04/09/2026
Wie jedes Jahr nutzt die Kustodie die Semesterferien für die Wartungsarbeiten im Paulinum. Nachdem im vergangenen Jahr der Paulineraltar im Mittelpunkt stand, sind diesmal die Epitaphien an der Reihe. Die historischen Gedächtnismale stammen aus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli. Zu den ältesten erhaltenen Werken gehört das um 1548–1550 geschaffene Epitaph für den Universitätsrektor Caspar Borner.
Nach der Sprengung mussten die Kunstwerke unter großem Zeitdruck geborgen werden. Viele blieben nur fragmentarisch erhalten, Teile und ursprüngliche Zusammenhänge gingen leider verloren. Seit 2002 wurden die erhaltenen Fragmente deshalb Schritt für Schritt gesichtet, zusammengesetzt und restauriert. Historische Fotografien halfen dabei, ihre ursprüngliche Gestalt zu rekonstruieren. Fehlende Partien wurden zwar in ihrer Form ergänzt, durch ein anderes Material aber bewusst als Ergänzungen sichtbar gelassen.
Bis 2017 fanden schließlich 21 große Epitaphien ihren Platz im Andachtsraum des neuen Paulinums und damit wieder an jenem Ort, an dem sie einst Teil der Universitätskirche waren.
Ganz verschwunden waren sie vom Campus allerdings nie: Einige Epitaphien wurden bereits zu DDR-Zeiten restauriert und wieder aufgestellt. Dazu gehörte auch das Epitaph Caspar Borners.