Heimatverein Gronau e.V.

Heimatverein Gronau e.V. Der Heimatverein Gronau e. V. befasst sich mit Heimatkunde und Heimatpflege. Er will dabei Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen und weiterentwickeln.

Der Gronauer Heimatverein hat sich zum Ziel gesetzt hat, Besonderheiten und Traditionen der Stadt und Region zu pflegen, zu bewahren und zu fördern. Sein Anliegen ist es, Gronauer Interessen bei der politischen Willensbildung zu vertreten, für den Erhalt historischer Gebäude Einzutreten, das Ortsbild zu verschönern sowie in enger Kooperation mit dem Stadtarchiv die Heimatgeschichte aufzuarbeiten und auf vielfältige Weise lebendig zu erhalten.

Bild des Monats Juni 2026Die Postkartenansicht aus dem Jahr 1958 zeigt die an der Kaiserstiege gelegene katholische Jose...
02/06/2026

Bild des Monats Juni 2026

Die Postkartenansicht aus dem Jahr 1958 zeigt die an der Kaiserstiege gelegene katholische Josefkirche in ihrem ursprünglichen Aussehen. Das sakrale Bauwerk aus Ibbenbürener Bruchsteinen mit seinen schlichten Formen spiegelt die typische Architektur der Nachkriegsära wider. Das bogenförmige Eingangsportal befand sich damals am straßenseitigen Giebel; der um 1965 errichtete Kirchturm fehlt noch. Ursprünglich hatte die Pfarrkirche, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist, für die Glocken lediglich einen sogenannten Dachreiter verfügt.

Die Entstehung einer zweiten katholischen Pfarrgemeinde in Gronau ist eng mit dem Wirken Hubert Vietmeiers verknüpft, der am 10. September 1938 seine Stelle als Kaplan in Gronau antrat. Der damalige Ortspfarrer Josef Reukes übertrug ihm die Seelsorge für den im Gronauer Stadtosten gelegenen „Bezirk Eilermark“. Dort waren nach dem Ersten Weltkrieg mehrere neue Wohngebiete entstanden: Bauverein, Freiheits-, Heidekamp-, Bismarck- und die Drilandsiedlung. Um den Bewohnern der Eilermark den weiten Weg zur Pfarrkirche St. Antonius zu ersparen, war bereits zwischen den Weltkriegen mit den Planungen für einen Kirchbau in diesem Wohnbezirk begonnen worden. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte jedoch die für 1940 geplante Grundsteinlegung für das neue Gotteshaus. Im Verlauf des Krieges konnte jedoch ersatzweise eine Barackenkirche auf dem vorgesehenen Kirchengelände errichtet werden.

Weiterer Text folgt!

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Exkursion zum Bentheimer SandsteinmuseumBad Bentheim ist die Stadt des Sandsteins. Überall in der Stadt, auf Schritt und...
16/05/2026

Exkursion zum Bentheimer Sandsteinmuseum

Bad Bentheim ist die Stadt des Sandsteins. Überall in der Stadt, auf Schritt und Tritt, trifft man auf Bentheimer Sandstein, sei es als gewachsenen Felsen, als Mauer- und Pflasterstein oder als Baustein vieler Gebäude. So lag es auf der Hand, dass der Heimatverein Gronau sich ein eigenes Bild vor Ort machen wollte. Und so war es naheliegend, als 1. Adresse das 1999 eröffnete Sandsteinmuseum zu besuchen.

Das Sandsteinmuseum befindet sich unterhalb der Burg Bentheim im Schlosspark an der Funkenstiege. Steil aufsteigende Sandsteinfelsen des Bentheimer Bergrückens bilden den malerischen Hintergrund für das Museumsgebäude. Das Sandsteinmuseum ist in einem historischen Bentheimer Ackerbürgerhaus und einem neuen Erweiterungsbau eingerichtet. Es ist ein modern gestaltetes Museum mit einer Ausstellungsfläche von ca. 180 m². Dazu gehören zusätzlich im Außenbereich Flächen mit Großexponaten. Die Dauerausstellung gliedert sich in mehrere Abteilungen: Geologie, der Sandsteinabbau, die Art der Transportwege sowie die Ausstellung „Arbeitswelt Steinbruch“.

Zuerst gab es im Museum einen gut 45-minütigen Vortrag vom Museums-Vorstandsmitglied Reinhardt Neumann zu den zahlreichen Bauwerken aus Bentheimer Sandstein. Im weiteren Verlauf erfuhren die Gronauer Heimatfreunde dann Details über den Herrgott von Bentheim, über die Arbeit im Steinbruch und den mühseligen Transport der schwergewichtigen Ware vor unserer Zeit. Dabei erwähnte er auch den Untergang der Batavia, also eines niederländischen Schiffes, das mit Bentheimer Sandstein beladen war und 1629 vor der Küste Australiens auf ein Riff lief und danach versank. Ergänzend zum Vortrag konnten die durchweg interessierten Teilnehmer sich dann noch einen Einblick über die zahlreichen Exponate des Hauses verschaffen.

Als kleine Belohnung ging es anschließend noch zu „Ferdinands“ Café und Bistro im Burgbereich, um sich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu stärken. Der gewählte Weg durch den Schlosspark führte dabei am 2023 eingeweihten Batavia-Portal (Rekonstruktion) vorbei. Die fünf Bilder vermitteln einen kleinen Eindruck von der Exkursion, die bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.

"Aus dem Nähkästchen geplaudert ... "„Lokalzeitung heute - Im Spannungsfeld zwischen Lesererwartungen und digitaler Tran...
16/05/2026

"Aus dem Nähkästchen geplaudert ... "

„Lokalzeitung heute - Im Spannungsfeld zwischen Lesererwartungen und digitaler Transformation“ lautete das Thema einer Veranstaltung, zu der der Heimatverein Gronau am Montag eingeladen hatte. Um eine möglichst ortsbezogene Sicht auf das Thema zu garantieren, hatte der Verein Guido Kratzke von der WN-Lokalredaktion als Referenten passend zum Tag des Lokaljournalismus eingeladen.

Nach einer kurzen Vorstellung seiner beruflichen Laufbahn griff Kratzke locker, und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, den Begriff „digitale Transformation“ auf. So führte er aus, dass die Lokalzeitungen vor einem tiefgreifenden Wandel stehen. Die Leserschaft altert, die Printauflagen schrumpfen stetig und digitale Plattformen gewinnen insbesondere bei jüngeren Lesern zunehmend an Bedeutung, heißt es in einer Mitteilung des Heimatvereins.

Der Generationswechsel erfordere, so Kratzke weiter, zudem neue journalistische Formate vor Ort. Dabei verwies er auf Projekte wie die Pop-up-Redaktion auf dem vergangenen Weihnachtsmarkt oder das Live-Interview vor Lesern mit Bürgermeister Jörg von Borczykowski, das auch als Video im Internet angeboten wird.

Hilfreich bei der Themenbewertung, so der Lokalredakteur, seien datenbasierte Auswertungen über das Zugriffsverhalten digitaler Leserinnen und Leser. Dabei orientiere sich die Entscheidung über die Veröffentlichung von Beiträgen und Nachrichten an lokaler Relevanz. Es bleibe bei allem natürlich die Frage: Was sind wertvolle lokal-journalistische Produkte, für die Menschen gern bezahlen?

Ein weiteres Thema des Redakteurs bezog sich auf die Zukunft der gedruckten Lokalausgaben. Möglicherweise liegt die Tageszeitung schon in einigen Jahren nicht mehr morgens im Briefkasten, so die Befürchtung einiger Veranstaltungsteilnehmer. Dafür könne man die Ausgaben schon am Abend vorher auf dem Handy, dem Tablet oder am PC lesen, wies der Journalist auf Alternativen hin.

In den Vereinigten Staaten seien „News Deserts“ – Nachrichtenwüsten ohne regionale Medien - für die demokratischen Debatten ein Problem. In Deutschland gebe es dies in dieser Form zwar noch nicht, allerdings hätten erste Zeitungen schon den Vertrieb gedruckter Ausgaben eingestellt, rundete Kratzke das Thema „E-Paper“ ab.

Nach einem rund 45-minütigen Schnelldurchgang mit weiteren Aspekten, die einen Wandel der Zeitungslandschaft hervorrufen werden, bedankten sich die zahlreich erschienenen Heimatfreunde mit lebhaftem Applaus für den informativen Vortrag.

In der sich anschließenden Aussprache brachten dann zahlreiche Zuhörer ihre breit gefächerten Wünsche in Sachen „lokaler Berichterstattung“ zum Ausdruck. Das eingebrachte Feedback soll, soweit möglich, für die künftige Redaktionsarbeit berücksichtigt werden.

Bereits im kommenden Jahr könnte es ein Wiedersehen geben. Dann, so der Vorschlag aus den Reihen der Mitgliederschaft, könnte ihnen in der Praxis gezeigt werden, wie die digitalen Angebote konkret aussehen und vor allem, wie sie genutzt werden können. Ob sie für die langjährigen Leser der gedruckten Ausgabe tatsächlich eine Alternative darstellen können, ließen die Heimatfreunde offen. Mit dem digitalen Mehrwert wollen sie sich allerdings gern auseinandersetzen.

Bildunterschrift: Guido Kratzke zog mit seinen lebhaften und viel Herzblut gepaarten Ausführungen die zahlreichen Heimatfreunde in seinen Bann. (Foto: EWB)

Kaffeepause im "Jazz-Café" wurde gut angenommenIn der Woche vom 28. April bis zum 3. Mai 2026 fand in unserer Dinkelstad...
03/05/2026

Kaffeepause im "Jazz-Café" wurde gut angenommen

In der Woche vom 28. April bis zum 3. Mai 2026 fand in unserer Dinkelstadt zum 38. Mal das Gronauer Jazz-Fest statt. Als Ergänzung der zahlreichen musikalischen Angebote öffnete der Heimatverein Gronau zum Abschluss der Musiktage in seinem Domizil am verkaufsoffenen Sonntag ein kleines „Jazz-Café“. In der Zeit von 14 bis 17 Uhr bestand bei Kaffee, Tee und einem kleinen Kuchen-Büfett die Option sich eine kleine "Auszeit" zu gönnen. Während des Nachmittags standen natürlich auch Vorstandsmitglieder für ein Gespräch, Wünsche oder Anregungen bereit. Das Angebot wurde wie bereits im Vorjahr gut angenommen. Zur Überraschung erfreute dann kurzzeitig die niederländische Jazzkapelle „JazzSir!“ aus Bergen op Zoom die gutgelaunten Gäste.

Drei Fotos vom bunten Nachmittag im Vereinsraum des Heimatvereins zeugen von dem gelungenen Nachmittag. Ein besonderer Dank gilt abschließend allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. (EWB)

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Bild des Monats Mai 2026Die Erlöserkirche hatte ihre Vorgängerin, die Kapelle im Anna-Heim, in der Pfarrer Walter Wahlbr...
03/05/2026

Bild des Monats Mai 2026

Die Erlöserkirche hatte ihre Vorgängerin, die Kapelle im Anna-Heim, in der Pfarrer Walter Wahlbrink seine Gottesdienste abhielt. Sie ist die eigentliche Geburtsstätte des neuen vierten Pfarrbezirks. Die Mitarbeiter und Bewohner des Wittekindshofes waren darum damals »Stammbesucher« der Erlöserkirche. Ihre Integration in die Gemeinde war von Anfang an Aufgabe des neuen Gotteshauses. Dafür sprach nicht zuletzt die Wahl des nördlich gelegenen Grundstückes.

Ausschlaggebend dafür, den Stadtkern zu verlassen, war die Erkenntnis, dass Kirche nicht nur einladen kann, sondern zu den Menschen gehen muss. Planung und Bauleitung wurden in die Hände des Architekten-Ehepaares Pantenius aus Münster gelegt. Sie gestalteten als Mittelpunkt ein schlichtes Gotteshaus. Unter Verzicht auf erzwungene Modernität lehnt es sich an westfälische Hallenkirchen an. Ein Gemeindesaal mittlerer Größe schaffte die Verbindung zu den Jugend- und Gruppenräumen und dient gleichzeitig als mögliche Vergrößerung des Kirchenraumes. Dieser Verzicht auf einen größeren Saal entsprach den Erkenntnissen der Bauzeit und ist später manchmal bedauert worden.

An der östlichen Parallelseite wurde als erstes Gebäude das Pfarrhaus errichtet, zunächst wortwörtlich auf der grünen Wiese. Nach Norden zu schlossen sich Küster- und Mitarbeiterwohnungen an. Den nördlichen Abschluss bildete der Kindergarten, der allerdings erst sechseinhalb Jahre später in Betrieb genommen werden konnte. Städtebaulich interessant ist die Brückenfunktion vom alten Siedlungsgebiet »Klein-Rußland« zur Neubebauung im „Nordfeld“.

Der Bau der Erlöserkirche wurde zum Ereignis für die Umgebung. Viele Nachbarn und Glieder des neuen Pfarrbezirks legten Hand an. Sie erinnern sich noch heute gern an diese Zeit der Aufbruchsstimmung. Am 30. November 1958, dem ersten Adventssonntag, weihte Präses D. Wilm die Erlöserkirche ein.

Der immer stärker wachsende Pfarrbezirk hatte auf seine Kirche geradezu gewartet. Er nahm die Gottesdienste und auch die sonstigen Angebote mit großer Freude an. Dabei boten die Gottesdienste von Beginn an ein ganz besonderes, außergewöhnliches Bild: Mitten im Kirchraum und als integrierter Teil der Gemeinde sitzen die Behinderten des Wittekindshofes. Von dort gingen sie auch gemeinsam mit allen anderen zum Tisch des Herrn. Hier sind weitgehend Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Brüdern und Schwestern dargestellt. Die Zugehörigkeit des Wittekindshofes zur Gemeinde wurde auch im Posaunenchor der Erlöserkirche deutlich. Bis zur Einweihung der Orgel am 20. März 1960 war er Träger des musikalischen Teiles des Sonntagsgottesdienstes. Damals war kein Festgottesdienst ohne ihn denkbar.

Der Bestand der Erlöserkirche war bis 2005 trotz baulicher Mängel mit großen Hoffnungen versehen. Doch dann kam im Frühjahr das finale „Aus“: Das Gesamtpresbyterium hatte beschlossen, dass die Kirche, das Jugendheim sowie das Gemeindehaus aufgegeben werden sollten. Es hieß, die Bausubstanz sei zu marode (?), zudem bot sich gerade die Schaffung eines sozial-diakonischen Zentrums an gleicher Stelle an.

Ein Jahr später rückte im Juni 2007 der Abrissbagger dem nicht ganz 50 Jahre altem Gebäude zu Leibe. Zuvor waren die Bronzeglocken geborgen worden, die vergleichsweise junge Orgel fand in Estland eine neue Heimat. Zurück blieb vorerst eine große Lücke, die zeitnah vom avisierten Sozialzentrum sowie einem Kindergartenneubau gefüllt werden sollte.

Im April 2011 fanden die Glocken der Erlöserkirche in der Ev. Kirche Epe eine neue Heimat. Dies geschah auf Initiative des Evangelisch-kirchlichen Männerdienstes (EKMD), der über eine mehrjährige Spendenaktion die Kosten in Höhe von 31.400 € für einen neuen Glockenstuhl akquiriert hatte.

Aber nichts ist für die Ewigkeit, wie die Geschichte der Glocken zeigt. Da die ev. Kirchengemeinde das Eper Kirchengebäude wohl zum Sommer dieses Jahres aufgeben wird, muss sich das bronzene Geläut erneut eine neue Heimat suchen. Da sich der Gronauer EKMD zwischenzeitlich altersbedingt aufgelöst hat, muss die „Rettung“ nun von anderer Stelle aus erfolgen. Anderen Orts hatte es für die Glocken bereits 2008 kirchliche Interessenten gegeben. (Text: E. Schuchardt, E. Bohn)

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Nur geringe Resonanz an der JahreshauptversammlungZur Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 hatten sich am 2...
23/04/2026

Nur geringe Resonanz an der Jahreshauptversammlung

Zur Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 hatten sich am 22. April nur insgesamt 28 stimmberechtigte Vereinsmitglieder eingefunden. Das geringe Interesse lag sicher daran, dass in diesem Jahr keine Vorstandswahlen auf der Agenda standen. Leider handelt es sich bei dem Desinteresse aber wohl um einen Trend, von dem derzeit viele Vereine betroffen sind.

Nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Cordi Oberrecht gab es zum Einstieg erst einmal zu einer guten Tasse Kaffee Rosinenstuten, auch Weggen genannt, mit guter Butter. Nach der 15-minütigen Stärkung eröffnete die 1. Vorsitzende dann die Jahreshauptversammlung, zu der sie eingangs die Beschlussfähigkeit feststellte. Danach erfolgten jeweils einstimmig die Genehmigung des Vorjahresprotokolls sowie die aktuelle Tagesordnung. Anträge zur Ergänzung der Tagesordnung waren beim Vorstand nicht eingegangen. Als Protokollführer wurde danach Gerhard Lippert, zur Versammlungsleiterin für den Top 12 Annette Franke vorgeschlagen. Beide wurden einstimmig bei jeweils einer Eigenenthaltung gewählt.

Nach dem Totengedenken für die im Jahr 2025 verstorbenen Vereinsmitglieder berichteten Cordi Oberrecht und Eckhard Bohn in Kurzform über die im Vorjahr in Form von Vorträgen, Ausflügen etc. stattgefundenen Veranstaltungen. Als Höhepunkt des vergangenen Jahres fand dabei insbesondere das 100-jährige Vereinsjubiläum eine explizite Erwähnung.

Nachfolgend berichteten die Sprecher/-innen aus den Gruppen und Kreisen des Heimatvereins über die im Geschäftsjahr 2025 durchgeführten Aktivitäten. Hierbei erfolgten aus allen Arbeitsfeldern bzw. Tätigkeitsschwerpunkten erfreuliche Rückblicke auf die jeweils geleistete Arbeit. Gerhard Lippert hatte für die Versammlung eigens eine Statistik erstellt, anhand derer er die Altersstruktur des Heimatvereins erläuterte. Die anschließende Möglichkeit einer Aussprache zu den jeweiligen Berichten wurde von den anwesenden Vereinsmitgliedern nicht in Anspruch genommen.

Danach nahmen die anwesenden Mitglieder den ausführlichen Kassenbericht der Schatzmeisterin Tineke Kroon zur Kenntnis. Wegen der hohen Kosten der Jubiläumsveranstaltung wurde das Jahr 2025 leider mit einem Defizit von rund 1.000 € abgeschlossen. Der mit der Kassenprüfung beauftragte Paul Lührmann versicherte, dass die Durchsicht sämtlicher Belege und Buchungen zu keiner Beanstandung geführt hatte und bestätigte eine einwandfreie Kassenführung. Er empfahl deshalb der Versammlung die Entlastung des Vorstandes. Im Rahmen der anschließenden Aussprache kamen dann einige Detailfragen zum Kassenbestand bzw. den getätigten Ausgaben auf, die umfassend beantwortet wurden.

Frühlingstour führte durch NordhollandMitglieder des Gronauer Heimatvereins und vom Freundeskreis der Theatergemeinschaf...
19/04/2026

Frühlingstour führte durch Nordholland

Mitglieder des Gronauer Heimatvereins und vom Freundeskreis der Theatergemeinschaft Manfred Meier statteten am Samstag, den 11. April, der niederländischen Küste einen Besuch ab. Die Fahrt führte über den Mitteldeich von Lelystad nach Enkhuizen, wo sich Innerhalb der alten Stadtmauern nicht weniger als 361 nationale Denkmäler befinden. Ein erster längerer Stopp war dann die historische Stadt Alkmaar, die gerne als „lebendiges Herz Nordhollands“ bezeichnet wird. Danach ging es weiter an bunt blühenden Blumenfeldern vorbei zu dem kleinen Küstenort Callantsoog. Bei etwas Wind und Sonnenschein wurde dort eine längere Rast eingelegt. Dort konnten die Ausflügler einen schönen Strandgang machen, in den kleinen Geschäften stöbern und sich in den Restaurants für die Rückfahrt stärken. Der Rückweg führte dann über den 32 km langen Abschlussdeich, der die Nordsee vom IJsselmeer trennt. Auf der Rückfahrt setzte dann leider Regen ein; dennoch war der Tag für alle Teilnehmer ein interessantes und unvergessliches Erlebnis.

Bildunterschrift: Gruppenaufnahme in der Dünenlandschaft des Küstenortes Callantsoog. Foto: Cordi Oberrecht

Bild des Monats April 2026Die Schrägansicht der doppeltürmigen St.-Antonius-Kirche in der Neustraße. (damals Adolf-Hitle...
07/04/2026

Bild des Monats April 2026

Die Schrägansicht der doppeltürmigen St.-Antonius-Kirche in der Neustraße. (damals Adolf-Hitler-Straße) erzeugt beim Betrachter eine imponierende, monumentale Wirkung. Während das Rundfenster noch durchaus zu den baulichen Proportionen passt, wirken die drei Portale insgesamt spielzeughaft, was wohl der Perspektive des Fotografen geschuldet ist. Das abgebildete Motiv ist einer Postkarte entliehen, die der Lübecker Verlag Schöning 1939 (!) herausgegeben hat.

Nach dem Abriss der gleichnamigen Vorgängerkirche im Jahr 1913 entstand an der gleichen Stelle die heutige St.-Antonius-Kirche. Die Vorplanungen für den Neubau datieren bereits vom Februar 1909. Um den Willen für das Vorhaben zu unterstreichen, wurden vorhabenbezogene Kollekten für den Kirchbau gesammelt, die katholischen Vereine veranstalteten Theateraufführungen etc. zugunsten des Projektes. Und 1912 konnte schließlich ein Modell der neuen Kirche im Vorspel’schen Saal des Hotels „Zur Post“ ausgestellt werden. Nach Genehmigung der Baupläne und Sicherung der Finanzierung stand dem nun von Pfarrer Franz Carlé vorangetriebenen Neubau nichts mehr im Wege.

Am 22. April 1913 fand mit einem feierlichen Hochamt der Abschiedsgottesdienst von der alten Kirche statt. Nach der Profanierung erfolgte dann im Mai der Abbruch, um für den Neubau Platz zu schaffen. Als Notkirche diente übergangsweise der Saal Silderhuis (heute Berliner Platz) am Beginn der Enscheder Straße.

Die Grundsteinlegung für den vom Münsteraner Architekten und Dombaumeister Wilhelm Sunder-Plaßmann entworfenen Neubau erfolgte am Sonntag, den 12. Juli 1913. Es ging jetzt zügig voran, und nach bereits rund 16-monatiger Bauzeit war das repräsentative neue Gotteshaus fertiggestellt. Die Einweihung der katholischen (Stadt-) Kirche erfolgte schließlich am Mittwoch, den 11. November 1914, mit einem feierlichen Hochamt, an dem auch der Münsteraner Bischof Johannes Poggenburg zugegen war.

Der auch heute noch ungemein massig wirkende Baukörper aus Ibbenbürener Sandsteinquadern wird durch abwechslungsreiche Rund- und Spitzbogenfenster aufgelockert. Die im neugotischen Stil errichtete Basilika mit einem Querschiff und einem beeindruckenden Chor bot mit ihren zeitweise 1.400 Sitzplätzen ein auskömmliches Platzangebot. Aus der alten Kirche konnte der Kreuzweg übernommen werden und ebenso eine Anzahl von gut erhaltenen Kirchenbänken.

Über die Jahrzehnte ihres Bestehens erfuhr die Inneneinrichtung zahlreiche Veränderungen, zudem wurde auch die Innenausmalung heller und freundlicher ausgeführt. Bleibt noch die 1962 von der Münsteraner Firma Fleiter erbaute Orgel zu erwähnen, die seit nunmehr über 60 Jahren ihren kirchenmusikalischen Dienst leistet. Seit 1986 ist die heutige Pfarrkirche St. Antonius neben anderen sakralen Bauten in der Denkmalliste der Stadt Gronau aufgelistet.

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Zu Gast beim Heimatverein NienborgÜber 30 Gronauer Heimatfreunde besuchten am Samstag, den 21. März, den Heimatverein Ni...
22/03/2026

Zu Gast beim Heimatverein Nienborg

Über 30 Gronauer Heimatfreunde besuchten am Samstag, den 21. März, den Heimatverein Nienborg. Begünstigt durch das trockene Wetter nutzten viele den Ausflug von ihnen für eine Tour mit dem Fahrrad zum historischen Heeker Ortsteil. Treffpunkt in Nienborg war das Haus Hugenroth, welches sich im ehemaligen Ortskern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche St. Peter u. Paul und zu den drei Burgmannshäusern Hohes Haus, Langes Haus und Haus Keppelborg befindet. Dort wurden die Besucher vom 1. Vorsitzenden Werner Nacke und weiteren Vorstandsmitgliedern im Versammlungsraum des Heimatvereins herzlich begrüßt (siehe Foto).

Danach ging es gemeinsam zum Platz der ehemaligen Kock’schen Gaststätte (Burgschänke) am Burgtor. Das ursprüngliche Wirtshaus hatte man abgerissen, um an gleicher Stelle einen Neubau mit dem Namen „Landesburg Nienborg“ zu errichten. Für dieses ambitionierte Ziel hatte sich 2020 der Trägerverein Landesburg Nienborg e.V. gegründet, um die Sanierung und Erlebbarmachung des Burgtores und der Burgschänke zu realisieren. Im Bereich des alten Gebäudes selbst fanden in der Zeit von Juni 2021 bis März 2023 umfangreiche bauvorgreifende archäologische Grabungen durch die LWL-Archäologie für Westfalen statt, die zahlreiche Funde ans Tageslicht brachten. Dazu zählen das erhaltene Turmfundament, Reste der ehemaligen Burgmauer und das kopflose Skelett eines Reiters, wie die Gronauer Gäste während der Führung erfuhren. Das Gebäude ist jetzt nach mehrmonatiger Bauzeit so weit hergerichtet, dass nur noch Restarbeiten zu erledigen sind und die Einweihung für den 20. Juni terminiert ist.

Nach der Besichtigung des künftigen Hauses der Vereine ging es zurück zum Haus Hugenroth, wo im Versammlungsraum eine ausgiebige Kaffeetafel die Gäste erwartete. Dort gab es dann auch einige Informationen zur Geschichte des denkmalgeschützten Objektes aus dem 18. Jahrhundert sowie zur heutigen Nutzung. Zum Abschluss des Besuches stellte dann Werner Nacke noch einige interessante Aktivitäten aus der Nienborger Vereinsarbeit vor, wobei er insbesondere auch auf die zahlreichen Gemälde unterschiedlichster Art hinwies, die die Wände des großen Versammlungsraumes schmücken. Am Ende des Besuches bedankte sich Hanna Schwoch als Organisatorin der Tour beim Vorsitzenden des Nienborger Heimatvereins und überreichte ihm ein kleines Präsent.

Geert Bekkering referierte beim HeimatvereinIn einem knapp einstündigen Referat ließ der Enscheder Geert Bekkering das L...
03/03/2026

Geert Bekkering referierte beim Heimatverein

In einem knapp einstündigen Referat ließ der Enscheder Geert Bekkering das Leben und Wirken von Jacobus Joännes „Ko“ van Deinse beim Heimatverein R***e passieren. Van Deinse war ein niederländischen (Lokal-) Historiker, Dichter und Publizist, der sich mit der Geschichte und Kultur der Region Twente befasst hatte. Zu dem Vortrag spannenden Thema hatte sich kleiner, aber interessierter Zuhörerkreis eingefunden.
„Ko“, so sein Rufname, wurde am 6. Januar 1867 als sechstes Kind einer akademischen Familie mit zeeländischen Wurzeln in Enschede geboren. Im Gegensatz zu einigen seiner Geschwister absolvierte er jedoch kein Studium, sondern machte eine Ausbildung zum Grundschullehrer. Er übte den Beruf jedoch nur ein Jahr lang aus. 1889 wurde ihm eine leitende Position bei der Firma Gerhard Jannink & Söhne angeboten. Gleichzeitig bekleidete er in einer Ziegelei nahe Oldenzaal die Funktion eines Betriebsleiters.

Van Deinse hatte einen Freundeskreis, in dem Sport eine wichtige Rolle spielte. Mit seinen Freunden unternahm er lange Wanderungen durch die Twente. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er 1885 den ersten Fußballverein der Stadt Enschede, den EFC Prinses Wilhelmina. Er war auch aktiv in der Turn- und Fechtvereinigung Achilles; Sport war zu jener Zeit noch eine elitäre Beschäftigung, wie Bekkering betonte.

Schon als junger Mann zeigte van Deinse großes Interesse an allem, was mit der Vergangenheit von Twente zu tun hatte. Im Jahr 1889 war er Mitherausgeber eines Führers von Enschede und Umgebung. Die Oudheidkamer Twente (Heimatmuseum) wurde 1905 von J.J. van Deinse, Mr. G.J. ter Kuile und H.B. Blijdenstein gegründet. Mit G.J. ter Kuile ging van Deinse auf die Suche nach „Altertümern“ in Twente. Über seine Funde, aber auch über die Folklore und Geschichte von Twente, hielt van Deinse in den ersten vier Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts unzählige Vorträge.

Van Deinse unterhielt ein umfangreiches Netzwerk und es ist daher nicht verwunderlich, dass er oft gebeten wurde, Vorsitzender eines Vereins oder eines (ad hoc) Komitees oder Festausschusses zu werden. Zu seinen vielen Vereinsposten gehörten unter anderem die des bereits erwähnten Oudheidkamer Twenthe, der Deutsch-Niederländischen Vereinigung des Vereins Koninginnedag, der Theatervereinigung Tubantia etc. Auch innerhalb der reformierten Kirche Enschedes bekleidete er verschiedene Funktionen.

Neben dem Einholen von Informationen bei der Bauernbevölkerung beschäftigte er sich auch mit Ausgrabungen und Untersuchungen von Hügelgräbern, Urnenfeldern und Landwehren. Die Funde wurden der Oudheidkamer Twenthe geschenkt. Van Deinse veröffentlichte über sein erworbenes Wissen in Zeitungen und Zeitschriften. 1922 erschien sein Lebenswerk „Aus dem Land der Baumwolle und des Heidekrauts“; 1925 erschien die zweite erweiterte Auflage. 1939 kam der zweite Teil dieses Werks heraus und 1950 besorgte Willem Dingeldein eine gesammelte Ausgabe.

Der Tausendsassa Van Deinse schrieb auch auf Anfrage Gelegenheitsgedichte und beschäftigte sich mit der Gestaltung von folkloristischen Veranstaltungen. Bekannt wurde van Deinse dann 1926 vor allem durch sein Twents Volkslied und die Twentse Flagge – letzte mit dem Ross eine Anlehnung an das westfälische Wappen und Fingerzeigt auf eine gemeinsame sächsische Vergangenheit.

Am 17. Juni 1930 wurde van Deinse Konservator des Rijksmuseum Twente, in dem auch die Oudheidkamer Twente untergebracht wurde. Während seiner Jahre am Rijksmuseum Twente wurde er vom Kunsthistoriker Prof. Dr. Karl Westendorp unterstützt, mit dem er auch die deutsch-niederländische Zeitschrift Noaberschopp herausbrachte. Allerdings hörten diese gut-nachbarschaftlichen Beziehungen durch die radikale politische Wende in Deutschland nach 1933 auf. 17 Jahre später, anlässlich seines siebzigsten Geburtstages legte er 17 Jahre seine Funktion als Konservator nieder.

Etwa ab 1939 setzte bei van Deinse ein allmählicher geistiger und körperlicher Verfall ein, er verfiel zudem zunehmend in Depressionen. Er starb schließlich am 24. Februar1947 im Alter von 80 Jahren in Enschede. Sein Grab, auf dem sich ein Findling mit der Aufschrift „Er hatte Twente lieb“ aufgestellt ist, befindet sich auf dem Osterfriedhof in Enschede.

Zum Schluss des Vortrages, der mit reichlich Beifall quittiert wurde, bedankte sich die 1. Vorsitzende Cordi Oberrecht mit einer kleinen Aufmerksamkeit bei Geert Bekkering. Das Foto zeigt den Referenten während des Vortrages; bei dem Bild im Bild handelt es sich um J. van Deinse im fortgeschrittenen Alter.

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