14/10/2026
Heute erinnern wir an das Leben von Maria Geis, geboren am 14. Oktober 1887 als Maria Bergmann in Karlsruhe. Sie war verheiratet und lebte mit ihrem Ehemann und den vier gemeinsamen Kindern in der Freiburger Gartenstraße 17.
Nach der Geburt ihres vierten Kindes ging es ihr gesundheitlich schlechter. Ab 1920 war sie in der Psychiatrischen Anstalt in Konstanz-Reichenau in Behandlung. 1923 erfolgte die Verlegung in die „Heil- und Pflegeanstalt“ Emmendingen.
In der NS-Zeit wurden Patient*innen solcher Einrichtungen im Rahmen der „Aktion T4“ von speziellen Gutachtern ausgewählt und ab 1940 in Tötungsanstalten ermordet.
Maria Geis wurde am 26. Juli 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck „verlegt“ und dort am selben Tag in einer Gaskammer ermordet. Sie wurde 52 Jahre alt.
Ihre Tochter erhielt kurze Zeit später einen Brief aus der „Landes-Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein bei Pirna“, also einer ganz anderen Einrichtung. Der Brief informierte sie, dass ihre Mutter dort nach einer Krankheit gestorben sei. Das sollte den Mord verschleiern.
Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.
Fotos: Privatarchiv Geis.