15/10/2026
Kesting – Verhallender Ruf
Der Krieg ist vorbei. Edmund Kesting gehört zu den Künstlern, die den kulturellen Neuanfang in Dresden mitgestalten. Im November zeigt die neu gegründete Künstlergruppe „der ruf“ ihre erste Ausstellung. Ein Jahr später ist Kesting maßgeblich an der Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden beteiligt. Die zuvor verfemte Moderne kehrt in die Öffentlichkeit zurück.
Doch der Aufbruch ist von kurzer Dauer. Bereits 1947 verliert Kesting seine Lehrtätigkeit an der Staatlichen Hochschule für Werkkunst in Dresden – offiziell aus ‚Strukturgründen‘. 1953 folgt die fristlose Kündigung an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee.
Auch seine Bilder erzählen nicht von unbeschwertem Neubeginn. „Verlassener Strand“ entsteht 1949, „Kosmische Spiegelung“ bereits 1948. Beide Werke zeigen eine Bildwelt, die sich nicht den Erwartungen an eine sozialistische Kunst unterordnet.
1955 findet Kesting schließlich eine neue Aufgabe: An der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg bildet er bis 1960 künftige Kameraleute der DEFA aus.
Edmund Kesting. Avantgardist
bis 25. Oktober
Credits |
1 | Edmund Kesting: Verlassener Strand, 1949, Tempera auf Karton, 47,9 × 64 cm, Privatsammlung, Foto: Michael Ehritt © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
2 | Edmund Kesting: Kosmische Spiegelung, 1948, Aquarell über Feder mit Tusche auf Papier, 35,2 × 41,4 cm, Privatsammlung, Foto: Michael Ehritt © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Paul Kaiser DIK - Dresdner Institut für Kulturstudien
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt