09/10/2026
Bild des Monats Oktober 2026
Am 10. März 1946 fand im bisherigen Paul-Gerhardt-Heim der erste Gottesdienst statt. Bedingt durch die industrielle Entwicklung der Stadt Gronau entstanden nach 1900 im sogenannten „Stadtosten“ zahlreiche neue Arbeiter-Siedlungen. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung insbesondere im Außenbereich der Stadt suchte das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde ab den 1930er Jahren verstärkt nach einem geeigneten Platz für ein dezentrales Gemeindezentrum. Mit der Industriebrache an der Gildehauser Straße wurde ein geeignetes Objekt gefunden, dessen Bereitstellung für gemeindliche Zwecke sich kriegsbedingt bis nach 1945 hinzog. Mangelte es in der Nachkriegszeit auch an Vielem, so konnte doch bereits am 10. März 1946 der erste Gottesdienst im künftigen Gemeindehaus gefeiert werden.
In den vergangenen 80 Jahren hat es Höhen und Tiefen sowie zahlreiche Veränderungen für das Paul-Gerhardt-Heim gegeben, auf die hier nicht im Einzelnen eingegangen werden soll. Ab den 1970er Jahren bis dahin gab es immer wieder mal Überlegungen, das Haus durch einen An- oder Neubau zu vergrößern. Allerdings verliefen alle Planungen im Sande.
1996 konnte das 50-jährige PGH-Jubiläum gefeiert werden. Wenn auch keine baulichen Veränderungen, so kündigte Pfarrer Krebs anlässlich der Feierlichkeiten zumindest eine gründliche Renovierung des PGH an. Knapp 2 Jahre später brannte im Dezember 1997 der Baum, wie man so sagt. Der Grund waren sogenannte Strukturüberlegungen der Kirchengemeinde, die einen Verkauf des Hauses vorsahen.
Als es zu ersten Protesten kam, antwortete der damalige Bezirkspfarrer immer mit dem Satz: „Das Presbyterium ist in seinen Entscheidungen souverän“. Unter maßgeblicher Beteiligung des CVJM Gronau kam es zur Gründung eines „Initiativkreises PGH“. Er hatte vielfach die Funktion eines Defibrillators, der das schon tote PGH am Leben hielt. Es kam zu kämpferischem Widerstand, wovon zahllose Leserbriefe in der Lokalpresse zeugen.“ Nach der Begutachtung des Gebäudes durch einen Vertreter der Landeskirche –„ein baulich hervorragender Zustand“ und einer Großspende des Gronauer Geschäftsmannes Klaas kam dann die Wende. Das Presbyterium revidierte daraufhin den alten Schließungsbeschluss. Nach intensiver Planung erfolgte dann ein Um- und Neubau des Hauses. Das von Grund auf erneuerte Gebäude konnte schließlich zum Erntedankfest 1999 der Gemeinde übergeben werden.
Heute ist das kleine Gemeindezentrum an der Gildehauser Straße bereits Bestandteil der „Gronauer Kirchengeschichte“ geworden. Zusammen mit der evangelischen Kirche in Epe gab die Kirchengemeinde beide Häuser zum 1. Juli 2026 auf. Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte des Paul-Gerhardt-Heimes enthält ein Aufsatz von Dr. B. Krabbe in dem Buch “800 Jahre Kirchengeschichte im Raum Gronau/Epe“