Simone Bruns Event

Simone Bruns Event Seit Simone Bruns für Kultursponsoring zuständig ist, gelten die Ausstellungen in den Deichtorhallen – und nicht nur die – als sinnliches Erlebnis. Gundlach.

Dabei ist das Konzept der gelernten Fotografin ganz einfach: Kunst unkonventionell kombiniert Freie Malerei studieren, Künstlerin werden, das war ihr Ziel. Aber Simone Bruns stammt aus Leer, die Familie ist ostfriesisch bodenständig, und wenn hier das Wort »Kunst« verwendet wird, dann nur im Zusammenhang mit »brotlos«. Dabei hätte sie wirklich gute Chancen gehabt, als Künstlerin ihren Weg zu gehen

, davon ist sie noch heu- te überzeugt. Nicht nur, weil auf ihren Zeugnissen immer eine »Eins« in die- sem Fach stand, sondern auch, weil kein Geringerer als Professor Markus Lüpertz ihr angeboten hatte, bei ihm an der Düsseldorfer Kunstakademie ein Gastsemester zu absolvieren. Sollte nicht sein, aus Leer kam Verständnislo- sigkeit und somit fehlte die finanzielle Unterstützung. Die heute 42-jährige Simone Bruns wählte andere Wege, auch Umwege, um schließlich doch »ihre Richtung« zu finden. Inspiriert vom Großvater (»von dem hab ich wahnsinnig viel«), hatte sie sich schon mit 14 Jahren eine Dunkel- kammer gewünscht. Und nachdem sie ihre ersten Bilder noch in der el- terlichen Küche abgezogen hatte, ließ sie sich zur Fotografin ausbilden. Und dann – endlich – weg aus Ostfriesland, direkt nach Hamburg zu »PPS«, was für Professional Print Solutions steht und noch heute im Bunker auf dem Heili- gengeistfeld residiert. Im Außendienst betrieb sie Akquise für Print-Produk- tionen, was so erfolgreich lief, dass sie erstens zügig ein Team zur Seite gestellt bekam und zweitens bald darauf abge- worben wurde. Zunächst von Agfa als Vertriebsdirektorin für Norddeutsch- land und dann – und das wurde zum Entrèe in ihr heutiges Leben – von F.C. Der große Mann der Foto- grafie hatte sie lange schon im Visier,
doch an den alles entscheidenden Tag erinnert sie sich im Detail: »Ich fuhr auf der Rothenbaumchaussee, hörte im Radio von der Agfa-Insolvenz, und in dem Moment rief F.C. Gundlach an und sagte, ich solle für ihn arbeiten. Er plane eine große Ausstellung, brauche sehr viel Geld dafür, und das solle ich für ihn sammeln.«
Simone Bruns ist spontan. Sie bog ab und fuhr sofort, diesmal ohne Um- weg, zu ihrem zukünftigen Chef und zusammen machten sie die Sache klar. »Ich führe dich ein in die Gesellschaft und du kannst dir ein Netzwerk auf- bauen«, versprach der Meister. Und so geschah es. Ein Jahr lang begleitete sie ihn zu jedem Event und offensicht- lich war die Zeit günstig, das Geld kam schnell zusammen. Ein Jahr zuvor, 2003, hatte sich ihr Mentor als Grün- dungsdirektor des Hauses der Photo- graphie in den Deichtorhallen etabliert und prompt kam von dort die nächste Anfrage: Netzwerke in Industrie und Wirtschaft aufbauen zum Zwecke des Kultursponsorings. Heute ist ihr Datenpool prall ge- füllt und ihr Name in der Szene ein Begriff – vermutlich auch, weil sie mit den irrwitzigsten Projekten von sich reden macht. Und das gleich zweifach. Denn wenn sie nicht gerade für poten- zielle Geldgeber ein Konzept erarbei- tet, mit dem eine Ausstellung in den Deichtorhallen realisiert werden soll, oder aber im Kunstverein, den sie in- zwischen in Sachen Kultursponsoring ebenfalls betreut, dann zieht Simone Bruns ihr eigenes Ding durch. Und das hat selbstverständlich auch mit Kunst zu tun, wie könnte es anders sein? Alle drei Monate organisiert sie in wech- selnden, hoch herrschaftlichen Villen
eine Photo-Soirèe, die letzte unter dem Motto »The Beauty of Darkness«. Ent- sprechend dunkel sind Dresscode ge- wünscht – und sämtliche Räume ge- staltet! Gewagtes Konzept, aber das Publikum kleidet sich tatsächlich tief- schwarz und ist begeistert von der In- szenierung und, ja, auch von dem Platz auf der Gästeliste – die überdimensi- onalen Einladungskarten für Kunst- erlebnisse à la Bruns sind inzwischen mehr als begehrt. Was geht und was nicht geht, da- für hat sie längst ein Gespür. Und aus dem heraus entsteht auch die Idee zur ersten Kunstgala in Deutschland. Für Gegenwartswerke begeistern will sie damit und weiß natürlich, dass auch da der Gesamteindruck zählt. In den Deichtorhallen lässt sie zum Beispiel ein Dinner der erlesenen Art servieren, paart es mit einer Sotheby’s-Verstei- gerung der Werke des ausstellenden Künstlers und dem für Hanseaten schon sehr schrägen Dresscode »Gla- morous and Barefoot Hippie«. Und tat- sächlich erscheinen die Gäste schuhlos. Auch wenn es naheliegt, aber Ex- travaganz ist es nicht, was Simone Bruns antreibt zu immer wieder an- deren, spektakuläreren Events, für die sie oftmals sogar selbst das finanzielle Risiko trägt. Eher dann doch der sehr geerdete Wille, jungen Künstlern jene Chance zu geben, die sie damals nicht hatte. Naja, und natürlich die Lust auf Fotos. Ihre Wohnung in Winterhude ist voll mit Großformatigem. Einen Platz an ihren Wänden erreichen allerdings nur Bilder, die sie auf einer emotio- nalen Ebene erfassen kann. »Technik ist gar nicht so wichtig«, findet sie. »Ein Foto ist dann gut, wenn es mir eine Ge- schichte erzählt.«

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Postfach 60 52 31
Hamburg
22247

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