15/10/2026
Wie fühlt es sich an, als Künstlerin mit Kind eine Residenz im Ausland zu erleben? 🧑🧒
Unsere Stipendiatin .kirchner ist aktuell im Rahmen eines Arbeitsstipendiums mit ihrer Tochter in Kyōto und teilt diesmal ein Herzensthema mit uns:
„Eine Residenz mit Kind im Ausland ist eine intensive Erfahrung. Care-Arbeit und künstlerische Arbeit verschmelzen unweigerlich miteinander. Inspirierende Erlebnisse und Überforderungsgefühle prallen täglich aufeinander.
Meine Tochter besucht seit einem Monat einen japanischen Kindergarten in Kyōto . Für mich ist dies neben der Kinderbetreuung zu einer Chance geworden, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen, die japanische Alltagskultur authentisch zu erleben und mich als temporären Teil dessen zu fühlen. Im Rahmen eines Kunstworkshops mit der Kitagruppe meiner Tochter konnte ich meinen Dank für die Unterstützung zum Ausdruck bringen und zugleich ein neues gemeinschaftliches Workshopformat mit Washi-Papier erproben.
Ich bin unglaublich erleichtert, dass meine Tochter während unseres Aufenthaltes im nicht nur geduldet sondern mit Freude empfangen, geherzt, beschenkt und mitgedacht wird - vom Institutsteam, aber auch von den anderen Artists in Residence und den weiteren Kooperationspartner:innen meines Aufenthaltes. Das Gefühl, in eine unterstützende Gemeinschaft eingebunden zu sein, bereichert unseren Aufenthalt auf verschiedenen Ebenen.
Ich wünsche mir, dass Kinder auch in anderen Kunstkontexten als Bereicherung wahrgenommen werden und Künstler:innen in Care-Arbeit strukturell und institutionell gestärkt werden. Ich erlebe diese Residence gerade als sehr gutes Beispiel hierfür.
Mit der halleschen Initiative setze ich mich mit weiteren Künstlerinnen für einen familienfreundlichen Kunstbetrieb in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Gerade findet hierzu die spannende Ausstellung „Who cares?“ in der Galerie Paul Scherzer in Halle (Saale) statt, gefördert von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt.“
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Danke für deine offenen und wichtigen Gedanken, liebe .kirchner! 🙏