21/04/2026
Herzlichen Einladung zur
Ausstellungseröffnung
So. 26.04. 2026 | 15 Uhr
>Im entfremdeten Revier<
Natur in der künstlerischen Darstellung
Lea Hirsch & Jakob Offermann
26.04 — 16.05.2026
Knooper Weg 104, 24105 Kiel
Do. - Sa. 13 - 19 Uhr
„Häuser sind für sie Gebirge, in deren Höhlen und Schluchten zweibeinige Tiere leben, überall riecht es nach Nahrung, hübsch warm ist es, nix wie hin!“
— Frank Schätzing, In meinem Revier
Die im April in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel, die von Ereignissen wie der Strandung eines Wals, dem Auftauchen eines Wolfs in der Stadt oder eines Bären auf einem Wanderweg ausgehen, verhandeln nicht die Tiere selbst, sondern die Frage, wie der Mensch Natur versteht.
Was als „Grenze“ oder „Revier“ erscheint, ist keine
natürliche Gegebenheit, sondern eine vom Menschen konstruierte Ordnung. Werden diese Grenzen überschritten, gerät nicht die Natur ins Wanken, sondern das menschliche Verständnis von ihr.
Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Jakob Offermann und Lea Hirsch, die vor diesem Hintergrund entstanden sind.
Beide Künstlerinnen arbeiten mit einer malerischen Sprache: der eine in der Olmalerei, die andere in der Keramik als malerisches Medium. In relativ realistischen Darstellungen rekonstruieren sie natürliche Szenarien, die jedoch stets etwas Hypothetisches behalten - sie erscheinen zugleich als beobachtete Realität und als konstruierte Bilder.
In ihren Arbeiten ist Natur zugleich Umgebung und Körper; der Körper selbst wird Teil dieser Natur.
Dieses Verhältnis bleibt jedoch instabil und erzeugt eine anhaltende Fremdheit, als wäre alles an seinem Platz und doch nicht vollständig zu verorten.
Durch Soundarbeit im Raum durchbricht diese Struktur weiter. Ausgehend von der Vorstellung, dass Pflanzen menschlich geformte Oberflächen wie Beton „verdauen“, entfaltet sich ein Klang zwischen Kauen, Mahlen und Reiben. Es wirkt zugleich wie Wachstum und wie Erosion. Es unterwandert fortwährend unser Verständnis materieller Grenzen.
Die Ausstellung zeigt Natur - und zugleich eine Irritation dieser Vorstellung.
Was hier als unpassend erscheint, war vielleicht nie etwas anderes als stimmig.