28/12/2025
Florenz - (2) Malerei. Miniminiminiausschnitt. Allein die Uffizien besitzen über 6000 Werke, Schwerpunkt ist die Renaissance und die Zeit davor und danach. Ich habe viel über parallele Entwicklungen gelernt, aus heutiger Sicht zeigt man mehrere Schulen (florentinische, sienesische zB), wobei der Mainstream der florentinischen Renaissance mit seiner Liebe zum Körper, zur Perspektive, zum Naturalismus das ist, was wir landläufig unter Renaissance verstehen und was ich auch noch im Studium so gelernt habe. Vasari hat diese Lesart in seinen Schriften und durch Kuration befördert, dass dahinter aber auch Stadtpolitik und Kulturkämpfe liegen, war ein spannender Befund für mich. Dass du, siehe Bild 1, also Körper malen lernst an der Kunstakademie in Florenz, wundert mich nicht. Mit der ersten Hypothese, dass der Übergang in die Renaissance einfach lange gedauert hat (über 150 Jahre?!?), bin ich nicht weiter gekommen. Ein Besuch in Siena, leider am Feiertag ohne geöffnete Museen, brachte etwas Licht ins Dunkel, warum manche noch 1450 (da war Michelangelo schon 10 Jahre mit der Sixtinischen Kapelle in Rom fertig) noch flächig/linear und zT unter Einsatz von Blattgold gemalt haben. Nicht weil sie hinterher waren, sondern weil Künstler wie Matteo da Sienna, Lorenzetti oder da Pietro Renaissance eher moralisch, nicht wissenschaftlich verstanden. Darüber muss ich nochmal nachdenken. Meine Bildauswahl ist etwas erratisch, da ich zu viel mit Staunen beschäftigt war. P.S. feministisch harter Tobak in Bezug auf Sichtbarkeit, daher ein paar Motive, die ich als Fest von Weiblichkeit verstanden habe (mehr Subjekt als Objekt). P.S. Die Freude im Stall eines Caravaggiojüngers aus dem 16. Jh., das (ehrliche) Selbstporträt einer Künstlerin aus dem 18. Jh. und Botticellis Frühling sind aus dieser mäßig fotografisch festgehaltenen Dokumentation meine Highlights.