13/02/2026
Neuerwerbung des Museums.
Gläserner Bierbecher mit Metalldeckel zur Erinnerung an die Deutsche Rugbymeisterschaft des „F.C. Schwalbe Hannover von 1899“ aus dem Jahr 1936. Individuelle Deckelgravur, mit ineinander verschlungenen Initialen der Spieler.
Hier „AS“ für Albert Schneeberg und dem darunter stehenden Text „F.C. Schwalbe D.R. Meister 1936.“.
Der Becher wurde den Meisterschaftsspielern des F.C. Schwalbe anlässlich der vereinsinternen Meisterschaftsfeier im Juni 1936 überreicht. Für Schwalbe war das die dritte und letzte Meisterschaft nach 1923 und 1926.
Der FC Schwalbe hatte 1929 die größte Rugby-Abteilung in Deutschland und insgesamt 12 Mannschaften im Spielbetrieb. Mit 856 Mitgliedern war der Verein der damals zweitgrößte deutsche Rugby-Verein.
Dieses 21. Endspiel um eine Deutsche Rugbymeisterschaft fand am 3. Mai 1936 in Frankfurt auf dem Platz des TV Frankfurt 1860 vor etwa 800 Zuschauern statt.
Mit den Finalisten FC Schwalbe und SC Neuenheim war das die gleiche Paarung wie im Finale von 1923, das Schwalbe mit 6:3 für sich entscheiden konnte.
Neuenheim war mit einer jungen, körperlich schwachen Mannschaft nach deutlichen Niederlagen in der Vorrunde z.B. gegen die RG Heidelberg, überraschend ins Endspiel gelangt.
Der F.C. Schwalbe dagegen blieb in der Vorrunde ungeschlagen, war im Sturm körperlich überlegen und in der Hintermannschaft spieltechnisch deutlich besser als die Neuenheimer. Immerhin spielten sechs A und B Nationalspieler für die Hannoveraner in diesem Finale. Schwalbe galt in der Fachpresse eindeutig als favorisiert.
Der D.R.F.V. war seit 1933 dazu übergegangen regional „B- Nationalmannschaften“ aufzustellen, um gegen schwächere Nationalmannschaften z.B. gegen die CSSR, Belgien und die Niederlande zu spielen.
In den Reihen Schwalbes spielten im Finale 1936, als A-Nationalspieler:
Friedrich Bukowski (11 Einsätze von 1934 bis 1939)
Martin Schroers (15 Einsätze von 1934 bis 1940)
Karl Müller (2 Einsätze von 1934 bis 1939)
Karl Senning (5 Einsätze von 1927 bis 1931)
als B- Nationalspieler:
Karl Neumann und Friedrich Wöckener, beide wurden 1936 in Köln gegen „Holland“ eingesetzt.
Das Finale war in der ersten Halbzeit nahezu ausgeglichen. Seitenwechsel bei 3:0 für Schwalbe. Endstand 11:0, entsprechend drei Versuche, davon einer erhöht.
Abschließend die Mannschaftsaufstellung von Schwalbe (leider sind die Vornamen nicht überliefert):
Quentin, Wöckener, Senning, Bukowski, Hanne, Gutsche, Neumann, Busse, Bertelmann, Schöffer, Schneeberg, Rohberg, Andres, Pappenberg und Seifert.
Trikotfarben des F.C. Schwalbe: rot-weiß gewürfelt, weiße Hosen.
Schiedsrichter des Finales war Otto Leiprand.