Gedenkstätte Hadamar

Gedenkstätte Hadamar Die offizielle Facebook-Seite der Gedenkstätte Hadamar Diese Verbrechen wurden von den Nationalsozialisten euphemistisch als „Euthanasie“ bezeichnet.

Zum historischen Ort:
Von 1939 bis 1945 wurden Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch verfolgt und ermordet. Die ehemalige Landesheil- und Pflegeanstalt Hadamar gehörte ab 1941 zu den insgesamt sechs Tötungsanstalten der sogenannten „Aktion T4“. Zwischen Januar und August 1941 wurden in der Gaskammer im Keller der Tötungsanstalt Hadamar mehr als 10.000 Menschen getöte

t. Die Leichen der Opfer wurden in zwei Krematorien eingeäschert. Ende August 1941 wurden die Gasmorde der „Aktion T4“ eingestellt. Von August 1942 bis März 1945 fungierte die Anstalt Hadamar im Rahmen der „dezentralen Euthanasie“ erneut als überregionales Tötungszentrum. In diesem Zeitraum wurden nochmals etwa 4.500 Menschen aus dem gesamten Reichsgebiet umgebracht. Sie starben an den Überdosierungen von Beruhigungsmedikamenten, die ihnen das Pflegepersonal verabreichte, gezielter Mangelernährung und medizinischer Vernachlässigung. Die Leichen der Ermordeten wurden größtenteils auf einem 1942 eingerichteten Anstaltsfriedhof in Massengräbern vergraben. Ende März 1945 wurden die Stadt und die Landesheilanstalt Hadamar von US-amerikanischen Soldaten befreit. Zur Gedenkstätte:
Heute erinnert die Gedenkstätte Hadamar an die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Sie ist Forschungseinrichtung, ein Erinnerungs- und Lernort, der das Gedenken an die Menschen, die ermordet wurden, wach hält. Den Besucherinnen und Besuchern bietet die Gedenkstätte vielfältige Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Geschichte der NS-„Euthanasie“, des Nationalsozialismus und den sich hieraus ergebenden langfristigen Folgen und aktuellen Wirkungen. Zur Gedenkstätte gehören die ehemalige „T4“-Busgarage als Ankunftsort der Opfer, eine Dauerausstellung und der Keller mit der ehemaligen Gaskammer, dem Sezierraum sowie den Resten der Krematorien. Außerdem befindet sich der Friedhof mit den Massengräbern aus der Zeit der „dezentralen Euthanasie“ auf dem Gedenkstättenareal. 1964 wurde dort eine Gedenklandschaft eingerichtet. Unsere Social Media Guidelines mit Netiquette:
https://www.gedenkstaette-hadamar.de/social-media-guidelines/

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste in Würselen b...
20/05/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste in Würselen bei Aachen geboren. Mit ihren beiden Brüdern wuchs sie in einer gutsituierten Kaufmannsfamilie auf und hatte eine unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit.

1925 heiratet sie Josef Schillings. Im selben Jahr noch kommt ihr erstes Kind, Tochter Inge, zur Welt. Im darauffolgenden Jahr wird ihr Sohn Gregor geboren.

Ihr Mann nimmt im Ausland eine Stelle bei einer niederländischen Firma an. Rosa folgt ihm 1929 mit beiden Kindern nach Borneo. Ein Jahr später stirbt Josef. Rosa kehrt mit ihren beiden Kindern nach Deutschland zurück. Nachdem sie bereits ihren Ehemann und ihre Eltern verloren hat, stirbt 1931 auch ihre Tochter Inge an Malaria.

Daraufhin entwickelt Rosa zunehmend psychische Probleme. Nach Weinkrämpfen an Weihnachten wird sie von ihrem Bruder in eine Heilanstalt in der Nähe von Aachen gebracht. Diesem Aufenthalt folgen weitere, bis sie 1936 in die „Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen“ eingewiesen wird. Dort wird ihr die Diagnose „paranoide Schizophrenie“ zugeschrieben.

In der Krankenakte wird vermerkt: „Rosa fügte sich nicht in das Anstaltsleben ein. Für Ärzte und Pflegepersonal war sie nur eine rebellische, aufsässige Patientin."

Rosas Willen konnten sie nicht brechen, ihre kritischen Äußerungen über Hi**er und das Naziregime nicht stoppen. So nannte sie Hi**er einen Schweinehund, der seine Leute mit ‚Kraft durch Freude‘ fange.(1)

Am 2. Mai 1941 wird Rosa Schillings mit mindestens 101 weiteren Patientinnen und Patienten nach Hadamar transportiert. Ihre Angehörigen erhalten später die Nachricht, Rosa sei an Leukämie verstorben. Diese Angabe ist jedoch falsch: Sie wurde am Tag ihrer Ankunft in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hadamar ermordet.

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste geboren.
Sie wird in Würselen bei Aachen geboren.
Rosa wächst mit zwei Brüdern auf.
Die Familie hat genug Geld.
Der Vater arbeitet als Kauf·mann.
Rosa hat eine schöne Kindheit und Jugend.

Im Jahr 1925 heiratet Rosa Josef Schillings.
Noch im selben Jahr bekommt sie ein Kind.
Die Tochter heißt Inge.
Ein Jahr später bekommt Rosa einen Sohn.
Der Sohn heißt Gregor.

Ihr Mann arbeitet später im Ausland.
Er arbeitet für eine nieder·ländische Firma.
Rosa zieht im Jahr 1929 mit ihren Kindern nach Borneo.
Borneo ist eine große Insel in Asien.

Ein Jahr später stirbt ihr Mann Josef.
Rosa reist mit ihren Kindern zurück nach Deutschland.

Rosa erlebt viel Leid.
Zuerst sterben ihr Mann und ihre Eltern.
Dann stirbt im Jahr 1931 auch ihre Tochter Inge.
Inge stirbt an Malaria.
Malaria ist eine schwere Krankheit.

Nach diesen Erlebnissen geht es Rosa immer schlechter.
Sie hat seelische Probleme.
An Weih·nachten hat Rosa starke Wein·anfälle.
Ihr Bruder bringt sie darum in eine Klinik bei Aachen.
Dort bleibt sie eine Zeit lang.
Später lebt sie auch in weiteren Kliniken.

Im Jahr 1936 kommt Rosa in die Heil·anstalt Galkhausen.
Dort sagen Ärzte:
Rosa hat paranoide Schizo·phrenie.
Das ist eine schwere seelische Krankheit.

In den Unterlagen aus der Klinik steht:
Rosa wollte sich den Regeln in der Klinik oft nicht fügen.
Die Ärzte und Pflege·kräfte fanden Rosa schwierig.
Rosa sagte offen ihre Meinung.
Sie sprach auch gegen Hi**er und die N***s.
Zum Beispiel beleidigte sie Hi**er.

Am 2. Mai 1941 bringen die N***s Rosa mit vielen anderen kranken Menschen nach Hadamar.
Mindestens 101 Menschen fahren mit dem Transport.

Später bekommt die Familie eine Nachricht.
In der Nachricht steht:
Rosa sei an Leukämie gestorben.
Leukämie ist eine schwere Krankheit vom Blut.

Diese Nachricht stimmt aber nicht.
Die N***s ermorden Rosa am Tag ihrer Ankunft.
Sie stirbt in der Gas·kammer der Tötungs·anstalt Hadamar.

Quelle: Gabriele Lübke (2017): https://www.spiegel.de/geschichte/euthanasie-morde-der-nazis-der-leidensweg-von-rosa-schillings-a-1135596.html

(1) Das Zitat stammt aus dem genannten Artikel.



Foto: Rosa Schillings mit ihren beiden Kindern. Zwischen 1930 und 1931. Grafik: Gedenkstätte Hadamar; Foto: Privat

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Vortrag jetzt online: „Reinhard Heydrich und die nationalsozialisti...
19/05/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Vortrag jetzt online: „Reinhard Heydrich und die nationalsozialistische Vernichtungspolitik"

War Reinhard Heydrich der „Architekt der Endlösung" – oder ein Vollstrecker innerhalb eines Systems, der die Radikalisierung bis zur Vernichtung mittrug?
In seinem Vortrag aus der Reihe „Hadamar-Gespräche" beleuchtet der Historiker Prof. Dr. Peter Klein (Touro University New York, Campus Berlin) Heydrichs zentrale Rolle bei der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden:Jüdinnen und fragt nach dem Spannungsfeld zwischen strukturellen Vorgaben und individuellem Handeln.

Den vollständigen Vortrag gibt es auf unserem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=MVLeocCyWyY

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Eine Rede ist jetzt im Internet.

Die Rede heißt:
„Reinhard Heydrich und das Morden in der Nazi-Zeit"
Die Rede ist in schwerer Sprache.

Reinhard Heydrich war ein Anführer bei den N***s.

Es gibt eine wichtige Frage über ihn:
Hat Heydrich den Plan zum Mord an den Juden gemacht?
Die N***s nannten diesen Plan „End-Lösung".
Das heißt:
Die N***s wollten alle Juden in Europa töten.

Oder war Heydrich ein Teil vom Nazi-System?
In einem System arbeiten viele Teile zusammen an einem Plan.
Hat Heydrich getan, was das System wollte?

Peter Klein spricht über diese Frage.
Er weiß viel über die Nazi-Zeit.
Er lehrt an einer Uni in Berlin.

Peter Klein schaut sich an:
Was hat Heydrich getan?
Heydrich hat Juden in Europa verfolgt.
Heydrich hat Juden töten lassen.

Peter Klein fragt auch:
Was war wichtiger?
Die Regeln vom System?
Oder das Handeln von Heydrich?

Die Rede ist aus der Reihe „Hadamar-Gespräche".

Die ganze Rede gibt es auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=MVLeocCyWyY

Reinhard Heydrich als Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes fesselt Biographen, Historiker und Filmemacher gleichermaßen, obwohl seine Roll...

Eine spannende Veranstaltung der Kolleg:innen aus Frankfurt zu einem wichtigen Thema!
15/05/2026

Eine spannende Veranstaltung der Kolleg:innen aus Frankfurt zu einem wichtigen Thema!

Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle in unserem Arbeitssalltag, unserer medialen Welt und unseren geopolitischen Konflikten. Diese Entwicklung wirft viele ethische Fragen auf – unter anderem auch nach Verantwortung und Wahrheit im Umgang mit Geschichte und Erinnerung.
Worin bestehen die Potenziale von KI in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit und wo liegen Risiken von Verzerrung oder Missbrauch? Kann die Schoa mit KI für kommende Generationen begreifbar gemacht oder droht sie von KI fiktionalisiert, ja verfälscht zu werden?
Über diese und weitere Fragen diskutieren am Mittwoch, 27. Mai, 19 Uhr, Dr. Jonas Geiping, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und ELLIS Institut Tübingen, und Clara Mansfeld, Historikerin und verantwortlich für die digitale Kommunikation der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.
Moderation: Cécile Schortmann, Moderatorin und Journalistin 3sat („Kulturzeit“) und Hessischer Rundfunk.
Eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums in Kooperation mit dem Förderverein des Fritz Bauer Instituts.
Karten (10€, 5€ ermäßigt, Mitglieder der Fördervereine kostenfrei). Wir bitten um Anmeldung. Alle Informationen im Veranstaltungskalender auf unserer Website.

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Die Neugestaltung unserer Gedenkstätte geht in die nächste Phase. N...
13/05/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Die Neugestaltung unserer Gedenkstätte geht in die nächste Phase. Nach der Konkretisierung der Planungen für die Gedenkstätte und ihrer neuen Ausstellung begannen zunächst umfangreiche Entkernungsarbeiten im aktuell ungenutzten Gebäudeteil. Diese Arbeiten sind nun weitestgehend abgeschlossen.

Nun wird an ganz vielen Dingen gewerkelt, die für die Besucher:innen gar nicht mehr sichtbar sein werden – und trotzdem sehr wichtig sind. Für die künftige Nutzung der Räumlichkeiten, in denen die neue Ausstellung ihr Zuhause finden wird, benötigt es eine ordentliche Versorgung mit Strom, Wasser und einem neuen Heizungssystem. Hierzu braucht es Rohre und Kabel. Sehr viele Kabel. Die Leitungen werden nun durch neu geschaffene Versorgungskanäle in die einzelnen Räume verteilt. Dabei ist es uns wichtig, dass sich die neue Versorgungsinfrastruktur mit der historischen Struktur des Gebäudes im Einklang befindet.

Außerdem müssen für den Gedenkstättenbetrieb die statischen Gegebenheiten des Gebäudes auf Eignung überprüft und angepasst werden. Hierfür werden etwa die historischen Rundbögen, die unter anderem in den Fluren zu finden sind, gesichert.
Auch gestalterisch nimmt die Baustelle Fahrt auf. So werden auch bereits die ersten Wände in den Räumlichkeiten verputzt und für weitergehende Malerarbeiten vorbereitet.

Ziel bei allen Arbeiten ist es, einen umfangreichen, barrierefreien und modernen Gedenkstättenbetrieb zu ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir dabei möglichst viel Substanz des Gebäudes erhalten und Teil der Ausstellung werden lassen.

Aktuell wird nur in dem bisher ungenutzten Teil des Gebäudes gebaut. Die Gedenkstätte steht mit ihrer aktuellen Ausstellung während der Neugestaltung offen.

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Unsere Gedenk·stätte wird neu gemacht.
Jetzt beginnt ein neuer Teil der Arbeit.
Die Pläne für die Gedenk·stätte sind fertig.

Zuerst haben Fach·leute einen alten Teil vom Haus leer gemacht.
In diesem Teil wurde lange nichts genutzt.
Diese Arbeit ist jetzt fast fertig.

Jetzt arbeiten die Fach·leute an vielen wichtigen Dingen.
Die Besucherinnen und Besucher sehen diese Dinge später kaum.
Trotzdem sind sie sehr wichtig.

Die neue Aus·stellung braucht Strom und Wasser.
Die neue Aus·stellung braucht auch eine neue Heizung.
Darum bauen die Fach·leute viele Rohre ein.
Die Fach·leute bauen auch viele Kabel ein.

Die Kabel und Rohre kommen in neue Kanäle im Haus.
Von dort gehen sie in die einzelnen Räume.

Das ist uns sehr wichtig:
Die neue Technik soll gut zum alten Haus passen.
Das Haus ist ein histo·risches Haus.
Das bedeutet:
Das Haus ist alt und hat eine besondere Geschichte.

Auch die Stabilität vom Haus wird geprüft.
Stabilität bedeutet:
Das Haus soll sicher und fest sein.
Darum sichern die Fach·leute alte Rund·bögen im Haus.
Rund·bögen sind gebogene Teile an Türen oder Fluren.

Auch das Aussehen der Räume verändert sich.
Die ersten Wände bekommen neuen Putz.
Danach folgen Maler·arbeiten.

Alle Arbeiten haben ein klares Ziel.
Die Gedenk·stätte soll modern sein.
Die Gedenk·stätte soll barriere·frei sein.

Barriere·frei bedeutet:
Viele Menschen können die Gedenk·stätte gut nutzen.
Zum Beispiel Menschen mit Roll·stuhl.

Oder Menschen mit wenig Seh·vermögen.

Gleichzeitig wollen wir viel vom alten Haus erhalten.
Teile vom alten Haus sollen später auch zur Aus·stellung gehören.

Im Moment arbeiten die Fach·leute nur im alten, ungenutzten Teil vom Haus.
Die Gedenk·stätte bleibt weiter offen.
Besucherinnen und Besucher können die aktuelle Aus·stellung weiter ansehen.

Architekten Ritz & Losacker GmbH oblik

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]„Lebenswelten von Menschen mit Beeinträchtigungen – von Hadamar bis...
11/05/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
„Lebenswelten von Menschen mit Beeinträchtigungen – von Hadamar bis heute“- mit dieser Veranstaltung hat Johannes Szymanski seine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger abgeschlossen. Szymanski arbeitet in einer Wohneinrichtung für erwachsene Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung in Koblenz.

Unsere Kollegin Esther Abel beleuchtete während der Veranstaltung die NS-„Euthanasie“ und die Lebenswelten in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar vor 1940 und nach 1945.

Im Teil „Lebenswelten heute“ stellte zunächst der Vorsitzende des Bewohnerbeirats seine Lebenssituation in der Wohneinrichtung in Koblenz vor, bevor Johannes Szymanski ein Interview mit einer Bewohnerin führte. Sie berichtete unter anderem, wie sie als Rollstuhlfahrerin in Koblenz immer wieder mit fehlender Barrierefreiheit konfrontiert ist.

Besonders berührend war eine Ausstellung über vier Koblenzer Patient:innen, die zur NS-Zeit in der Tötungsanstalt Hadamar inhaftiert waren - drei von ihnen wurden ermordet. Die beiden beteiligten Bewohner:innen hatten zuvor die Gedenkstätte Hadamar besucht, und die Bewohnerin erzählte, dass sie seit diesem Besuch jeden Abend zu einer bestimmten Uhrzeit eine Kerze für die Verfolgten und Ermordeten anzündet.

Vielen Dank an Johannes Szymanski für dieses spannende und motivierte Projekt!

[💡 Der gleiche Text einfacher]
„Lebens·welten von Menschen mit Beeinträchtigung – von Hadamar bis heute“ hieß die Veranstaltung.
Mit der Veranstaltung hat Johannes Szymanski seine Aus·bildung beendet.
Er ist jetzt Heil·erziehungs·pfleger.
Ein Heil·erziehungs·pfleger hilft Menschen mit Beeinträchtigung im All·tag.

Johannes Szymanski arbeitet in einer Wohn·einrichtung in Koblenz.
Dort leben erwachsene Menschen mit Lern·schwierigkeiten.
Lern·schwierigkeiten heißt: Das Denken und Lernen fällt schwer.

Unsere Kollegin Esther Abel sprach bei der Veranstaltung über die Nazi-Zeit.
Sie erklärte die Morde an kranken und behinderten Menschen in Hadamar.
Die N***s nannten das damals „Euthanasie“.
Sie sprach auch über das Leben der Menschen in Hadamar vor dem Jahr 1940.
Und sie sprach über die Zeit nach dem Jahr 1945.
Danach ging es um das Leben heute.
Der Leiter vom Bewohner·beirat sprach über sein Leben in der Wohn·einrichtung in Koblenz.
Ein Bewohner·beirat vertritt die Wünsche und Ideen der Bewohner.

Danach führte Johannes Szymanski ein Gespräch mit einer Bewohnerin.
Die Frau nutzt einen Roll·stuhl.
Sie erzählte von ihrem Leben in Koblenz.
Sie sprach über fehlende Hilfen für Menschen im Roll·stuhl.
Zum Beispiel fehlen oft Rampen oder Aufzüge.

Das Thema Barriere·freiheit spielte dabei eine große Rolle.
Barriere·freiheit heißt: Alle Menschen kommen gut an Orte und können alles gut nutzen.
Eine Ausstellung zeigte das Leben von vier Menschen aus Koblenz.
Die Menschen lebten in der Nazi-Zeit in Hadamar.
Drei Menschen starben dort durch die N***s.

Zwei Bewohner aus der Wohn·einrichtung besuchten vorher die Gedenk·stätte Hadamar.
Eine Gedenk·stätte erinnert an wichtige Menschen und schwere Zeiten.
Eine Bewohnerin erzählte von ihrem Besuch dort.
Seit dem Besuch zündet sie jeden Abend zu einer festen Zeit eine Kerze an.
Die Kerze ist für die verfolgten und getöteten Menschen aus der Nazi-Zeit.

Vielen Dank an Johannes Szymanski für das starke Projekt!

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]AI-Slops zum Thema Nationalsozialismus sind immer weiterverbreitet ...
08/05/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
AI-Slops zum Thema Nationalsozialismus sind immer weiterverbreitet und zunehmend schwerer von echten Bildern und Videos zu unterscheiden.

Was ist AI Slop (deutsch: KI-Schrott/Abfall)? Es bezeichnet minderwertige, massenhaft durch Künstliche Intelligenz generierte Inhalte wie Texte, Bilder und Videos, die das Internet fluten. Diese Inhalte sind oft belanglos, irreführend oder absurd und dienen primär dazu, Aufmerksamkeit, Klicks und Werbeeinnahmen auf Social-Media-Plattformen zu generieren.

Ist euch auch schon mal ein Bild oder Video begegnet, bei dem ihr euch nicht sicher wart, ob es echt oder mit Künstlicher Intelligenz generiert ist?
In dieser Situation solltet ihr euch einige Fragen stellen, die bei der Beantwortung helfen können:

- Wer postet das Bild/Video und kommen euch die Autor:innen vertrauenswürdig vor?
- Gibt es eine Quellenangabe? Gedenkstätten und Erinnerungsorte arbeiten nach wissenschaftlichen Standards und geben Quellen an.
- Warum wird mir das angezeigt? Soll das Bild/Video mich emotional aufwühlen? KI-generierte Bilder/Videos werden meist in Verbindung mit hochemotionalisierenden Geschichten gepostet, die aber keine historischen Ereignisse abbilden und frei erfunden sind.

Ihr habt euch diese Fragen gestellt und seid immer noch unsicher, ob ein Bild oder Video wirklich historisch ist? Dann fragt bei uns nach - wir helfen gern weiter!

[💡 Der gleiche Text einfacher]
AI-Slops sind Bilder und Videos.
Ein Computer macht diese Bilder und Videos.
AI-Slops ist ein englisches Wort.
Es bedeutet: schlecht gemachte Inhalte von einer Künstlichen Intelligenz.
Künstliche Intelligenz ist ein Computer-Programm, das selbst lernen kann.

Diese Inhalte sind oft:
• unwichtig
• falsch
• oder seltsam

Sie sollen:
• viele Klicks bringen
• viel Aufmerksamkeit bekommen
• Geld durch Werbung machen

Diese Inhalte sehen oft echt aus.

Es gibt immer mehr AI-Slops zum Thema Nazi-Zeit.
Man kann sie immer schwerer von echten Bildern und Videos trennen.
Habt ihr schon mal ein Bild oder Video gesehen
und wart euch nicht sicher?

Dann stellt euch diese Fragen:

Wer zeigt das Bild oder Video? Kennt ihr die Person? Vertraut ihr der Person?
Gibt es eine Quellen-Angabe?
Eine Quellen-Angabe sagt: Woher kommt das Bild?

Gedenk-Stätten und Erinnerungs-Orte arbeiten sehr genau.
Sie geben immer an, woher ein Bild kommt.

Fragt euch auch:
Warum sehe ich dieses Bild gerade? Soll mich das Bild traurig oder wütend machen?

Computer-Bilder zeigen oft sehr traurige Geschichten.
Aber diese Geschichten sind frei erfunden.
Sie zeigen also etwas, das es so in der Geschichte gar nie gab.

Ihr seid immer noch unsicher?
Ihr habt euch alle Fragen gestellt?

Dann fragt bei uns nach. Wir helfen euch gerne weiter!

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Am 22. April wurde Magarete Biemer als Patientin in die Tötungsanst...
22/04/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Am 22. April wurde Magarete Biemer als Patientin in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht. Sie entkommt ihrem Schicksal nur knapp, indem Sie Aufgaben des Pflegepersonals übernimmt. In diesem Beitrag erinnern wir an ihr Schicksal.

Margarete wird im Sommer 1907 als eines von vier Kindern geboren. Sie erlangt keinen Schulabschluss und arbeitet im Schneidereigeschäft ihrer Eltern, bis sie 21 Jahre alt ist. 1930 bekommt Magarete ihr erstes Kind. Im gleichen Jahr begeht ihr Vater Suizid. Magarete heiratet ein Jahr später in Wetzlar den Arbeiter Karl Biemer und bekommt mit ihm einen Sohn. Die Ehe ist schwierig, wiederholt soll es zu Auseinandersetzungen um die voreheliche Tochter gekommen sein.

Im April 1940 wird Magaretes Mann zum Militär eingezogen – das bedeutet das endgültige Aus der Ehe. Beide beschuldigen sich gegenseitig der Untreue, was bei Magarete die Behörden auf den Plan ruft. Noch im selben Jahr werden die Kinder in die sogenannte „Fürsorgeerziehung“ gegeben. Über Magarete verbreiten sich weiterhin Gerüchte: Sie habe ihre Kinder vernachlässigt und sich stattdessen mit Soldaten „vergnügt“. Zudem wird behauptet, sie sei geschlechtskrank. Schließlich stufen die Behörden sie als „Gefahr für die Öffentlichkeit“ ein. Im Dezember 1940 wird sie in die Anstalt Weilmünster eingewiesen.

Bei ihrer Einweisung ist sie schwanger. Das Kind ist vermutlich von Werner K., der ihr wiederholt Liebesbriefe zusendet. Als die Anstalt von der Schwangerschaft erfährt, stellt sie einen Antrag auf Unfruchtbarmachung. Als Begründung gibt sie an: „Es liegt nicht im Interesse der Volksgemeinschaft diese Schwangerschaft austragen zu lassen, da schon 1 Kind minderwertig ist.“ Im April 1941 wird Magarete zwangssterilisiert, einen Monat später wird die Schwangerschaft abgebrochen. Kurz darauf folgt die Ehescheidung. Auch die Beziehung zu Werner K. zerbricht, wird von der Anstalt aktiv unterbunden. Magarete sei eine „verheiratete Geisteskranke“ und das Kind vermutlich ohnehin nicht von ihm gewesen. Werner weigert sich, der Anstalt zu glauben. Als jedoch offen über seinen eigenen geistigen Gesundheitszustand gezweifelt wurde, löst er die Beziehung auf.

Magarete verbleibt in der Anstalt Weilmünster, in der die Bedingungen immer schlechter werden. Tausende Menschen sterben durch Vernachlässigung und Hunger. Magarete bittet wiederholt um Entlassung, jedoch erfolglos. Am 22. April 1944 wird sie nach Hadamar verlegt; zu diesem Zeitpunkt eine „Euthanasie“-Tötungsanstalt. Magarete entkommt ihrem Schicksal nur, weil sie Aufgaben des Pflegepersonals übernimmt. Dabei lernt sie Karl M. kennen. Beide überleben die „Euthanasie“ und heiraten nach ihrer Entlassung.

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Am 22. April kommt Magarete Biemer in die Anstalt Hadamar.
Eine Anstalt ist ein Ort für Menschen mit Krankheiten.
Hadamar ist aber keine richtige Anstalt.
Dort werden viele Menschen getötet.
Das nennt man Tötungs·anstalt.

Margarete überlebt nur knapp.
Sie hilft dem Pflege·personal.
So bleibt sie am Leben.
Wir erzählen hier ihre Geschichte.

Magarete wird im Sommer 1907 geboren.
Sie hat drei Geschwister.
Sie macht keinen Schul·abschluss.
Das heißt: Sie beendet die Schule nicht mit einem Zeugnis.

Sie arbeitet im Laden ihrer Eltern.
Der Laden ist eine Schneiderei.
Schneiderei heißt: Kleidung nähen und ändern.
Mit 21 Jahren hört sie dort auf.

Im Jahr 1930 bekommt Magarete ein Kind.
Im gleichen Jahr stirbt ihr Vater.
Er nimmt sich das Leben.

Ein Jahr später heiratet sie Karl Biemer in Wetzlar.
Sie bekommen zusammen einen Sohn.
Die Ehe ist schwierig.
Es gibt oft Streit.
Der Streit ist wegen der ersten Tochter von Margarete.

Im April 1940 muss ihr Mann zum Militär.
Das bedeutet: Er wird Soldat.
Die Ehe geht zu Ende.
Beide sagen:
Der andere war untreu.
Untreu heißt: Man hat eine andere Liebes·beziehung.

Die Behörden greifen ein.
Behörden sind Ämter vom Staat.
Die Kinder werden weggenommen.
Sie kommen in Fürsorge·erziehung.
Das heißt: Andere Menschen kümmern sich um die Kinder.

Es gibt viele Gerüchte über Magarete.
Gerüchte sind Geschichten, die nicht immer wahr sind.
Manche sagen:
Sie kümmert sich nicht gut um ihre Kinder.
Andere sagen:
Sie trifft oft Soldaten.

Es wird auch gesagt:
Sie ist krank.
Am Ende sagen die Behörden:
Margarete ist eine Gefahr für andere Menschen.

Im Dezember 1940 kommt sie in die Anstalt Weilmünster.
Magarete ist schwanger.
Das Kind ist wohl von Werner K.

Die Anstalt will:
Magarete soll keine Kinder mehr bekommen.
Das nennt man Unfruchtbar·machung.

Die Begründung ist schlimm:
Die N***s sagen: Das Kind ist nicht gut genug.
Das passiert in der Nazi·zeit.

Im April 1941 wird Magarete zwangs·sterilisiert.
Das heißt: Es passiert gegen ihren Willen.
Ein Eingriff im Körper.
Danach kann eine Person keine Kinder mehr bekommen.
Einen Monat später wird das Kind in Margaretes Bauch entfernt.
Das nennt man Abtreibung.

Kurz danach wird die Ehe mit Karl geschieden.
Auch die Beziehung zu Werner K. endet.

Die Anstalt sagt:
Magarete ist krank im Kopf.
Werner glaubt das erst nicht.
Dann werden über ihn auch Gerüchte erzählt.
Sie sagen:
Auch er könnte krank sein.
Danach trennt er sich von Magarete.

Magarete bleibt in der Anstalt Weilmünster.
Das Leben dort wird immer schlechter.
Viele Menschen sterben.
Sie sterben an Hunger und fehlender Pflege.
Magarete will gehen.
Aber sie darf nicht gehen.

Am 22. April 1944 kommt sie nach Hadamar.
Hadamar ist eine Tötungs·anstalt.
Dort werden Menschen in der Nazi·zeit getötet.
Das nennt man „Euthanasie“.
Das ist ein falsches Wort für das Töten von kranken Menschen.

Magarete hilft dem Pflege·personal.
So wird sie nicht getötet.
Dort lernt sie Karl M. kennen.
Beide überleben.
Nach der Entlassung heiraten sie.

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Am 27. März besuchte eine Delegation von japanischen Rechtsanwälten...
19/04/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Am 27. März besuchte eine Delegation von japanischen Rechtsanwälten, die sich für die Opfer des japanischen Eugenik-Schutz-Gesetzes einsetzt, die Gedenkstätte.
Dieses Gesetz, das von 1948 bis 1994 in Kraft war, bildete die Grundlage für die Zwangssterilisation von mehr als 25.000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, überwiegend Frauen und Mädchen.

Während ihres Besuchs informierten sich die Mitglieder der japanischen Rechtsanwaltsvereinigung über den Umgang mit den Opfern von Zwangssterilisationen, die während der NS-Zeit in Deutschland durchgeführt wurden. Zudem wurde der heutige Umgang mit der Erinnerungskultur und die gesellschaftliche Aufklärung über problematisches eugenisches Gedankengut thematisiert. Im Gespräch mit Prof. Dr. Jan-Erik Schulte, dem Leiter der Gedenkstätte, sowie Gisela Puschmann, Juristin und der Gedenkstätte Hadamar seit langem verbunden, wurde der Austausch vertieft. Gisela Puschmann engagiert sich nicht nur für die Aufarbeitung der eugenischen Verbrechen der NS-Zeit, sondern ist auch persönlich betroffen – ihre Tante, Helga Ortlepp, wurde 1941 in Hadamar ermordet.

Nach den Gesprächen erfolgte ein geführter Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte, bei dem der Delegation die geschichtlichen Hintergründe der Tötungsstätte nähergebracht wurde. Wir danken dem gesamten Team der Delegation für den intensiven Austausch und ihr Interesse an unserer Arbeit. Der internationale Dialog über den Umgang mit historischen Verbrechen im Bereich der Eugenik ist uns ein wichtiges Anliegen.

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Am 27. März kam eine Gruppe aus Japan.
Die Gruppe bestand aus Anwälten.
Anwälte helfen Menschen bei Rechts·fragen.

Diese Anwälte setzen sich für Opfer ein.
Die Opfer litten unter einem Gesetz in Japan.
Das Gesetz hieß: Eugenik-Schutz-Gesetz.

Eugenik bedeutet: Menschen sollen angeblich „besser" gemacht werden.
Manche Menschen durften deshalb keine Kinder mehr bekommen.

Das Gesetz galt von 1948 bis 1994.
Mehr als 25.000 Menschen wurden zwangs·sterilisiert.
Das heißt: Ärzte sorgten dafür, dass sie keine Kinder mehr bekommen konnten.
Die Menschen wollten das aber gar nicht.
Die meisten Opfer waren Frauen und Mädchen.
Sie hatten eine Behinderung oder eine seelische Krankheit.

Die Anwälte wollten etwas lernen. Sie wollten wissen:

Wie geht Deutschland mit den Opfern von Zwangs·sterilisation um?
In der Nazi-Zeit wurden auch in Deutschland Menschen zwangs·sterilisiert.
Wie erinnert Deutschland heute an diese Taten?
Wie klärt Deutschland die Menschen über Eugenik auf?
Die Gruppe sprach mit zwei Personen:

Prof. Dr. Jan-Erik Schulte – Er leitet die Gedenk·stätte.
Gisela Puschmann – Sie ist Juristin.
Eine Juristin kennt sich mit Gesetzen aus.
Sie arbeitet schon lange mit der Gedenk·stätte Hadamar zusammen.

Gisela Puschmann setzt sich für die Aufklärung ein.
Sie will, dass alle von den Verbrechen der Nazi-Zeit erfahren.
Das Thema ist auch sehr persönlich für sie: Ihre Tante wurde in Hadamar ermordet.

Nach den Gesprächen gab es einen Rund·gang.
Die Gruppe ging über das Gelände der Gedenk·stätte.
Eine Person erklärte die Geschichte des Ortes.
Früher war dort ein Ort, an dem Menschen getötet wurden.

Wir sagen Danke an die ganze Gruppe aus Japan.
Der Austausch war sehr gut.
Wir freuen uns über das Interesse an unserer Arbeit.

Uns ist wichtig: Länder auf der ganzen Welt sollen über diese Verbrechen sprechen.
Nur so können wir daraus lernen.

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]Vor 81 Jahren ging mit dem Eintreffen der US-Armee in Idstein ein d...
16/04/2026

[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Vor 81 Jahren ging mit dem Eintreffen der US-Armee in Idstein ein dunkles Kapitel zu Ende. Von Kriegsbeginn bis März 1945 fielen auf dem Kalmenhof über 700 Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – der NS-Psychiatrie-Politik und den „Euthanasie“-Morden zum Opfer.

Anlässlich der Befreiung richtete der Gedenk- und Lernort Kalmenhof am 28. März zusammen mit der Vitos Teilhabe eine Gedenkveranstaltung im Saal des Verwaltungsgebäudes der Vitos Teilhabe aus.

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Alexander Kurz-Fehrlé, Betriebsstättenleiter der Vitos Behindertenhilfe, die Anwesenden. Mit Blick auf seinen Tätigkeitsbereich und die Arbeit der Vitos Teilhabe, hob er die Bedeutung der Erinnerung an die Verbrechen für das Tun in der Gegenwart hervor. Danach wandte sich Lisa Caspari mit einleitenden Worten an die Gäste. Sie treibt den Aufbau des Gedenk- und Lernortes Kalmenhof voran und organisierte die Veranstaltung in diesem Jahr zum zweiten Mal – mit dem Ziel, sie langfristig als jährliches Gedenken zu etablieren.

Hauptrednerin der Veranstaltung war Gertrude Henn, die eine sehr persönliche Verbindung zur Geschichte des Ortes hat. Im Rahmen ihrer Ahnenforschung stieß sie vor einigen Jahren auf drei Familienmitglieder, die während der Zeit des Nationalsozialismus den „Euthanasie“-Verbrechen auf dem Kalmenhof und in Hadamar zum Opfer fielen.

Ihre Verwandte Anna Maria Becker wurde 1941 im Rahmen der „Aktion T4“ in Hadamar ermordet. Anna Beckers Nichte, Margaretha Katharina Martin, starb 1944 während der dezentralen „Euthanasie“ in Hadamar. Ihr siebenjähriger Sohn Fritz war im gleichen Jahr auf dem Kalmenhof in Idstein getötet worden.
In ihrem Vortrag machte Gertrude Henn deutlich wie wichtig es ist, beim Gedenken an die Verbrechen die Menschen in den Mittelpunkt der Erinnerung zu stellen. Die Opfer dürften dabei nicht auf ihr Leid reduziert werden – es seien Menschen gewesen, mit eigenem Namen, eigenen Erfahrungen, Wünschen und Träumen. Mit der Aufarbeitung und dem Sprechen über ihre Familiengeschichte möchte Frau Henn das lange vorherrschende Schweigen durchbrechen und den Opfern Sichtbarkeit geben.

Zum Abschluss ihres Vortrags zeigte sie eine besondere Fotoaufnahme: Neben den Stolpersteinen, die für ihre Angehörigen in Mainz-Gonsenheim verlegt wurden, hatten Jugendliche bewegende Botschaften auf kleinen Täfelchen hinterlassen. Ein Zeichen des Gedenkens, das, so Henn, Hoffnung gebe.

In seinen abschließenden Worten dankte Prof. Dr. Jan Erik Schulte, Leiter der Gedenkstätte Hadamar, der Referentin für ihren eindrucksvollen und berührenden Beitrag. „Die Biografien führen uns direkt vor Augen wie eine Gesellschaft aussieht, die radikal ausgrenzt, die Menschen ihre Individualität abspricht und ihnen ihre Würde – und schließlich ihr Leben – nimmt“, so Schulte. Die Erinnerung an sie biete somit zwangsläufig auch Orientierung für unser heutiges und zukünftiges gesellschaftliches Zusammenleben und Handeln.
Für die einfühlsame musikalische Begleitung sorgten Zara Izmirli (Querflöte) und Erdem Yavuz (Gitarre) von der Musikschule Idstein, Musikfreunde Idstein e. V.

Wir danken allen Mitwirkenden sowie den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die an der Gedenkveranstaltung teilgenommen haben und sich im Anschluss – trotz des Wetters – zur Friedhofslandschaft begaben, um der Opfer würdevoll zu gedenken.

Fotos: fama lucis / Gedenkstätte Hadamar

[💡 Der gleiche Text einfacher]
Vor 81 Jahren kam die US-Armee nach Idstein.
Das war im März 1945.
Damit endete eine sehr schlimme Zeit auf dem Kalmen·hof.
Der Kalmen·hof ist eine Einrichtung in Idstein.
Dort lebten Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten.
In der Zeit des National·sozialismus wurden dort über 700 Menschen ermordet.
Das waren Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Die National·sozialisten nannten diese Morde „Euthanasie".

Euthanasie bedeutet eigentlich: ein leichter Tod.
Aber die National·sozialisten haben das Wort anders benutzt.
Um die Ermordung von kranken und behinderten Menschen zu beschreiben.

Am 28. März gab es eine Gedenk·veranstaltung auf dem Kalmen·hof.
Gedenk·veranstaltung bedeutet: Menschen treffen sich, um an etwas Wichtiges zu erinnern.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert.
Vom Gedenk- und Lern·ort Kalmen·hof und von der Vitos Teil·habe.
Die Vitos Teil·habe ist eine Einrichtung.
Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen.

Die Veranstaltung war im Verwaltungs·gebäude der Vitos Teil·habe.
Alexander Kurz-Fehrlé hat die Gäste begrüßt.
Er leitet die Vitos Behinderten·hilfe.
Er hat gesagt: Es ist wichtig, sich an die Verbrechen zu erinnern.
Die Erinnerung hilft uns bei unserer Arbeit heute.

Danach hat Lisa Caspari gesprochen.
Sie baut den Gedenk- und Lern·ort Kalmen·hof auf.
Sie hat die Veranstaltung zum zweiten Mal organisiert.
Ihr Ziel ist: Die Veranstaltung soll jedes Jahr stattfinden.

Die Haupt·rednerin war Gertrude Henn.
Sie hat eine persönliche Verbindung zu diesem Ort.
Gertrude Henn hat ihre Familie erforscht.
Dabei hat sie etwas Schlimmes herausgefunden.
3 Familien·mitglieder von ihr wurden in der Zeit des National·sozialismus ermordet.

Ihre Verwandte Anna Maria Becker wurde 1941 in Hadamar ermordet.
Hadamar war ein Ort, an dem die National·sozialisten viele kranke und behinderte Menschen getötet haben.

Die Nichte von Anna Becker hieß Margaretha Katharina Martin.
Sie starb 1944 in Hadamar.

Ihr Sohn Fritz war 7 Jahre alt.
Er wurde im gleichen Jahr auf dem Kalmen·hof getötet.

Gertrude Henn hat in ihrem Vortrag gesagt: Wir müssen an die Menschen erinnern.
Die Opfer waren Menschen mit einem eigenen Namen.
Sie hatten Erfahrungen, Wünsche und Träume.
Die Opfer dürfen nicht nur als Opfer gesehen werden.
Gertrude Henn möchte über ihre Familien·geschichte sprechen.
Denn lange Zeit hat niemand darüber gesprochen.
Sie möchte das Schweigen beenden.
Und sie möchte, dass die Opfer gesehen werden.

Am Ende ihres Vortrags hat Gertrude Henn ein besonderes Foto gezeigt.
Auf dem Foto waren Stolper·steine.
Stolper·steine sind kleine goldene Steine im Boden.
Sie erinnern an Menschen, die von den National·sozialisten ermordet wurden.
Die Stolper·steine waren für ihre Familien·mitglieder in Mainz-Gonsenheim verlegt worden.

Neben den Steinen hatten Jugendliche kleine Täfelchen hingelegt.
Auf den Täfelchen standen berührende Botschaften.
Gertrude Henn hat gesagt: Das gibt ihr Hoffnung.

Danach hat Professor Jan Erik Schulte gesprochen.
Er leitet die Gedenk·stätte Hadamar.
Er hat Gertrude Henn für ihren Vortrag gedankt.
Er hat gesagt: Die Lebens·geschichten zeigen uns: So sieht eine Gesellschaft aus, die Menschen ausgrenzt.
Die Menschen ihre Einzigartigkeit abspricht.
Und die ihnen ihre Würde und ihr Leben nimmt.
Die Erinnerung an diese Menschen hilft uns.
Sie zeigt uns, wie wir heute und in Zukunft zusammen·leben sollen.

Zara Izmirli hat Quer·flöte gespielt.
Erdem Yavuz hat Gitarre gespielt.
Beide kommen von der Musik·schule Idstein.
Die Musik·schule gehört zu den Musik·freunde Idstein e. V.
Die Musik hat die Veranstaltung begleitet.

Wir danken allen, die mitgemacht haben.
Und wir danken allen Besucherinnen und Besuchern.

Nach der Veranstaltung sind viele Menschen zum Friedhof gegangen.
Dort haben sie an die Opfer erinnert.
Das haben sie gemacht, obwohl das Wetter schlecht war.

Adresse

Mönchberg 11
Hadamar
65589

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Montag 09:00 - 16:00
Dienstag 09:00 - 16:00
Mittwoch 09:00 - 16:00
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