20/05/2026
[💡 Unten gibt es den Text auch in Einfacher Sprache.]
Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste in Würselen bei Aachen geboren. Mit ihren beiden Brüdern wuchs sie in einer gutsituierten Kaufmannsfamilie auf und hatte eine unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit.
1925 heiratet sie Josef Schillings. Im selben Jahr noch kommt ihr erstes Kind, Tochter Inge, zur Welt. Im darauffolgenden Jahr wird ihr Sohn Gregor geboren.
Ihr Mann nimmt im Ausland eine Stelle bei einer niederländischen Firma an. Rosa folgt ihm 1929 mit beiden Kindern nach Borneo. Ein Jahr später stirbt Josef. Rosa kehrt mit ihren beiden Kindern nach Deutschland zurück. Nachdem sie bereits ihren Ehemann und ihre Eltern verloren hat, stirbt 1931 auch ihre Tochter Inge an Malaria.
Daraufhin entwickelt Rosa zunehmend psychische Probleme. Nach Weinkrämpfen an Weihnachten wird sie von ihrem Bruder in eine Heilanstalt in der Nähe von Aachen gebracht. Diesem Aufenthalt folgen weitere, bis sie 1936 in die „Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen“ eingewiesen wird. Dort wird ihr die Diagnose „paranoide Schizophrenie“ zugeschrieben.
In der Krankenakte wird vermerkt: „Rosa fügte sich nicht in das Anstaltsleben ein. Für Ärzte und Pflegepersonal war sie nur eine rebellische, aufsässige Patientin."
Rosas Willen konnten sie nicht brechen, ihre kritischen Äußerungen über Hi**er und das Naziregime nicht stoppen. So nannte sie Hi**er einen Schweinehund, der seine Leute mit ‚Kraft durch Freude‘ fange.(1)
Am 2. Mai 1941 wird Rosa Schillings mit mindestens 101 weiteren Patientinnen und Patienten nach Hadamar transportiert. Ihre Angehörigen erhalten später die Nachricht, Rosa sei an Leukämie verstorben. Diese Angabe ist jedoch falsch: Sie wurde am Tag ihrer Ankunft in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hadamar ermordet.
[💡 Der gleiche Text einfacher]
Am 18. März 1899 wird Rosa Antonette Hubertine Droste geboren.
Sie wird in Würselen bei Aachen geboren.
Rosa wächst mit zwei Brüdern auf.
Die Familie hat genug Geld.
Der Vater arbeitet als Kauf·mann.
Rosa hat eine schöne Kindheit und Jugend.
Im Jahr 1925 heiratet Rosa Josef Schillings.
Noch im selben Jahr bekommt sie ein Kind.
Die Tochter heißt Inge.
Ein Jahr später bekommt Rosa einen Sohn.
Der Sohn heißt Gregor.
Ihr Mann arbeitet später im Ausland.
Er arbeitet für eine nieder·ländische Firma.
Rosa zieht im Jahr 1929 mit ihren Kindern nach Borneo.
Borneo ist eine große Insel in Asien.
Ein Jahr später stirbt ihr Mann Josef.
Rosa reist mit ihren Kindern zurück nach Deutschland.
Rosa erlebt viel Leid.
Zuerst sterben ihr Mann und ihre Eltern.
Dann stirbt im Jahr 1931 auch ihre Tochter Inge.
Inge stirbt an Malaria.
Malaria ist eine schwere Krankheit.
Nach diesen Erlebnissen geht es Rosa immer schlechter.
Sie hat seelische Probleme.
An Weih·nachten hat Rosa starke Wein·anfälle.
Ihr Bruder bringt sie darum in eine Klinik bei Aachen.
Dort bleibt sie eine Zeit lang.
Später lebt sie auch in weiteren Kliniken.
Im Jahr 1936 kommt Rosa in die Heil·anstalt Galkhausen.
Dort sagen Ärzte:
Rosa hat paranoide Schizo·phrenie.
Das ist eine schwere seelische Krankheit.
In den Unterlagen aus der Klinik steht:
Rosa wollte sich den Regeln in der Klinik oft nicht fügen.
Die Ärzte und Pflege·kräfte fanden Rosa schwierig.
Rosa sagte offen ihre Meinung.
Sie sprach auch gegen Hi**er und die N***s.
Zum Beispiel beleidigte sie Hi**er.
Am 2. Mai 1941 bringen die N***s Rosa mit vielen anderen kranken Menschen nach Hadamar.
Mindestens 101 Menschen fahren mit dem Transport.
Später bekommt die Familie eine Nachricht.
In der Nachricht steht:
Rosa sei an Leukämie gestorben.
Leukämie ist eine schwere Krankheit vom Blut.
Diese Nachricht stimmt aber nicht.
Die N***s ermorden Rosa am Tag ihrer Ankunft.
Sie stirbt in der Gas·kammer der Tötungs·anstalt Hadamar.
Quelle: Gabriele Lübke (2017): https://www.spiegel.de/geschichte/euthanasie-morde-der-nazis-der-leidensweg-von-rosa-schillings-a-1135596.html
(1) Das Zitat stammt aus dem genannten Artikel.
Foto: Rosa Schillings mit ihren beiden Kindern. Zwischen 1930 und 1931. Grafik: Gedenkstätte Hadamar; Foto: Privat