Kauber Schiefer e.V.

Kauber Schiefer e.V. Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Kauber Schiefer e.V., Metzgergasse 13, Kaub.

Der Kauber Schiefer bewahrt das kulturelle Erbe des Dachschiefer-Bergbaus im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und lädt alle Interessierte dazu ein, in die Welt des historischen Bergbaus in Kaub und Umgebung einzutauchen. Was sind Ziele und Vorhaben unseres Vereins?
1) Wir haben in den Räumlichkeiten der Metzgergasse 13 in drei Räumen ein kleines Dachschieferbergbaumuseum aufgebaut. Das Museu

m ist für die Allgemeinheit zugänglich. Über Öffnungszeiten und -möglichkeiten informieren wir immer aktuell.
2) Temporäre Kunstausstellungen sind dort ebenso möglich.
3) Das Museum beherbergt ein Archiv und eine Bibliothek, die Schülerinnen und Schüler, Studierenden und anderen wissenschaftlich Interessierten für Arbeiten zum Thema zur Verfügung steht.
4) Außerdem ermöglicht unser Archiv genealogische Forschungen.
5) Wir veröffentlichen zum Thema Kauber Dachschieferbergbau, halten Vorträge und bieten unsere Hilfe an.
6) Wir haben ein Auge auf die wenigen noch vorhandenen Relikte des Bergbaus, insbesondere bei den denkmalgeschützten Anlagen, und sorgen für deren Erhalt.
7) Wir schützen die Flora und Fauna, insbesondere kümmern wir uns zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Taunus-Westerwald e.V. um die Fledermäuse in den Kauber Stollen.
8) Wir wollen an besonderen Stellen Hinweisschilder und Informationstafeln aufstellen, auch in Verbindung mit themenspezifischen Wanderwegen.
9) Langfristig planen wir, zusammen mit dem Heimat- und Kulturverein Kaub, auf dem Rennseiterstollen im und um das ehemalige Maschinenhaus herum ein größeres (Outdoor-) Museum.
10) Wir arbeiten regional und überregional mit gleichgesinnten gemeinnützigen Vereinen und Institutionen themengezogen zusammen.

Blick über den Tellerrand :-)Vor kurzem erreichte unser Museum eine ungewöhnliche Anfrage: Gesucht wurde ein Kleiderbüge...
15/06/2026

Blick über den Tellerrand :-)

Vor kurzem erreichte unser Museum eine ungewöhnliche Anfrage: Gesucht wurde ein Kleiderbügel mit der Aufschrift des ehemaligen Bekleidungshauses Herbert Zastera aus Kaub und Sankt Goarshausen.

Das Bekleidungshaus Zastera eröffnete Anfang der 50er Jahre in Kaub. In den 60er Jahren wurde ein weiteres Geschäft in St.Goarshausen eröffnet.

Die Anfrage erreichte uns von der Urenkelin der Familie. Ihre Großmutter und deren Schwester – beide Töchter von Herbert Zastera –, sowie die Enkelin besitzen jeweils noch einen solchen Bügel. Die Enkelin arbeitet im Alten - und Pflegeheim Haus Marienberg in Kamp-Bornhofen und die Heimbewohner schwelgen immer wieder gerne mit ihr in Erinnerungen über Herbert Zastera und seine humorvolle, freundliche Art und seinem einzigartigen Kundenservice. In der Wäscherei des Alten- und Pflegeheims Haus Marienberg wurde vor einigen Jahren solch ein Kleiderbügel entdeckt. Nun stellte sich die Frage, ob möglicherweise noch ein weiteres Exemplar existiert.

In unserer Bergbausammlung war ein solcher Kleiderbügel natürlich nicht zu finden. Doch einmal mehr zeigte sich, wie gut die Mitglieder unseres Vereins miteinander vernetzt sind: Bereits wenige Stunden später wurde auf dem Dachboden eines Vereinsmitglieds tatsächlich ein originaler Zastera-Kleiderbügel entdeckt.

Bei der anschließenden Übergabe des gesuchten Erinnerungsstücks wurden zahlreiche Geschichten und Anekdoten aus vergangenen Zeiten ausgetauscht. So entwickelte sich aus einer einfachen Anfrage eine kleine Reise in die Familien- und Geschäftsgeschichte von Kaub und Sankt Goarshausen.

„Vorschrift betreffend die Absperrung von Schächten, Aufzügen, Gesenken und Bremsberge“Im Mai 1936 wurden die Grubenverw...
11/06/2026

„Vorschrift betreffend die Absperrung von Schächten, Aufzügen, Gesenken und Bremsberge“

Im Mai 1936 wurden die Grubenverwaltungen im Bergrevier Koblenz-Wiesbaden – darunter auch die Kauber Gruben – auf einen neuen Zusatz zur Bergpolizeiverordnung hingewiesen:
„Schächte, Aufzüge, Gesenke und Bremsberge müssen bis 2m über der Sohle des Anschlages so abgeschlossen sein, dass niemand den Kopf in das Fördertrum stecken oder in den abgesperrten Raum gelangen kann, ohne den Verschluss zu öffnen.“ Ausdrücklich wurde betont, dass die Regelung dringend umzusetzen sei, wie ein neuerlicher Unfall gezeigt hätte.

Die Fotos machen deutlich, warum solche Vorschriften notwendig waren: Die Absperrungen vor dem Füllort des Kreuzbergschachts aus einfachen Holzlatten boten wenig Schutz. Wie oft sie tatsächlich geschlossen wurden, bleibt Spekulation. Das Füllort war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der größten Unfallschwerpunkte unter Tage, die Unfälle überwiegend mit tödlichem Ausgang.

📣 Vortrag in Trechtingshausen: „Steinige Zwanziger. Der Schieferbergbau am Mittelrhein vor 100 Jahren“ ⚒️Spannender Vort...
07/06/2026

📣 Vortrag in Trechtingshausen: „Steinige Zwanziger. Der Schieferbergbau am Mittelrhein vor 100 Jahren“ ⚒️

Spannender Vortrag unseres Vereinsvorsitzenden Wilfried Radloff anläßlich der Benefizreihe „Happy Birthday, Klais-Orgel“.

📅 Freitag, 19. Juni
🕡 18:30 Uhr
📍 Pfarrsaal Trechtingshausen

Der Eintritt ist frei, Anmeldung über den QR-Code erbeten

📢 Tipp für Sonntag: UNESCO-Welterbetag! 🌍✨Am kommenden Sonntag wird im gesamten Mittelrheintal der UNESCO-Welterbetag 20...
04/06/2026

📢 Tipp für Sonntag: UNESCO-Welterbetag! 🌍✨

Am kommenden Sonntag wird im gesamten Mittelrheintal der UNESCO-Welterbetag 2026 gefeiert. Freut euch auf zahlreiche Veranstaltungen, spannende Einblicke und besondere Erlebnisse rund um das Welterbe Oberes Mittelrheintal.

⚒️ Unser Bergbau-Museum in Kaub hat während der Veranstaltung „Lebendiger Pfalzgrafenstein“ für Euch geöffnet. Kommt vorbei und entdeckt die Geschichte des Bergbaus in unserer Region!

Wir freuen uns auf Euren Besuch! 😊

Benzol-Lok vor dem Maschinenhaus der Grube Rennseiterstollen ⋒Die Benzol-Lok 🚂 der Motorenfabrik Oberursel mit Lokführer...
28/05/2026

Benzol-Lok vor dem Maschinenhaus der Grube Rennseiterstollen ⋒

Die Benzol-Lok 🚂 der Motorenfabrik Oberursel mit Lokführer Jakob Pfaff, ungefähr 1920.
Benzol-Loks galten als effizient, einfach zu bedienen und perfekt für enge Stollen. Heute sind sie faszinierende Zeugnisse alter Bergbautechnik. ⚒️⛏️

👉 Übrigens: Das Schild "RENNSEITER STOLLEN" ist heute auf Burg Reichenstein zu finden

Arbeitswelt im Schieferbergbau 1885–1923Ein Blick in die Arbeitnehmerlisten des Wilhelm-Erbstollens zeigt, wie hart und ...
19/05/2026

Arbeitswelt im Schieferbergbau 1885–1923

Ein Blick in die Arbeitnehmerlisten des Wilhelm-Erbstollens zeigt, wie hart und unsicher die Arbeit unter Tage damals war.
Krankheit konnte den Arbeitsplatz kosten. Arbeitsunfälle, auch tödliche, gehörten zum Alltag.
Persönliche Probleme wurden nicht aufgefangen, sondern bestraft. Wer widersprach, „frech“ war oder Arbeit verweigerte, wurde oft sofort entlassen:

▶️ „wegen Faulheit entlassen.“
▶️ „garstig krank sofort entlassen.“
▶️ „wird Invalide.“
▶️ „wegen Frechheiten gegen den Steiger R. sofort entlassen“
▶️ „verunglückt im Tiefbau 11C beim Theilen“
▶️ „abgelegt wegen Lüderlichkeit“
▶️ „entl. wegen Besserwisserei etc.“
▶️ „durch Unfall abgefahren.“
▶️ „nicht mehr annehmen Säufer.“
▶️ „Selbstmord wegen Krankheit.“
▶️ „abgebrannt.“ (waren finanzielle Probleme gemeint?)

aber auch
▶️ „abgefahren wegen Mangel an Brot.“

Heute wirken diese Einträge erschreckend. Arbeitnehmerrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sie sind das Ergebnis von über 100 Jahren sozialer Entwicklung.

Unser Tipp zum Wochenende!Am Sonntag, den 17. Mai ist Internationaler Museumstag! Unter dem Motto „Ein Kaub - vier Musee...
11/05/2026

Unser Tipp zum Wochenende!
Am Sonntag, den 17. Mai ist Internationaler Museumstag!
Unter dem Motto „Ein Kaub - vier Museen“ könnt Ihr diese Museen bei freiem Eintritt besuchen:
👉 das Blüchermuseum
👉 das Lotsenmuseum
👉 das Dachschiefer-Bergbaumuseum
👉 die alte Apotheke

Die Männer der Grube Kreuzberg beim Zurichten der Dachschieferplatten auf dem Lagerplatz. Links und verdeckt in der Mitt...
07/05/2026

Die Männer der Grube Kreuzberg beim Zurichten der Dachschieferplatten auf dem Lagerplatz.

Links und verdeckt in der Mitte die beiden großen Säge-, Spalt- und Zurichthäuser, rechts im Hintergrund mit der markanten Schieferfassade das ehemalige Zechenhaus für die Belegschaft unter und über Tage.

Im Juli 1982 fielen die drei großen Gebäude einem Brand zum Opfer. Erhalten, wenn auch in sehr schlechtem Zustand, blieben davon lediglich das kleine Waagenhäuschen mit der originalen Waage der Firma Heinrich Welb & Söhne aus Offenbach sowie das quer stehende kleine Nebengebäude. Dort lagerte einst Stroh, mit dem die empfindlichen Dachschieferplatten beim Transport geschützt wurden.

30/04/2026

Das Elslein von Kaub und der Dachschiefer

Schon früh wurde nach Möglichkeiten gesucht, die bei der Herstellung von Dachschiefer anfallenden Abfälle wirtschaftlich zu nutzen. Beispiele wie der Wilhelm-Erbstollen, die Grube Heppenberg in Sauerthal oder die Grube Rhein zeigen, wie gezielt an Lösungen gearbeitet wurde. So entstanden leistungsfähige Mahlwerke, die Schiefer in unterschiedliche Korngrößen bis hin zu feinem Pulver verarbeiten konnten. Dieses sogenannte Schiefermehl fand und findet vielfältige Anwendungen – etwa im Straßenbau, als Füllstoff in Farben, Lacken und Baustoffen, in der Landwirtschaft sowie in der Kosmetik.

Weniger bekannt ist jedoch eine besondere historische Nutzung: Schiefermehl wurde auch bei der Herstellung von Schellackplatten eingesetzt. Ab 1896 ersetzte eine neue Pressmasse das zuvor verwendete Hartgummi als Plattenmaterial. Hauptbestandteil war Schellack – eine harzige Substanz, die aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird.

Als Bindemittel verband der Schellack verschiedene Komponenten, darunter Schiefermehl, zu einer widerstandsfähigen Masse. Diese Innovation verbesserte sowohl die Klangqualität als auch die Haltbarkeit der Schallplatten deutlich. Ein Nachteil blieb jedoch bestehen: Die hohe Sprödigkeit des Materials machte die Platten anfällig für Bruch.

Ein wunderschönes Exemplar der Deutschen Grammophon mit der Kauber Hymne „Elslein von Caub“ hat einen Ehrenplatz in unserem Museum!
Mehr zum Elslein gibt es hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Elslein_von_Kaub

Ein langer, harter Weg...Die Hauer ⚒️ der Grube Wilhelm-Erbstollen bei der Arbeit: Die zerteilten Schieferblöcke werden ...
23/04/2026

Ein langer, harter Weg...
Die Hauer ⚒️ der Grube Wilhelm-Erbstollen bei der Arbeit: Die zerteilten Schieferblöcke werden zur Weiterverarbeitung nach Übertage verladen. Zwei Bergmänner drehen mit vollem Körpereinsatz einen vollgeladenen Plattenwagen auf dem Drehkreuz der Grubenbahn. Es ist ein langer, harter Weg, bis aus diesen schweren Blöcken die fein zugerichteten Dachschieferplatten werden, die Häuser schmücken und schützen.

Adresse

Metzgergasse 13
Kaub
56349

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