Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim

Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim Das Museum bei der Kaiserpfalz ist ein stadthistorisches Museum. Ingelheims Geschichte wurde in besonderer Weise von Karl dem Großen geprägt.

Er ließ hier eine prachtvolle Kaiserpfalz erbauen, von der auch heute noch Reste besichtigt werden.

Seit dem 1.1.26 heißen wir unsere neue Museumsleitung willkommen: Dr. Nicole Nieraad-Schalke  löst Dr. Ingeborg Domes ab...
07/01/2026

Seit dem 1.1.26 heißen wir unsere neue Museumsleitung willkommen: Dr. Nicole Nieraad-Schalke löst Dr. Ingeborg Domes ab, die sich Ende 2025 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat. Nicole Nieraad-Schalke ist gebürtige Ingelheimerin und promovierte Kulturanthropologin mit Schwerpunkt auf Frauengeschichte, Alltags- und Festkultur sowie Interethnik. Seit fast 20 Jahren ist sie in der regionalen Kulturszene höchst aktiv und hat z.B. 2020 den charmanten Stadtführer „Ingelheim zum Verlieben“ im Leinpfad-Verlag publiziert. Im gleichen Jahr übernahm sie - zusammen mit Dr. Isabel Kappesser - im Museum bei der Kaiserpfalz die Leitung der Bereiche „Bildung / Kommunikation“ und „Sammlungsmanagement“ und war seitdem z.B. für das Veranstaltungsprogramm und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Darüber hinaus war sie Teil des Kurationsteams der Sonderausstellung „Alexander von Humboldt und Carlo von Erlanger: Natur im Wandel 1769-2022. Mit Kunstwerken von Sinje Dillenkofer“, die 2022 im Kunstforum Ingelheim - Altes Rathaus gezeigt wurde.

Nicole Nieraad-Schalkes Plan für die Zukunft des Museums ist es, einen Ort des Vertrauens mit modernem Storytelling zu schaffen, in dem lebendige Begegnungen mit der Vergangenheit Ingelheims möglich sind. Am Herzen liegen ihr besonders die Themen „Barrierearmut“ und „kulturelle Vielfalt“. Besonders sehnt sie den geplanten Museumsumbau herbei, durch den eine zeitgemäße, interaktive Ausstellungschoreografie möglich sein wird - und endlich viele Objekte gezeigt werden können, die bisher noch im Depot schlummern (einige stellen wir euch regelmäßig als „Sammlungsobjekt des Monats” vor…).

Wir wünschen Nicole Nieraad-Schalke viel Erfolg und Freude an ihrer neuen Aufgabe!

Das Sammlungsobjekt des Monats Dezember ist das Wirtshausschild des ehemaligen Gasthauses „Zum Goldnen Hirsch” in Nieder...
31/12/2025

Das Sammlungsobjekt des Monats Dezember ist das Wirtshausschild des ehemaligen Gasthauses „Zum Goldnen Hirsch” in Nieder-Ingelheim. Das Gasthaus in der Mainzer Straße 60 war zu seiner Zeit ein spätbarockes, dreiflügeliges Anwesen mit Mansardwalmdach aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde bis 1920 in seiner Funktion als Gasthaus unterhalten, danach nahm hier das Lichtspielhaus „Gloria“ den Betrieb auf, im Jahre 1930 erfolgte der Umbau zu einem Tonfilm-Theater. Das Kino bestand bis in die 1950er Jahre, heute ist das Gebäude ein privates Wohnhaus.

In dem Gasthaus „Zum Goldnen Hirsch” wurde 1778 der zum Tode verurteilten Catarina Barbara Hammer aus Wackernheim die Henkersmahlzeit zubereitet. „Der damalige Wirt [...] Jakob Weitzel war für die Zubereitung ihrer vergleichsweise bescheidenen Henkersmahlzeit zuständig, die aus zwei Maß Wein und fünf achtel Pfund Biskuit bestand.” Es war üblich, den Inhaftierten Alkohol auszuschenken, um sie vor der Hinrichtung zu beruhigen. Die Henkersmahlzeit wurde auf dem heutigen deutschen Gebiet um das 15. Jahrhundert eingeführt.

Quelle: Fath, Renate: „Schlichten und Richten: Facetten der Ingelheimer Rechtsgeschichte von Karl dem Großen bis Napoleon.” Begleitheft zur Ausstellung 21. April bis 28. Oktober 2012.

Fotos:
Noah Reichert © Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz,
Google Maps

Als Sammlungsobjekt des Monats November stellen wir euch das Taufkleid von Gertrud Helene Emmert vor, welche 1886 in Obe...
26/11/2025

Als Sammlungsobjekt des Monats November stellen wir euch das Taufkleid von Gertrud Helene Emmert vor, welche 1886 in Ober-Ingelheim geboren und getauft wurde. Frau Emmert war das älteste Kind der Eheleute Berndes und in diesem Kleid wurden ihre weiteren Geschwister und ganze vier Generationen nach ihr getauft. Frau Emmert heiratete den Ober-Ingelheimer Konrad Emmert, mit dem sie ein Hut- und Schirmgeschäft im Neuweg 6, gegenüber dem alten Gerichtsgebäude in Ober-Ingelheim führte.
Der Stoff ist Batist und in der Familie war es bei der Taufe Brauch, am Halsbund, je nach Geschlecht des Täuflings, ein rosa oder blaues Bändchen einzuziehen. Das letzte Mal wurde das Taufkleid 1977 von Frau Emmerts Urenkel getragen, schließlich wurde es von Frau Emmerts Enkelin dem Museum vermacht.

Fotos: Noah Reichert
© Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz

Im Oktober präsentieren wir ein zweites Sammlungsobjekt, welches mit Carlo von Erlanger auf Expeditionsreise war. Dieser...
27/10/2025

Im Oktober präsentieren wir ein zweites Sammlungsobjekt, welches mit Carlo von Erlanger auf Expeditionsreise war. Dieser Kamelsattel war einer von mehreren, auf denen sich die Reisegruppe rund um den Ingelheimer Ornithologen durch die tunesische Sahara bewegte. Carl Hilgert, Jäger und Reisebegleiter Erlangers, hielt in seinem Tagebuch am Neujahrstag 1897 folgendes fest:

„Der Marsch ging durch mächtige bis zu 200 Fuß hohe Dünen und stürzten die Kamele oft. Wenn eine Düne zu ersteigen war, hatten wir Mühe, die Thiere zu halten, denn sie wollten immer umwenden und ausreissen.“

Auf dem Foto der zweiten Slide ist Carlo von Erlanger auf einem Stuhl sitzend rechts zu erkennen, links ebenfalls auf einem Stuhl sitzend befindet sich Carl Hilgert. Die Forschungsergebnisse ihrer Expeditionen bewiesen, dass die darwinistische Evolutionstheorie auch bei Vö**ln gilt, die bislang davon ausgeschlossen geglaubt wurden. Durch diese Erkenntnis und seine umfangreiche Präparatesammlung galt Erlanger als vielversprechender Nachwuchsforscher, der jedoch in der Nacht zu seinem 32. Geburtstag bei einem Autounfall verstarb. Einen Teil seiner Sammlung stiftete seine Mutter Caroline von Erlanger der Stadt Nieder-Ingelheim, die dies zum Anlass nahm, ihr erstes Museum zu eröffnen.

Fotos: Albrecht Haag
© Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz

Als Sammlungsobjekt des Monats September stellen wir euch eine Truhe vor, die schon einiges von der Welt gesehen hat. Au...
30/09/2025

Als Sammlungsobjekt des Monats September stellen wir euch eine Truhe vor, die schon einiges von der Welt gesehen hat. Auf Expedition begleitete sie Carlo von Erlanger, einen der bekanntesten Söhne Ingelheims. Als Ornithologe lag sein Forschungsschwerpunkt auf der nordafrikanischen Vogelwelt und seine Präparatesammlung galt zu seiner Zeit als die größte und beste auf ihrem Gebiet.
Warum steht aber Hilgert auf der Reisetruhe? Erlanger unternahm Forschungsreisen unter anderem nach Tunesien und Abessinien (heutiges Äthiopien und Eritrea) gemeinsam mit dem Ingelheimer Carl Hilgert, der ihm beim Jagen, Präparieren und Kartografieren half. Aus Hilgerts Nachlass stammt letztendlich diese Truhe, die als Gepäckstück auf Expedition nach Nordafrika genommen wurde.

Fotos: Noah Reichert
© Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz

Als Sammlungsobjekte des Monats August stellen wir euch dieses Mal drei Münzen vor. Jede der drei Münzen wurde zwar in I...
27/08/2025

Als Sammlungsobjekte des Monats August stellen wir euch dieses Mal drei Münzen vor. Jede der drei Münzen wurde zwar in Ingelheim gefunden, jedoch in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts nach Christus in Trier geprägt. Die erste Münze unter Maximinus Daia, die zweite und dritte hingegen wurden zur Zeit Konstantins I., auch bekannt als Konstantin der Große, in Umlauf gebracht. Die Herrschaftsperiode beider Kaiser überschnitt sich in der letzten Phase der Tetrarchie, dem sog. Vier-Kaiser-System, in welchem Maximinus Daia ab 305 als Augustus den Osten des Römischen Reiches beherrschte. Konstantin I. wiederum, regierte, ebenfalls als Augustus, zunächst den Westen des Reiches. Ab 324 bis zu seinem Tod war er schließlich Alleinherrscher über das gesamte Imperium. Vor Konstantinopel war Trier seine Hauptresidenz und fungierte somit als Herstellungsort römischer Münzen.

Die erste Münze zeigt auf der Vorderseite die Profilbüste von Maximinus Daia in einem Panzer gekleidet und mit einem Lorbeerkranz auf seinem Haupt. Auf der vergrößerten Rückseite der Bronzemünze sehen wir einen Genius, also Schutzgeist, mit Opferschale und Füllhorn. Die Inschrift lautet “Genio Pop Rom”, was auf den Genius Populi Romani deutet, den Beschützer des römischen Volkes.
Die zweite Münze bildet Konstantin I. als Augustus mit Lorbeerkranz ab. Auf der vergrößerten Rückseite der Kupfermünze sehen wir mittig Sol stehend, den römischen Sonnengott, mit Strahlenkrone und kurzem Umhang sowie einer Weltkugel in der linken Hand. Die Inschrift “Soli Invicto” steht für die Unbesiegbarkeit des Sonnengottes ergo auch Konstantins.
Die dritte Münze bildet Konstantin I. mit Herrscherbinde ab. Auf der Rückseite sehen wir zwei behelmte, sich gegenüberstehende Soldaten, zwischen ihnen zwei Standarten und die Inschrift “Gloria Exercitvs”, den Ruhm der Armee beschwörend.

Fotos: Noah Reichert
© Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz

Als Sammlungsobjekt im Juli stellen wir die Luftschutz-Hausapotheke aus dem Besitz von Tabakwarenhändler Georg Bambach (...
28/07/2025

Als Sammlungsobjekt im Juli stellen wir die Luftschutz-Hausapotheke aus dem Besitz von Tabakwarenhändler Georg Bambach (*1897 ✝ 1950) vor. Der Metall-Kasten mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Artikeln wurde von der Apotheke Otto Münch in Ingelheim zusammengestellt.
Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg stellten “herumfliegende Teilchen während Sprengbombenangriffen” und “Verletzungen durch Phosphorbrandbomben” eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. “Die deutsche Apothekerschaft führte daher auf Anweisung des Reichsministeriums des Innern im Oktober 1939 die “Kleine Luftschutz-Hausapotheke” zum Selbstschutz ein - als Pendant zur bereits bestehenden großen Luftschutz-Hausapotheke für Betriebe und Industrie.” (Schlick, Friedrich)
Der Inhalt der Apotheke ist bis heute unberührt: Die Flasche mit Baldriantinktur, Gläser mit Chloraminpuder und Natriumtabletten, eine Tube Vaseline und ein Döschen Zucker sind noch voll. Augen-Salbestäbchen, Mullbinden und Verbandwatte wurden ebenfalls nie genutzt und die “Anleitung zur ersten Hilfe bei Unfällen” ist auch noch vorhanden.
Die Luftschutzapotheke wurde nach der Ausstellung „60 Jahre Ingelheim am Rhein - Die Rotweinstadt“ der Museumssammlung gestiftet.

Auf dem vierten Bild ist übrigens Sabine Strauch-Warzel zu erkennen, Mitarbeiterin im Sammlungsmanagement, welche die Sammlungsobjekte des Monats für uns heraussucht!

Fotos:
Slide 1 & 2: Albrecht Haag
Slide 2, 3 & 4: Noah Reichert
© Stadtverwaltung Ingelheim/ Museum bei der Kaiserpfalz

Quellen:
Schlick, Caroline / Christoph Friedrich: „Die Hausapotheke in Zeiten größter Not.“
Posterpräsentation am Tag der Pharmazie in Marburg am 8. November 2006.

Sammlungsobjekt des Monats:Diese zwei Pastellzeichnungen bilden das Ehepaar Weyer ab, welches in Ingelheim in der Binger...
18/06/2025

Sammlungsobjekt des Monats:
Diese zwei Pastellzeichnungen bilden das Ehepaar Weyer ab, welches in Ingelheim in der Binger Straße 3 wohnte. Die Zeichnungen sind Brustbilder, die den Oberkörper mit Schultern und Oberarmen im Profil abbilden. Das Werk entstand um 1800 von einer uns unbekannten Person.
Weil es sich um zwei individuelle Bilder handelt, die aber thematisch zusammengehören und zueinander gewandt sind, spricht man hier von „Pendant“-Bildern, die für Abbildungen von Eheleuten typisch waren.
Bis zum 14.11.25 sind in unserer Sonderausstellung Abbildungen der Pendants der Ehegatten Sebastian Münster und Anna Selber wie auch von Martin Luther und Katharina von Bora zu sehen.

© Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim
Foto: Albrecht Haag

Alt Text:
Auf dem ersten Bild ist eine Pastellzeichnung einer Frau im Profil abgebildet, die nach rechts blickt. Sie trägt eine weiße Haube, ein schwarzes Tuch um den Hals, einen schwarzen Schal um die Schultern und ein braunes Kleid. Auf dem zweiten Bild ist das Profil eines Mannes abgebildet, der nach links blickt. Sein graues Haar ist gelockt und er trägt ein hellblaues Jackett mit einem weißen Hemd.

Adresse

François-Lachenal-Platz 5
Ingelheim
55218

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

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