11/05/2026
Das Verhältnis von und war jahrhundertelang von Spannungen geprägt. Im Mittelalter etwa ging es um die Frage, wer Bischöfe - das waren damals auch Landesherrn mit weltlicher Macht - einsetzen durfte, Papst oder Kaiser. Kaiser Heinrich IV. musste nach Canossa und sich vor Papst Gregor VII. demütigen, damit dieser die Exkommunikation zurücknahm, welche die Lehenstreue der kaiserlichen Untertanen in Frage stellte.
Durch die Reformation verlor die Kirche viel Einfluss und weltlichen Reichtum, was sich dann in der Aufklärungszeit und durch die französische Revolution nochmal beschleunigte: geistliche Territorien wurden aufgelöst, das Vermögen säkularisiert.
Für Gläubige blieb aber selbst im 19. Jh. noch ein Treuekonflikt: Gehorchte man dem Landesherrn oder den geistlichen Autoritäten? Unter Reichskanzler brach u.a. nach dem päpstlichen "Unfehlbarkeitsdogma" der sogenannte " " aus, da er um die Loyalität seiner katholischen Untertanen besorgt war. , am 11. Mai 1873, wurde das erste der " " verabschiedet, das staatlicherseits die Qualifikation und Anstellung von Geistlichen regelte. Bismarck führte auch die Zivilehe ein, um das kirchliche Monopol bei der Heirat zu brechen.
Schon damals wurde nicht davor zurückgeschreckt, auch Fake-News in die Welt zu setzen: Um die katholische Kirche als fortschrittsfeindlich und primitiv darzustellen, wurden Geschichten in die Welt gesetzt, wie die katholische Kirche gegen Kopernikus und sein heliozentrisches Weltbild gewütet habe. Entsprechende Darstellungen wurden reichlich gedruckt, hier "Verbrennung der Bücher des Kopernikus", und sind bis heute vielfach verbreitet. Dabei bekam zunächst eher Gegenseite von protestantischer Seite. Bei Galilei 100 Jahre später war es dann aber tatsächlich Rom, das mit dem Wissenschaftlicher in Konflikt stand.