses reiche jüdische Leben wurde im Nationalsozialismus zerstört. 1933 setzte die systematische staatliche und gesellschaftliche Entrechtung, Beraubung und Vertreibung ein.

Nach Kriegsbeginn 1939 wurden in Thüringen wie überall im Deutschen Reich Jüdinnen und Juden gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in „Judenhäusern“ unter schlechten Bedingungen zu leben. Dort erreichte sie wenige Tage vor der Deportation die Ankündigung, sich am 9. Mai 1942 an Sammelplätzen in ihrer jeweiligen Stadt einfinden zu müssen. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai – heute vor 83 Jahren – zusammen mit Jüdinnen und Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Bełżyce verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kindern aus Thüringen wurden in Bełżyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet. Nur eine junge Frau überlebte. Am 19. September 1942 wurden weitere 364 jüdische Menschen aus 38 Thüringer Orten in das KZ Theresienstadt deportiert. Viele von ihnen wurden später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet, das vom Erfurter Unternehmen J. A. Topf & Söhne mit Leichenverbrennungsöfen und Lüftungstechnik für die Gaskammern beliefert wurde.

8. MAI – TAG DER BEFREIUNG VOM NATIONALSOZIALISMUSDer Erinnerungsort ist dabei, wenn in Erfurt und ganz Thüringen wieder...
08/05/2026

8. MAI – TAG DER BEFREIUNG VOM NATIONALSOZIALISMUS

Der Erinnerungsort ist dabei, wenn in Erfurt und ganz Thüringen wieder am 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkriegs, mit GOLD STATT BRAUN und ERFURT GLÄNZT ein gemeinsames Zeichen gesetzt wird. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma J.A. Topf & Söhne schmücken wir mit goldenen Rettungsdecken in den Fenstern der zweiten Etage.

Gedenken bedeutet aktive Verantwortung. Wer den 8. Mai erinnert, erinnert immer auch an die Verpflichtung, Demokratie, Vielfalt und Solidarität heute zu schützen – gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Positionen wieder an Einfluss gewinnen und Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus lauter werden.

Die Aktion steht für eine gemeinschaftliche und solidarische Antwort aus der Kunst- und Kulturlandschaft auf Versuche rechter Gruppierungen und Parteien, Menschen auszugrenzen, Hass zu säen und Kultur zu beschneiden.

NACHLESE❗️Vor zwei Wochen wurde anlässlich des 10. Todestages von Gert Schramm in der Gert-Schramm-Straße eine Stele zu ...
02/05/2026

NACHLESE
❗️Vor zwei Wochen wurde anlässlich des 10. Todestages von Gert Schramm in der Gert-Schramm-Straße eine Stele zu seinem Gedenken feierlich enthüllt.

🎶 Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich etwa 50 Erfurterinnen und Erfurter an der neuen Gedenkstele versammelt. Der Erfurter Rapper MBP – Michael Blanco Perez, selbst mit kubanischen Wurzeln wie Gert Schramm, eröffnete die Veranstaltung und verlieh ihr mit Songs über eigene Rassismuserfahrungen eine eindringliche und persönliche Perspektive.

🗣️ In seinem Grußwort bezeichnete Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Umwelt der Stadt Erfurt, die Einweihung nicht als Abschluss, sondern als „Meilenstein“. Er würdigte insbesondere die Initiativen Decolonize und Schwarze Menschen in Deutschland, die den Umgang mit dem kolonialen Erbe der Stadt nachhaltig in den öffentlichen Fokus gerückt haben.

Bernd Schramm, Sohn von Gert Schramm, nahm als Ehrengast an der Veranstaltung teil. Er dankte im Namen der Familie für die Ehrung seines Vaters und betonte die Bedeutung der Stele als Zeichen gegen Rassismus und Faschismus. Er schloss seine Ansprache mit Worten des Gedenkens für die Ermordeten und Überlebenden des KZ Buchenwald.
Durch das Programm führte Prof. Dr. Annegret Schüle, die Kuratorin der Stele. Sie verwies auf den langen und teils kontroversen Prozess der Auseinandersetzung in der Umbenennungsdebatte und unterstrich zugleich, wie wichtig es ist, das Leben und Wirken Gert Schramms sichtbar zu machen. Zudem lenkte sie den Blick noch einmal auf Joachim Nettelbeck: Erst die intensive Debatte in Erfurt habe seiner Beteiligung an Kolonialismus und Versklavung die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit verschafft.

📰 Zeitgleich zur Einweihung wurde auf der Website des Erinnerungsortes Topf & Söhne ein offenes digitales Archiv freigeschaltet. Es dokumentiert den Diskurs rund um die Umbenennung mit Beiträgen aus der Wissenschaft, den Initiativen, der Stadtgesellschaft und den Medien und inspiriert damit zur weiteren Auseinandersetzung. Zu finden ist es unter www.topfundsoehne.de/ts153242
Banderolen an den Straßenschildern des Nettelbeckufers verweisen mit einem QR-Code auf das Archiv.

Fotos: Daniel Santana@ #

GESCHICHTE INKLUSIV: Öffentliche Führung in Leichter Sprache durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“⏰ 6. ...
30/04/2026

GESCHICHTE INKLUSIV: Öffentliche Führung in Leichter Sprache durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“

⏰ 6. Mai, 10 Uhr (Dauer 120 min)

Das barrierefreie Angebot will insbesondere Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und Menschen mit Sprachbarrieren über die Geschichte des Nationalsozialismus und der Beteiligung der Erfurter Firma J. A. Topf & Söhne an den Massenverbrechen aufklären und damit Teilhabe an historisch-politischer Bildung ermöglichen.

Die Firma J. A. Topf & Söhne baute Leichenverbrennungsöfen für Buchenwald und andere Konzentrationslager und beteiligte sich mit ihrer Technik am Völkermord an Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma in Auschwitz. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Firmengelände der Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz.

Menschen mit Behinderungen werden immer öfter Ziel menschenverachtender und rechtsextremistischer Tendenzen in der Gesellschaft. Ihre Teilhabe an der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stärkt sie darin, diesen Angriffen auf ihre Menschenwürde und ihre Menschenrechte selbstbestimmt und aktiv begegnen zu können.

Eine Anmeldung für die Führung wird erbeten an: [email protected]

Foto: Boris Hajduković

In Zusammenarbeit mit
Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen

VORTRAG ZU TRANSIT GHETTOS Bełżyce – 84 Jahre nach der ersten großen Deportation von Jüdinnen und Juden aus Thüringenvon...
28/04/2026

VORTRAG ZU TRANSIT GHETTOS Bełżyce – 84 Jahre nach der ersten großen Deportation von Jüdinnen und Juden aus Thüringen

von Dr. Andreas Kahrs, Historiker und Geschäftsführer der NGO what matters

❗ Die erste große Deportation der Jüdinnen und Juden vor 84 Jahren am 9./10. Mai 1942 war der Beginn des Holocaust in Erfurt und Thüringen. Nach Kriegsbeginn am 1. September 1939 waren im preußischen Erfurt und im Land Thüringen wie überall im Deutschen Reich die Jüdinnen und Juden gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in „Judenhäusern" unter schlechten Bedingungen zu leben. Dort erreichte sie wenige Tage vor der Deportation die Ankündigung, sich am 9. Mai 1942 an Sammelplätzen in ihrer jeweiligen Stadt einfinden zu müssen. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Jüdinnen und Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Bełżyce, einer Landgemeinde westlich von Lublin, verschleppt.

☝ Die polnischen Einwohnerinnen und Einwohner von Bełżyce waren etwa zur Hälfte jüdisch. Wie auch die anderen Ghettos in der Region war das Ghetto Bełżyce überfüllt, es herrschten Hunger und Krankheiten. Um dort im Mai 1942 Platz für die deutschen Jüdinnen und Juden aus Thüringen und Sachsen zu schaffen, wurden hunderte polnische Jüdinnen und Juden in das Konzentrationslager Majdanek gebracht. Auch fast alle der 513 aus Thüringen deportierten Männer, Frauen und Kinder wurden wenige Monate nach ihrer Ankunft in Bełżyce oder einem Lager in der Region ermordet. Nur eine junge Frau, Hannelore Wolf, nach Heirat und Emigration in die USA Laura Hilmann, überlebte.

👨‍🎓 Andreas Kahrs studierte in Hamburg und Kraków und promovierte an der Humboldt-Universität. Als Geschäftsführer der NGO what matters liegt sein Schwerpunkt auf Forschungs- und Bildungsprojekten zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Erinnerung an den Holocaust insbesondere in Mittel- und Osteuropa. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit der Geschichte der „Aktion Reinhardt", der systematischen Ermordung der Jüdinnen, Juden und Roma im deutsch besetzten Polen.

👉 Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bücher aus dem Feuer

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“❗...
22/04/2026

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“

❗️26. April, 15 Uhr (Dauer: 120 Min.)

Die Führung ist kostenfrei, eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

🏫 Der ehemalige Firmensitz von J. A. Topf & Söhne ist ein historischer Ort der Mittäterschaft der Industrie am Holocaust. Das Unternehmen stellte der SS leistungsstarke Öfen für die Beseitigung der Leichen in den Konzentrationslagern zur Verfügung und zögerte nicht, technische Lösungen zur „Optimierung“ des Mordens im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu liefern.

👣 In der Führung, die Teile des Außengeländes und die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“ umfasst, steht die Auseinandersetzung mit zentralen historischen Dokumenten im Zentrum der Betrachtung. Es geht sowohl um die Motive der beteiligten Firmenchefs, Ingenieure, Monteure und Kaufleute als auch um ihre Handlungsoptionen. Die Besucher*innen haben dabei die Möglichkeit, sich über die Geschichte der Firma Topf & Söhne und deren Geschäftsbeziehungen zur SS zu informieren und die durch die Ausstellung aufgeworfene Frage nach der Verantwortung des einzelnen Menschen im beruflichen Alltag im Gespräch zu reflektieren.

EINWEIHUNG DER GEDENKSTELE FÜR GERT SCHRAMM, SCHWARZER ÜBERLEBENDER DES KZ BUCHENWALD, AN SEINEM 10. TODESTAG🏡 Gert Schr...
09/04/2026

EINWEIHUNG DER GEDENKSTELE FÜR GERT SCHRAMM, SCHWARZER ÜBERLEBENDER DES KZ BUCHENWALD, AN SEINEM 10. TODESTAG

🏡 Gert Schramm wurde am 25. November 1928 am Nettelbeckufer in Erfurt geboren, wo seine Mutter Marianne lebte. Sein Vater Jack Brankson war ein afroamerikanischer Ingenieur aus Kalifornien, der zwei Jahre in Erfurt eine Eisenbahnbrücke baute.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde Gert von seinem Lehrer aus rassistischen Gründen gedemütigt und ausgegrenzt. Er brach schließlich die Schule ab und begann, in einer Autowerkstatt in Langensalza zu arbeiten. Am 6. Mai 1943 kam Gert mit nur 14 Jahren in „Schutzhaft". Zwei Gestapo-Männer nahmen ihn an seinem Arbeitsplatz fest und brachten ihn auf die Polizeiwache und anschließend in das Polizeigefängnis auf dem Petersberg. Er blieb dort für fünf Monate in Einzelhaft, ohne zu wissen, warum. Im Juli 1944 wurde Gert Schramm in das KZ Buchenwald verschleppt und musste dort schwere Zwangsarbeit im Steinbruch leisten. Sein Vater wurde 1943 bei einem Besuch in Deutschland verhaftet und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Gert Schramm wurde im Alter von 16 Jahren am 11. April 1945 in Buchenwald befreit.
2011 veröffentlichte er über seine Geschichte das Buch Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. Mein Leben in Deutschland, damit Jugendliche aus der Vergangenheit lernen können. 2014 wurde er für sein Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Er starb am 18. April 2016 in Eberswalde.

👉 Hier weitere Infos zu seinem Lebensweg: https://t1p.de/Gert-Schramm

❗️ 2020 forderten die Initiativen Decolonize Erfurt und Schwarze Menschen in Deutschland, das Nettelbeckufer aufgrund von Joachim Nettelbecks Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel in Gert-Schramm-Ufer umzubenennen, was eine intensive öffentliche Debatte auslöste. Im Ergebnis blieb das Nettelbeckufer, durch die Umbenennung der angrenzenden Karlstraße in Gert-Schramm-Straße wurde jedoch in Erfurt zum ersten Mal ein Schwarzer Deutscher mit einem Straßennamen geehrt.
Ein digitales Archiv des Erinnerungsortes Topf & Söhne dokumentiert den Diskurs: www.topfundsoehne.de/ts153178

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“❗...
23/03/2026

ÖFFENTLICHTE FÜHRUNG durch die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“

❗️29. März, 15 Uhr (Dauer: 120 Min.)

Die Führung ist kostenfrei, eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

🏫 Der ehemalige Firmensitz von J. A. Topf & Söhne ist ein historischer Ort der Mittäterschaft der Industrie am Holocaust. Das Unternehmen stellte der SS leistungsstarke Öfen für die Beseitigung der Leichen in den Konzentrationslagern zur Verfügung und zögerte nicht, technische Lösungen zur „Optimierung“ des Mordens im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu liefern.

👣 In der Führung, die Teile des Außengeländes und die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“ umfasst, steht die Auseinandersetzung mit zentralen historischen Dokumenten im Zentrum der Betrachtung. Es geht sowohl um die Motive der beteiligten Firmenchefs, Ingenieure, Monteure und Kaufleute als auch um ihre Handlungsoptionen. Die Besucher*innen haben dabei die Möglichkeit, sich über die Geschichte der Firma Topf & Söhne und deren Geschäftsbeziehungen zur SS zu informieren und die durch die Ausstellung aufgeworfene Frage nach der Verantwortung des einzelnen Menschen im beruflichen Alltag im Gespräch zu reflektieren.

Adresse

Sorbenweg 7
Erfurt
99099

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 18:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+493616551681

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