24/10/2025
Am 22. Oktober 1940 wurden zehn jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Kirchheimbolanden in das Internierungslager Gurs deportiert:
Thekla Decker
Pauline Ewers
Günther Hausmann
Johanna Hausmann
Karl Hausmann
Karoline Hausmann
Ludwig Hausmann
Isidor Schwarz
Nur Frau Ewers und Karl Hausmann, der bei der Deportation sieben Jahre alt war, überlebten den Holocaust. Karl wurde in Frankreich von Helfern versteckt. Seine Eltern und Geschwister wurden u.a. in Ausschwitz ermordet.
Frau Ewers starb 1946 in Kirchheimbolanden an den Folgen des erlebten Terrors.
Die Synagoge war bereits am 10. Oktober 1938 niedergebrannt worden.
Die lebendige und aktive jüdische Gemeinschaft, die sich vielfach für ihre Heimatgemeinde eingesetzt und großzügig u.a. für die Kirchenglocken gespendet hatte und 1925 noch 75 Mitglieder umfasste, war ausgelöscht.
Nach Abschluss der Deportation von mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland vermeldete
Gauleiter Bürckel stolz nach Berlin, "die Pfalz sei nun judenfrei".
Anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation haben wir im Museum zwei Informationsbanner aufgestellt, die wir als Ergänzung zur Wanderausstellung "Gurs 1940 - die Deportation und Ermordung südwestdeutscher Jüdinnen und Juden" erstellt hatten.
Wir gedenken den Opfern des Nationalsozialismus.
(Bild: Sprengung des Synagogengebäudes 1941 (Aufn. aus Otmar Weber, Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz. Dahn 2005)