Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg

Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg Das Motto "Mensch-Modell-Maschine" stellt jene in den Mittelpunkt, die die Maschinen und Schiffstypen erdacht, gebaut und bedient haben.

„Mensch-Modell-Maschine“ - Diesem Motto folgt die interaktive Ausstellung im Elbschifffahrtsmuseum. Sie stellt jene in den Mittelpunkt, die die Maschinen und Schiffstypen erdacht, gebaut und bedient haben. Erfahren Sie wie sich die schweren Arbeits- und Lebensbedingungen beim Schiffbau und in der Schifffahrt in den letzten 1000 Jahren entwickelt haben. Lassen Sie sich von Menschen auf lebensgroßen

3D-Fotos anschnacken. Sie lernen in der Ausstellung bedeutende Persönlichkeiten wie Kaiser Wilhelm II. und den Reeder Basedow kennen, kommen aber auch mit den früheren Bewohnern Lauenburgs, wie Flößern, Decksleuten und Smutjes in Kontakt. Zusätzlich können sie an Modellen und Versuchsstationen selbst aktiv werden. Wichtige Themen sind als begehbare Erlebniswelten gestaltet. So betreten Sie in der Ausstellung zum Beispiel den Elbboden bei Niedrigwasser oder rutschen über Eisschollen, die sich im Winter auf der Elbe festsetzen. Zu jedem Themenschwerpunkt gibt es kurzweilige Filme, die Ihnen den „Roten-Faden“ der Ausstellung vermitteln. Mit Hilfe der interaktiven Archivstationen können Sie aber auch selbst auf Spurensuche gehen. Das Elbschifffahrtsmuseum besitzt eine einmalige Sammlung von Informationen zu Schiffstypen, Motorisierungen, Mannschaften und Modellen. Durch die bisherige intensive Forschung ist eine hohe Informationsdichte vorhanden. Zu einem großen Teil dieses Materials haben Sie im Museum Zugang. Die zahlreichen Modellschiffe des Museums befinden sich in neuen Großvitrinen mit einer ausgeklügelten Effektbeleuchtung, die die Details und Besonderheiten des jeweiligen Schifftyps an dem Modell hervorhebt. Gleichzeitig können Sie sich auf einem Bildschirm Fotomaterial des Schiffes im Betrieb auf der Elbe oder im Hafen betrachten. Technische Daten über das Schiff und den Schiffstyp lassen sich interaktiv abgerufen. Schatzkammer der Schiffsantriebe

Besonderer Anziehungspunkt ist die "Schatzkammer der Schiffsabtriebe" im Gewölbekeller des Museums. Hier können Sie Dampfmaschinen und Dieselmotoren unterschiedlicher Bauarten bestaunen. Diese Sammlung ist in ihrer Art einzigartig in Deutschland, nirgends wird die Mechanisierung der Schifffahrt so durchgängig präsentiert wie hier. Im Rahmen von Museumsführungen zeigen wir Ihnen die Schiffsantriebe in Bewegung. Raddampfer "Kaiser Wilhelm"

Das größte „Exponat“ des Elbschifffahrtsmuseums ist allerdings nicht im Museum zu finden. Es ist der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. Im Jahr 1900 in Dresden gebaut, kann man, auf diesem nahezu im Originalzustand erhaltenen Raddampfer, Schifffahrt wie vor über 100 Jahren erleben. Wer möchte, darf gerne selbst zur Kohle-Schaufel greifen und den Heizer bei seiner schweren Arbeit unterstützen. Der Dampfer liegt ca. 250 Meter vom Museum entfernt an seinem Anleger vor der Lauenburger Altstadt. Der „Verein zu Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums e.V.“ und die ehrenamtliche Besatzung bieten von Ende April bis Ende September jedes zweite Wochenende Ausflugsfahrten auf der Elbe an.

Im Rahmen der Veranstaltung „Tage des Exils“, organisiert von der Körber-Stiftung in Hamburg, fand gestern, am 26. Febru...
27/02/2025

Im Rahmen der Veranstaltung „Tage des Exils“, organisiert von der Körber-Stiftung in Hamburg, fand gestern, am 26. Februar, im Stammhaus der Stiftung ein interessanter Vortrag über den Fotografen Max Halberstadt statt. Dieser wurde im Jahre 1882 in Hamburg geboren; und legte eine fulminante Karriere als Fotograf hin, ließ sich bereits im Alter von 25 Jahren mit einem eigenen Atelier in einer der besten Adresse in der Hamburger Innenstadt nieder: am Neuen Wall, Ecke Bleichenbrücke. Kunstvolle Fotografien von Menschen, Räumen, der schönen Stadt Hamburg, auch eindrucksvolle Werbefotografie im Stile des Art déco. Eines seiner bekanntesten erhaltenen Portraits ist jenes von Sigmund Freud; dessen Tochter Sophie er 1913 ehelichte.
Leider kam es, wie es kommen musste, als die N**i 1933, demokratisch gewählt, an die Macht kamen und die Demokratie innerhalb weniger Wochen dekonstruierten und abschafften. Denn Max Halberstadt war jüdischen Glaubens; ein feinsinniger, kunstliebender Mann, der im menschenverachtenden System der N**i – wie so viele Millionen andere Menschen auch – untergingen.
Den eindrucksvollen Vortrag gestern hielt der freie Literaturwissenschaftler und Kurator Wilfried Weinke; ein Freund unseres Hauses. Begleitet von einem weiteren Freund: unserem Ausstellungsgestalter Uwe Franzen. Eine der Besonderheiten des Vortrags gestern war, dass auch Uwe mit auf der Bühne stand; und gemeinsam mit Katharina Schütz den Vortrag besonders interessant und lebendig werden ließ. Ein Genuss, im Publikum zu sitzen und zuzuhören!
Uwe Franzen hatte vor rund vier Jahren im Museum für Hamburgische Geschichte eine Ausstellung zu Max Halberstadt umgesetzt; kuratiert von Wilfried Weinke. Ein beeindruckendes Team, und, wie die beiden es gestern im Nachgang des Vortrags, bei Fragen aus dem Publikum wissen ließen, eine seit dreißig Jahren bewährte Freundschaft. Für uns war es eine Freude, neben dem Vortragenden auch unseren Museumsgestalter auf der Bühne zu erleben; denn damit verbunden war das Gefühl, wie eng wir Menschen miteinander vernetzt und verwachsen sind.
Der spätabendliche Blick gestern Abend noch in die heutige Zeitung war dann ernüchternd; lautete doch eine der Überschriften „Omas gegen Rechts im Visier der CDU und CSU“, begleitet von der Unterzeile „Die Union im Bundestag stellt Fragen zur Finanzierung von gemeinnützigen Organisationen – und löst so Empörung aus.“ Nach dem Erstarken der AfD und den Einzug Rechtsextremer in unser Parlament in Berlin – u.a. Menschen, die sich als „das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ bezeichnen, gemeint sind die AfDler Helferich und Krah – ist das alles nur noch schwer erträglich.
Wir sollten hier, auf dieser Seite, eigentlich aus unserem Museum berichten. Wir könnten erzählen, dass wir im Magazin nun endlich so weit sind, dass wir den ersten Schwung Exponate aus dem Lagerraum auf der Hitzler Werft in das Hauptdepot in unserem Museum zurückbringen können. Dass wir einen tollen Praktikanten zur Unterstützung haben. Dass wir endlich das Grenzgeschichte(n)-Projekt abgeschlossen und uns längst in der Planung weiterer Ausstellung befinden. Dass das Künstlerhaus in diesem Jahr mit dem Raddampfer Kaiser-Wilhelm zusammenarbeiten und auf Fahrt gehen wird. Dass wir einen sehr interessanten Besuch aus Stralsund empfangen hatten. Dass wir bereits jetzt mit den Vorbereitungen unseres 100-jährigen Museumsjubiläums zu arbeiten begonnen haben. Dass wir mit den Vorbereitungen zum nächsten kommen Jugend-Projekt, einem Memory-Walk, in Gange sind. Dass wir auf eine externe Förderung von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur warten, wo wir einen Antrag eingereicht hatten. Dass die Jugendlichen der Albinus-Schule jetzt ihren Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten einreichen werden. Dass Kolleg*innen der Flussschifferkirche in Hamburg uns dabei unterstützen, den Nachlass des französischen Zwangsarbeiters, der im zweiten Weltkrieg auf einem Lauenburger Binnenschiff eingesetzt wurde, ins Deutsche übersetzt wird. Dass wir zwei tolle neue Ehrenamtliche in unseren Reihen zur Unterstützung haben, die sich jeder für sich Aufgaben annehmen, von denen die eine über Jahre schlichtweg links liegengelassen werden musste. All das ist unglaublich schön und hilfreich, jedes Mal vor allem ein Treffen mit tollen Menschen. Angesichts der oben benannten politischen Ereignisse sind all dies, so scheint es zuweilen, sehr zarte Pflänzchen, kleine Insel der Freundlich- und Mitmenschlichkeit im wirren Ganzen.
Martin Luther wird der Ausspruch zugesprochen, dass er auch dann noch ein Apfelbäumchen pflanzen würde, wenn die Welt morgen unterginge. Machen also auch wir uns daran, weiterhin Apfelbäumchen zu pflanzen. Denn sie wird morgen ja auch nicht untergehen, die Welt, auch, wenn die populistischen politischen Lösungswege zuweilen schwer erträglich sind. Tröstlich deshalb, dass um uns herum viele gute Kräfte am Wirken sind, die es genauso halten, wie wir es wollen. Unermüdlich weiterarbeiten am einem guten und einträchtigen Miteinander, interessanten Projekten und sinnvollen Aufgaben zugewandt, an das Gute glaubend. Eine Ausstellung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes steht für uns an, die Vorarbeiten zum Memory-Walk, einen vom Anne-Frank-Haus im Berlin entwickelten Format, mit welchem wir mit den JUZ in Lauenburg zusammenarbeiten wollen. Museumsarbeit, auf die wir uns freuen.
Max Halberstadt verließ 1936 seine Heimat, immigrierte nach Süd-Afrika. Dort versuchte er, ein neues Leben zu beginnen; starb aber bereits 1940. Seine Frau blieb dort, sie überlebte dort das sinnlose Morden der N**is. Gott sei Dank gibt es viele Menschen wie Wilfried Weinke und Uwe Franzen; Menschen, die sich für die Mitmenschlichkeit einsetzen und sich für Kultur engagieren. Schön, dass wir von diesem Schlage so viele auch in unserem schönen Museum um uns herum wissen.
Arbeiten wir daran, dass es so weitergehen kann.

Heute jährt sich zum 80. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Bei allem, was in der Zwischenzei...
27/01/2025

Heute jährt sich zum 80. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
Bei allem, was in der Zwischenzeit in unserem schönen Elbschifffahrtsmuseum geschehen ist und von dem wir nicht die Zeit und Muße gefunden haben, auf dieser Seite zu berichten: wir wollen diesen besonderen Erinnerungs-Tag nicht verstreichen lassen, ohne ihn hier explizit zu erwähnen. Zu bedeutungsvoll und zu symbolträchtig, ihn nicht zu erwähnen!
In dem Wissen, dass wir längst wieder ein paar Nachrichten aus dem Geschehen unseres schönen Museums hätten vermelden können: denn in der Zwischenzeit ist schon wieder so viel Gutes geschehen in unserem Haus, dass wir seit unserem letzten Beitrag einige weitere hätten schreiben können. Indes, damit es gut weitergeht, mussten wir schlichtweg andere Prioritäten setzen. Wir geloben Besserung.
Mit dem ausgesprochenen Ziel, das Gute in uns Menschen zu befördern und das Schlimme zu verhindern, wollen wir an dieser Stelle deutlich die Stimme der Menschlichkeit und des Bemühens um ein gutes Miteinander sprechen lassen; auf dass sich der rechtsradikale Terror nicht wiederholen mag; in einer Zeit, in der das Rechtsradikale in Europa und der Welt an Boden gewinnt. Unser in diesem Jahr kommendes Projekt zielt gerade darauf ab; zu erinnern an die schlimmen Zeit des rechtsradikalen Terrors, auf dass sich dieser in nicht wiederholen mag.
Zur Illustration ein lizenzfreies Bild von Pixabay vom Konzentrationslager Auschwitz.

In dieser Woche hatten wir die Freude, den „Lebendigen Adventskalender“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in ...
05/12/2024

In dieser Woche hatten wir die Freude, den „Lebendigen Adventskalender“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Lauenburg eröffnen zu dürfen. Wir hatten den Termin, der für die anderen Veranstaltungen des Formats eigentlich eher auf 18:00 Uhr gesetzt ist, für uns im Museum auf 16:00 Uhr gelegt. Just jene Uhrzeit, an welcher unser Haus zum Jahresende an den Wochentagen schließt.
Kurz vor Schluss erschien dann tatsächlich eine Handvoll Besucher*innen für den „Lebendigen Adventskalender“; inklusive eines Nachzüglerpaares, welche die kleine Geschichte flugs noch einmal vorgelesen bekam.
Die Geschichte, die vorgelesene: wir hatten sie recht schnell gefunden, nachdem uns die Nachfrage erreichte, ob wir am „Lebendigen Adventskalender“ teilnehmen könnten. Bei der Geschichte, die vorzulesen wir uns entschieden haben, ist ein Kapitel aus den Kindheitserinnerungen von Heinz Wilkens. Dieser hat als Sohn einer Binnenschifferfamilien in den späten 1950er- und 1960er Jahren seine Kindheit bzw. Teile seiner Kinder- und Jugendjahre – auf dem elterlichen Binnenschiff verbracht. Herr Wilkens hat seine Erinnerungen daran später, in den 1990er Jahren, in dem Buch BEI VADDER AN BORD: EINE KINDHEIT AUF DEM BINNENSCHIFF niedergeschrieben. Wir fanden, dass das Kapitel „Weihnachten an Bord“ gut passen würde; vermittelt es doch einen wunderbaren Eindruck über das Feiern des Festes an Bord eines Binnenschiffes.
Als die späten Besucher*innen für den „Lebendigen Adventskalender“ in unserem Museum erschienen, nahmen wir diese mit in den kleinen Raum, wo es just um das Leben an Bord geht. In der Mitte dieses Raumes hat unser Museumsgestalter Uwe Franzen drei kreisrunde Vitrinen platziert, die jeweils die Modelle von den Achterschiffen der Binnenschiffe zeigen. Kleine schiffsförmigen Puppenstuben eigentlich, nach oben offen, Einrichtung so, wie die Menschen an Bord gelebt haben. Drei feine Puppenstuben, drei verschiedenen Einrichtungen; eine sehr einfache aus der Zeit der Jahrhundertwende, eine schon etwas bequemere sowie eine Inneneinrichtung eines Binnenschiffes der 1960er Jahre, erstmals Bad mit Badewanne inklusive. Eine passendere Kulisse für diese Geschichte kann es, außer an Bord selbst, kaum geben.
Wir waren nicht sicher, ob Kinder mitkämen zum „Lebendigen Adventskalender“; es waren keine dabei. Aber unsere Idee hat sich als passende auch für die Erwachsenen gezeigt, die sich genauso über die freundliche Geschichte- inklusive eines kleinen Happ-Ends - freuen konnten wie über das passende Ambiente in unserem Museum.
Ein weiteres schönes Museums-Erlebnis in dieser Woche war unser Besuch in unserem Außen-Depot auf der Hitzler Werft. Wir waren zu viert hingelaufen, um zu sortieren, was von dort in unser Hauptmagazin auf dem Dachboden des Museums wandern soll.
Wir kannten den Bestand, der dort lagert, im Groben bereits recht gut. Umso erfreulicher war es, dass in der Bücherkiste unerwartet doch noch ein kleiner Schatz in Form eines wertvollen Buches auftauchte. Zudem wurde dieser erfreuliche Fund um einen weiteren bereichert. Ein kleines, unscheinbares, altes, ungefähr DIN-A-4-großes Heftchen. Es stammt aus der Feder von Franz Willot, dem Prokuristen der Hitzler Werft, Angestellter von Franz‘ Urgroßvater. Vermerkt auf dem Umschlag stand die Jahreszahl 1901; der Inhalt des Heftchens war aber älter.
Vorsichtig aufblätternd zeigte sich, dass das Heftchen eine Sammlung von Zündholz-Packungs-Etiketten enthält. Wer um Lauenburgs Geschichte weiß, weiß, welche Bedeutung die Produktion von Zündhölzern in Lauenburg in der Industrialisierung des neu gegründeten Deutschen Reichs im vorletzten Jahrhundert zukam. Aber nicht nur Zündholz-Etiketten waren dort mit Gummi Arabicum seit weit mehr als einhundert Jahren eingeklebt. Sondern auch kleine Schwarz-Weiß-Portraits der kaiserlichen Familien; Wilhelm II noch als Kronprinz. Dazu weitere Oblaten mit kleinen Witzchen und Geschichtchen; ein kleiner Schatz kaiserzeitlicher Sammlerlust von Oblaten, Etiketten und Portrait-Miniaturen.
Wir finden, dass diese Woche ein schönes Bild abgibt dessen, was das Arbeiten im Museum so alles beinhaltet. Am Montag gemeinsam mit dem Partikulier des Raddampfers und ersten Vorsitzenden unseres Fördervereins Markus mit einem Journalisten, der mit einem Podcast über Lauenburg mit seinen Sehenswürdigkeiten berichtet. Am Dienstag ein Treffen mit unseren Museumsführer*innen, ein Meeting mit Kolleg*innen der Verwaltung, der Lebendige Adventskalender. Am Mittwoch das Räumen im Depot – ein „Kessel Buntes“ in der Arbeit, der unerschöpflich ist. Gut, dass mit dem nahenden Weihnachtsfest bald eine Pause ansteht zum Luftholen. Auf dass das Arbeiten im Museum weiterhin so viel Freude bereitet und so abwechslungsreich und bunt bleibt wie in dieser Woche.

Am 14. Oktober hatten wir das letzte Mal berichtet; von unserem so hoch geschätzten Netzwerk „Erinnern vor Ort“, initiie...
28/11/2024

Am 14. Oktober hatten wir das letzte Mal berichtet; von unserem so hoch geschätzten Netzwerk „Erinnern vor Ort“, initiiert von den Kolleg*innen des Anne Frank Zentrums e.V. in Berlin. In diesem Netzwerk stehen viele Kolleg*innen in einem freundschaftlich-kollegialen Austausch miteinander, die in kleiner Städten und im ländlichen Raum in ganz Deutschland dem Vergessen der N**i-Verbrechen entgegenwirken, siehe https://www.annefrank.de/bildungsarbeit/projekte/erinnern-vor-ort
Engagierte Menschen, Jung und Alt im ganzen Land, die nicht gutheißen wollen, dass eine in den Ländern und im Bundestag vertretene, nachgewiesener Maßen rechtsextremistische Partei die N**izeit als eine „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnete und menschenverachtende, vereinfachende populistische Parolen-Politik betreibt. Alexander Gauland von der AfD im Sommer 2018: "Hi**er und die N**is sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte" – gesagt beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative, bewusst die Grenzen des Sagbaren, des Tolerierbaren verschiebend….
Anfang November hatten wir uns im kleinen Kreis unseres Netzwerkes wiedergetroffen; in Wolfratshausen. Hier haben wir uns mit Memory-Walk beschäftigt; einem spannenden Geschichts-Film-Format, dass sich gegen das Vergessen engagiert. Wer bei you-tube die Begriffe „Memory-Walk“ und „Gotha“ eingibt, bekommt einen tollen Einblick, was Memory-Walks wollen und können. Gastgeber für unsere Fortbildung in Wolfratshausen waren die Kolleg*innen des dortigen Badehauses, siehe https://erinnerungsort-badehaus.de/ Dieses Badehaus, die ganze Siedlung namens „Föhrenwalde“ war für Arbeiter*innen einer Munitionsfabrik vorgesehen. Nach dem Krieg, ein Todesmarsch aus dem KZ Dachau führte an der Siedlung vorbei, widmeten die Alleierten die Siedlung für Menschen um, die im Krieg ihr Heimat verloren hatten – ein DP-Lager, Displaced Person– nun „Waldram“ genannt. Die Siedlung beherbergte dort in den späten 1940er Jahren die größte jüdische Gemeinde auf europäischen Boden außerhalb Israels. Bis Mitte der 1950er Jahre das katholische Siedlungswerk die Siedlung übernahm. Eine komplexe, kontroverse Geschichte, zu welcher wir vor Ort, im Rahmen des Workshops und der Fortbildung, selbst Memory-Walks erstellten. Das war eine sehr spannende Sache – wir fuhren mit dem klaren Wunsch nach Hause, im kommenden Jahr einen oder gar mehrere Memory-Walks in Lauenburg entstehen zu lassen.

Nun erreichte uns heute eine Nachricht des Anne Frank Zentrums in Berlin mit einer Bitte, der wir nur zu gerne nachkommen: Das Anne Frank Zentrum in Berlin wird nämlich dieser Tage 30 Jahre alt; mit der Bitte, die Nachricht auf unseren Social-Media-Kanälen zu verbreiten.
In der Mail, die uns erreichte, ist wie folgt zusammengefasst:

„Zum Anne Frank Zentrum:
Das Anne Frank Zentrum feiert im Dezember sein 30-jähriges Jubiläum. 1994 holten engagierte Berlinerinnen und Berliner eine Ausstellung des Anne Frank Hauses in Amsterdam nach Berlin. Sie wurde am 7. Dezember 1994 erstmals in Berlin-Mitte präsentiert und war in sechs Berliner Bezirken zu sehen. Aus diesem Engagement heraus entstand das Anne Frank Zentrum. Der gemeinnützige Verein ist heute bundesweit aktiv und die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam.
Zum Festwochenende »30 Jahre Anne Frank Zentrum«:
Das Anne Frank Zentrum feiert im Dezember sein 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass
bietet es am 7. und 8. Dezember 2024 freien Eintritt in die Berliner Ausstellung »Alles über Anne«,
öffentliche Führungen und eine Kreativwerkstatt.

Samstag, 7.12. & Sonntag, 8.12.2024, jeweils:
10 – 18 Uhr: Freier Eintritt in die Berliner Ausstellung »Alles über Anne«
11 / 14 / 16 Uhr: Deutschsprachige Familienführungen
14 – 17 Uhr: Kreativwerkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Zur Ausstellung »Alles über Anne«:
Die Ausstellung »Alles über Anne« des Anne Frank Zentrums in der Nähe des Hackeschen Markts in Berlin gibt Einblicke in die Lebensgeschichte von Anne Frank. Das jüdische Mädchen ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust. Die Ausstellung gibt einen biografischen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus und regt zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart an. Die Ausstellung ist multimedial und interaktiv gestaltet. Sie ist weitgehend inklusiv und auch für Kinder, Jugendliche und Familien gut zugänglich.
Adresse: Anne Frank Zentrum e.V., Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin
Anfahrt: S Hackescher Markt, U & Tram Weinmeisterstraße
Öffnungszeiten: Di bis ¬So, jeweils 10 ¬18 Uhr“
Mehr Informationen: www.annefrank.de

Wir können nur sagen: „Geht hin“. Wer gerade an jenen Tagen ohnehin in Berlin weilt, sollte dem Anne Frank Zentrum direkt bei den Hackeschen Höfen unbedingt einen Besuch abstatten; die Arbeit der Kolleg*innen dort ist ungemein hilfreich für die vielen kleineren und kleinen Erinnerungsorte im ganzen Land. Tolle, engagierte Menschen, denen auch wir in unserem kleinen Museum in Lauenburg mit unserem Museum schon jetzt viel zu verdanken haben. Herzlichen Glückwunsch, liebe Kolleginnen und Kollegen in Berlin! Ihr werdet mit eurer Arbeit nun 30 Jahre alt – Anne selbst wurde nur 16. Ihr Wirken und Andenken wird jedoch bald 80 Jahre alt, sie selbst würde noch in diesem Jahrzehnt 100 werden – und wir bleiben dran, uns zu bemühen, zu einer friedlichen Welt mit einem respektvollen Miteinander beizutragen; auch in Lauenburg. Hoffentlich weit über 100 Jahre hinaus.

Im Laufe dieser Woche hatten wir Besuch in unserem schönen Museum, der uns von Herzen erfreute: eine Gruppe der örtliche...
21/11/2024

Im Laufe dieser Woche hatten wir Besuch in unserem schönen Museum, der uns von Herzen erfreute: eine Gruppe der örtlichen Weingarten-Grundschule war bei uns im Haus. Kinder der dritten und vierten Klassenstufe, wunderbar lebendig und voller Freude. Sie kamen, um den zweiten Teil des „Schreiben-wie-Damals-Projekts“ mit uns durchzuführen; neuerlich ein schöner Tag in unserem Haus.
Die Idee - gemeinsam und mit tatkräftiger Unterstützung von der Kreiskulturvermittlerin Eva Ammermann entwickelt und umgesetzt - war, unser schönes Museum so lebendig wie möglich werden zu lassen. Aktive Brücken zu schlagen zwischen dem Damals und dem Heute. Wider den „sozialen Medien“ kamen wir auf den Gedanken, dass das Schreiben wie damals ein spannendes Projekt abgeben könnte. Statt mit Filzstiften aus Plastik zu schreiben, dachten wir, wäre es doch mal angebracht, dies einmal mit echten Federn und Tinte zu tun. Gänsefederkiele,schon früher bereits die eher stattliche Alternative des Schreibens, oder einfach mit einfachen Binsen. Gemeinsam planend, warf Franz, zufällig mit im Raum, locker die Idee auf, doch kurz runter ans Elbufer zu gehen, um dort einige der zahlreichen Schilfhalme zu sammeln, die dort wuchern und ohnehin irgendwann geschnitten werden. So eine einfache und gute Idee. So gut, gemeinsam zu arbeiten und einander zuzuhören. So gut, ein gutes Miteinander zu pflegen.
Wer Eva kennt, weiß um ihre Freude am Arbeiten mit den „richtigen“ Dingen, auf die „richtige“ Weise; eine Freude, die wir teilen. Kein Wunder also, dass die Kinder dann nicht nur mit Binsen und Federkiel schrieben; sondern ihre Tinten auch noch selber herstellten. Das geht im Grund ganz einfach – und macht dabei auch noch einen Riesenspaß. Statt einfach Tinte im Laden zu kaufen, kann man diese mit einfachen Mitteln selbst herstellen. So experimentierten die Kinder in der Schule dann u.a. mit Brombeeren. Es entsteht eine dunkelblau-violette Tinte, die sich wunderbar auf dem bräunlichen Urkundenpapier macht, auf welchem mit ihr geschrieben wird.
Dass im Laufe dieses ersten Projekttages, der oben an der Schule stattfand, im Grunde schon wieder viel zu kurz war, zeigt, wie spannend die Sache ist. Denn eigentlich, so dachten wir ursprünglich, könnte man ja auch noch zu den alten Handschriften ein wenig forschen; die ja früher ganz anders aussahen als heute und zuweilen recht schwer zu entziffern sind. Eine der eher unleserlichen Handschriften hatte zum Beispiel der Sammler Johannes Friese, dessen Sammlung die Keimzelle unseres Museums ausmacht; eine Handschrift, in welche sich Franz mittlerweile recht gut einarbeiten konnte. Im Bestand des Museums befinden sich zahlreiche alte handschriftliche Dokumente; die viele von uns sicherlich kaum werden entziffern können. Und dabei doch so viel altes Wissen in sich tragen. Die vielen alten Maßeinheiten geben weitere Rätsel auf; zu erleben auch in unserem Haus am Beispiel einer dort gezeigten Ladeliste eines Bootes, welches mehrfach zwischen Lauenburg und der Elbe unterhalb Hamburgs verkehrte.
Nachdem die Kinder an der Schule also mit selbstgemachter Tinte mit Binsen und Federn schrieben, fand der zweite Projekttag dann im Museum statt. In unserem Sonderausstellungsraum, auf dem Boden sitzend, gab es erst einmal eine offene Runde mit vielen wirklich spannenden Fragen der Kinder: u.a. die Frage, warum Museen eigentlich Museum heißen – wo kommt das her, der Begriff?
Anschließend ging hoch in unser Depot; dort schauten wir uns einige der vielen verschiedenen und spannenden Dinge einmal genauer an. Einen besonderen Augenmerk legten wir dabei natürlich auch auf alte Handschriften – und die vielen Petschaften, die wir in unserer Sammlung vorhalten. Petschaften, das sind die „Siegelstempel“ die, in heißes Wachs gedrückt, einst Briefe und Verträge besiegelten. Herrschaftlich-hoheitliche Insignien, diese Siegel.
Für uns ging es an diesem Tag gerade um sie; galt es doch, die Briefe der Kinder, mit selbstgemachter Tinte mit Binsen und Federkiel verfasst, im Museum zu versiegeln.
Zu diesem Zwecke – aus Projektmitteln finanziert und neu angeschafft – konnten wir mit einer eigenen Museumspetschaft arbeiten – und nahmen dazu noch eine der alten Museumspetschaften hinzu; eine Petschaft der alten Lauenburger Post.
Schmolz man in früheren Zeiten Siegelwachs über einer offenen Flamme, bedient man sich heute einer Siegelwachs-Klebepistole. Das Wachs wird in Stäben geliefert, passend für diese Pistolen. Für unser Projekt im Museum eine recht praktikable Lösung, da das Schmelzen über einer offenen Flamme ja nicht nur eine gewisse Brandgefahr birgt, sondern dabei entstehender Rauch bestimmt auch gleich von den Rauchmeldern erfasst werden würde.
Dass sich nicht nur mit Siegelwachs-Pistole die Zeiten geändert haben, zeigte sich dann auch, als wir die Siegel einmal brechen wollte. War echtes Siegelwachs früher härter und ließ sich das Siegel zerbrechen (so, wie man Absprachen „brechen“ kann), ist das moderne Siegelwachs aus der Segelwachspistole deutlich elastischer. Es bricht einfach nicht, sondern lässt sich einfach in der Hand biegen.
Nachdem alle ihre Briefe versiegelt hatten, fanden wir noch Zeit für eine kurze Abschlussrunde für ein Projekt, das uns allen sehr viele Freude bereitet hat; den Kindern wie den beteiligten Erwachsenen. Bemerkenswert, dass einige mit einem Siegelabdruck nach Hause gingen, der damals in Lauenburg üblich war; bestimmt aber seit hundert Jahren kaum mehr verwendet wurde. Bevor die Kinder wieder ihrer Wege zogen – sie hätten um unsertwillen gerne noch länger bleiben können – konnten wir die anfänglich gestellte Frage klären, woher der Begriff Museum eigentlich kommt. Hätten Sie es gewusst? Der Begriff stammt aus dem Alt-Griechischen und bezeichnete ursprünglich ein Heiligtum der Musen: in der griechischen Mythologie die neun Schutzgöttinnen der Künste.
Und wahrlich, oft kann sich die Arbeit im Museum ja so anfühlen: den Menschen und dem Schönen verbunden, ihnen dienend, voller Hinwendung und Freude zum Guten. Der Besuch der Kinder ist hierfür ein wirklich gutes Beispiel, denn etwas Schöneres als den Besuch neugieriger und interessierter Kinder, die, wenn sie gehen verlauten lassen, dass Museen einfach cool und sie gerne mit ihren Eltern und Großeltern wiederkommen wollen, kann es in Museen ja eigentlich kaum geben, oder? Wir freuen uns jedenfalls als weitere schöne Tage im Museum - gerne gemeinsam mit Ihnen und euch.

Kalte Füße waren mit dem Warten verbunden, als wir am vergangenen Samstag, gemeinsam mit den Kolleginnen aus Boizenburg ...
11/11/2024

Kalte Füße waren mit dem Warten verbunden, als wir am vergangenen Samstag, gemeinsam mit den Kolleginnen aus Boizenburg und vielen anderen Helfer*innen, auf dem Vorplatz des Rathauses in Lauenburg standen und auf die ersten Läufer aus Boizenburg warteten. Denn am Samstag, den 09.11., jährten sich nicht nur zum 35. Mal der Fall der Berliner Mauer und damit der Anfang des finalen Endes der DDR-Diktatur. Sondern auch das Jubiläum des mittlerweile traditionellen Laufes zwischen den beiden Partnerstädten Lauenburg und Boizenburg.
In diesem Jahr nahmen besonders viele Läuferinnen und Läufer auf der zwölf Kilometer langen Distanz teil; unter ihnen die Ministerpräsidentin des benachbarten Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, sowie der schleswig-holsteinisches Landesherr Daniel Günther.
Auf dem Vorplatz des Rathauses waren viele fleißige Helferinnen und Helfer unterwegs; u.a. die Kinderabteilung der örtlichen Feuerwehr mit ihren ehrenamtlichen Betreuern*innen; die Kolleg*innen der DLRG die heißen Kaffee und heißen Tee ausschenkten und wie die Kids der Feuerwehr gute Laune verbreiteten; sowie die Kolleginnen der Touristeninformation und des Museums in Boizenburg. Diese hatten jeweils eine kleine Hütte neben der Eingangstür des Rathauses aufgebaut. Wir, aus unserem Elbschifffahrtsmuseum, hatten die Gelegenheit gefunden, im Foyer des Schlosses ein paar Museumsexponate präsentieren zu können. Zentral darin ein Hinweisschild aus der DDR für Binnenschiffer*innen, dass am Aufstellort des Schildes einzig Binnenschiffe aus der BRD bzw. West-Berlin festmachen durften; das Hinweisschild einer sogenannten Feierabendstelle auf dem Hoheitsgebiet der damaligen DDR also. Dazu das große Modell eines typischen Binnenschiffes der 1960er Jahre, prominent aufgestellt beides vis-à-vis der Eingangstür in Rathaus. Dazu zwei Fotografien aus der Zeit, als die Binnenschiffer*innen auf der Fahrt aus dem Westen nach West-Berlin stets eine ungefähr dreitägige Fahrt durch die DDR absolvierten. Wir hatten dazu ein Zeitzeug*innen-Projekt initiiert, welches dankenswerter Weise vom Ministerium für Inneres, Ländliche Räume, Integration und Gleichstellung in Kiel gefördert wurde. Dass wir dieses Zeitzeug*innen-Projekt Ende letzten Monats quasi auf den Punkt abschließen konnten; eine große Freude für uns.
Erst in den Vortagen hatten wir die Bilder in unserem Sonderausstellungsraum aufgehängt; Gott sei Dank tatkräftig unterstützt von unserem fleißigen Praktikanten Luca, der im Akkord half, die Bilder der vorgehenden Ausstellung aus den Rahmen zu nehmen.
Dass wir am Nachmittag des vergangenen Samstages, den 09.11., im Rahmen von TAG UND NACHT FÜR DEMOKRATIE – LAUENBURG ZEIGT HALTUNG eine exklusive Führung durch diese neue Ausstellung geben durfte, war eine große Freude für uns. Nicht nur, dass die kalten Füße vom Stehen in der Kälte oben wieder warm geworden waren; sondern vor allen deshalb, weil sich ein Kreis sehr freundlicher und interessierter Menschen für das Thema durchaus begeistern ließ. Und wahrlich; die Fotografien, die wir in dieser kleinen Sonderausstellung zeigen, bestechen durch ihre Unmittelbarkeit, ihre Authentizität; handelt es sich doch um Bilder der Zeitzeug*innen aus ihren Alltagsleben an Bord der Binnenschiffe. Die Geschichten, die dahinterstehen, machen die Bilder zu einmaligen Dokumenten. Und, was uns natürlich eine besondere Freude bereitete: sie korrespondieren unmittelbar mit der nagelneuen Medienstation, in welcher Audio- und Filmsequenzen just jener Zeitzeug*innen nun dauerhaft in unserer Dauerausstellung eingepflegt sind.
Die größte Freude an diesen Tag für uns war jedoch die Gewissheit, dass es auch in Lauenburg so viele aktive und kreative Kräfte gibt, die Haltung und Einsatz zeigen für ein gutes und gerechtes Miteinander – keine Selbstverständlichkeit mehr in einer Zeit der propagierten einfachen Lösungen auch in der Politik. Der Tag war voll mit Angeboten - über das mittägliche Geschehen des Laufes mit der Ministerpräsidentin und dem Ministerpräsidenten hinaus. Wie schön die Worte von Frau Schwesig und Herrn Günther auf dem Vorplatz des Rathauses am Samstag: vereint zusammenstehend, über die Grenzen von Parteien hinweg, mit dem Ziel, das Gute zu befördern. Gemeinsam, ungeachtet irgendwelcher Parteibücher! Wie wohltuend zu hören in diesen Zeiten des Wahlkampfmodus. Verhalten und Formulierungen, die mehr zu vernehmen wohltuend wäre für viele und Vieles. Bewusst auf das Gute blickend, empfanden wir es als eine große Freude, in Lauenburg an diesem Tag nebenbei so viel gute Kräfte getroffen zu haben, die sich für die Demokratie und ein gutes Miteinander einsetzen – womit wir nicht nur Ministerpräsidentin und Ministerpräsidenten meinen – sondern eben auch die vielen bescheidenen Helfer*innen und Helfer, die sich nicht an diesen Tag selbst, sondern lange im Vorfeld für diesen gelungenen Tag eingesetzt haben; euch unserer Dank, dass wir ein Teil sein konnten in diesem Guten!

Wie wohltuend es doch ist, mit Kolleg*innen zu tun zu haben, die sich nicht nur um Freundlichkeit bemühen, sondern ruhig...
30/10/2024

Wie wohltuend es doch ist, mit Kolleg*innen zu tun zu haben, die sich nicht nur um Freundlichkeit bemühen, sondern ruhig und souverän ihr Fach beherrschen. Mehrere dieser sehr schönen Begegnungen hatten wir gestern in unserem kleinen, schönen Museum. Zum einen war Franz wieder im Haus und Magazin bei uns; unermüdlich damit beschäftigt, den Bestand zu pflegen und zu erfassen. Gestern hatten wir wieder Anlass zu staunen, über welch souveränen Überblick Franz bezüglich unseres Bestandes verfügt. Ging es gestern doch um Petschaften – jene „Stempel“, mit welchen in heißen Siegelwachs Wappen und Embleme gedrückt, Dokumente besiegelt wurden. Über 40 Petschaften sind in unserem Bestand erfasst; von 17. Jahrhundert bis in die N**izeit reichen die Embleme der Petschaften in unserer Sammlung. Ein kurzer Blick in unsere digitale Bestandserfassung, ein kurzer Griff ins Regal, den richtigen Karton herausnehmend; da lagen sie dann in unserer Hand. Was für ein tolles Erlebnis, wie souverän Franz den Bestand und das Depot kennt. Und was für ein tolles Erlebnis auch zu erleben, wie souverän Franz die Datenbank digiCult bedient, einfach wunderbar routiniert und souverän.
Anwesend und mitstaunend war Eva, Kulturvermittlerin im Kreis Herzogtum Lauenburg, die kreative Seele seit ein paar Jahren in unserem Albinus-Schule-Ganztags-Museums-Projekt. Gemeinsam mit Eva sind wir derzeit damit beschäftigt, die Durchführung eines neuen, kommenden Projekts mit der Weingarten-Grundschule zu planen; und dieses in unserem Haus zu verstetigen. Für dieses Projekt benötigen wir just eine der Petschaften, die wir von Franz in die Hand gedrückt bekamen. Sie werden uns dabei helfen, die Grundschulkinder nicht nur das Museum mit seiner Ausstellung und unsere Projekte konkret erlebbar werden lassen, sondern auch die wertvolle Sammlung und das nicht-öffentliche Magazin oben unter dem Dach kennenzulernen. Aufzuzeigen, wie die Menschen damals gearbeitet und gelebt haben, dass die Gegenstände ihre Funktionen hatten, lebendig sein können, auch, wenn sie längst ihren Status geändert haben und nun im Museum lagern.
Dass Eva schon so viel Vorplanung in die Projektidee gesteckt hat; dass wir konkret mit unserer Sammlung beitragen können; dass wir eine externe Finanzierungshilfe erhalten – alles ganz wunderbar! Auch hier tolle kollegiale Unterstützung von Jörg-Rüdiger, dem Kreis-Fachberater von „Schule trifft Kultur“ im Herzogtum Lauenburg, der unserem Museum mit der Unterstützung Evas ungemein hilfreich zur Seite steht: freundlich und unkompliziert wie immer! Und gestern dann, bei allem dabei, unser derzeitiger Praktikant Luca, mehrjähriger Unterstützer unseres Hauses schon, jetzt dabei, sich konkret neben notwendiger Pflege der Modelle um die Bestandserfassung zu bemühen; eine tolle Hilfe und Unterstützung auch für Franz, da Luca unmittelbar wird Franz wird zuarbeiten können. Hilfreich für unserer unendlich wertvollen Museums-Unterunterstützung namens Franz, ohne den es nicht ginge in Magazin und mit dem Bestand, ganz klar.
Dazu als vierter im Bunde gestern, hinzugestoßen aus Lübeck, Matthias, jener Mediengestalter unseres Hauses, der mit Uwe Franzen unser schönes Museum mit seiner vor zehn Jahren eröffneten Dauerausstellung zu dem Haus verwandelt hat, welches es heute ist. Matthias besuchte uns gestern aus zwei Gründen: zum einen hatte er reparierte Medienstationen im Gepäck, die wir mit „Bordmitteln“ in Museum nicht haben reparieren können. Zum anderen haben wir eine neue Medienstation im Museum aufstellen können; wir werden im Kommenden darauf auch hier noch einmal näher eingehen. Luca, medieninteressiert und -affin, unterstützend dabei. Welche eine Freude.
Eine Freude auch, dass endlich in unserem Keller die Medienstation zum Voith-Schneider-Antrieb wieder funktioniert. Haben wir von der Firma Voith doch eine neue Software zur Verfügung gestellt bekommen, die wir im Museum in der Dauerausstellung präsentieren dürfen. Dass diese 3D-Anwendung ein Update des Laufwerks benötigte (läuft ja auch schon seit mehr als 10 Jahren jetzt….) und auch der Schirm neue Treiber benötigte (ist ja auch schon mehr als 10 Jahre alt, mittlerweile…) verdeutlichte noch einmal, wie schön es eben ist, mit souveränen Kolleg*innen zusammenzuarbeiten: gelang es Matthias doch genau jene Probleme kurz und unkompliziert quasi „ambulant“ vor Ort zu lösen, die dort auftauchten und denen gegenüber unsere Medienkompetenz kaum ausgereicht hätte, die Lösungen Zeit gefressen hätte….
Und dann war da als abschließende Freude am gestrigen Nachmittag noch die freundliche Unterstützung einer in der Nachbarstadt Boizenburg ansässigen Fachfirma für Siegel und Gravuren. Da wir, wie oben beschrieben, uns für ein kommendes Grundschul-Projekt eben mit unserer örtlichen Weingartenschule u.a. mit dem Thema Petschaft und Siegellack beschäftigen, wurden wir von den Kolleg*innen der dortigen Firma telefonisch sehr freundlich und kompetent beraten. Dadurch konnten wir zielgerichtet jene Produkte bestellen, die wir für dieses Projekt eben brauchen. Dass sie aus unseren kleinen Nachbar- und Partnerstadt kommen, macht das Ganze noch einmal mehr sympathisch.
In der kommenden Woche wird dann am Samstag, den 09.11., ja auch der Grenzlauf aus Boizenburg in Lauenburg enden; mitlaufend dabei neben vielen aktiven Menschen auch die Ministerpräsident*innen des Landes Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nicht nur beim dem Grenzlauf anschließenden „Come-Together“ auf dem Amtsplatz vor dem Schloss - bzw. bei schlechtem Wetter im neuen Medienzentrum der Stadt - sondern auch beim Programm von „Lauenburg zeigt Haltung - Tag und Nacht für Demokratie“ sind wir mit dem Museum dabei. Und freuen uns schon jetzt auf hoffentlich viele freundliche Menschen und Begegnungen vor Ort. Auch im Museum.

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Lauenburg
21481

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