18/05/2026
💡Wusstet ihr, dass es erst zwei zeitgeschichtliche Grabungen in Leipzig gab?
👉Eine davon fand in den letzten Wochen in der heutigen Diezmannstraße 12 im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher statt.
Dort befand sich das 1942 errichtete Lager „Mangold“ in dem ca. 900 zivile Zwangsarbeiter:innen aus ganz Europa, insbesondere aber der Sowjetunion untergebracht gewesen sind.
📍Sie mussten vor allem für die Firma Rudolf Sack arbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Leipzig Plagwitz stellte und während des Zweiten Weltkrieges Rüstungsgüter wie Maschinengewehr-Wagen, Hülsen für Bomben und Granaten sowie Grabenpflüge her.
Nach Kriegsende diente die Anlage zunächst als Lager für Displaced Persons und anschließend bis 1950 als Quarantänelager für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten.
📝Das Grundstück soll wieder bebaut werden. Nun untersuchte das Landesamt für Archäologie Sachsen im Vorfeld die Fläche. Dabei registrierte das Grabungsteam ca. 600 Befunde. Dazu zählen vor allem Fundamente, Pfosten und Holzböden der Baracken, Wege, Gruben, ein Heizraum und die Splitterschutzgräben. Auch Objekte, die aus der Zeit der Lagernutzung stammen und zum täglichen Leben der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gehörten, wie
beispielsweise Lederschuhe, Teller, Tassen, Löffel und Glasflaschen wurden gefunden.
👉Die erste Grabung fand übrigens 2023 an der Capastraße statt, wo sich das Barackenlager „Neuer Meßplatz“ befunden hat.
📍Die GfZL ist seit 2019 Mitglied der Arbeitsgruppe „Stätten der NS-Zwangsarbeit in Sachsen“. Die AG will mit Hilfe vorhandener archäologischer, baulicher, bildlicher und historischer Quellen auf die Bedeutung der NS-Zwangsarbeit in Sachsen aufmerksam machen.
Weitere Mitglieder sind die sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten, das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V., das Landesamt für Archäologie Sachsen und das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen.
Stiftung Sächsische Gedenkstätten
sLAG - sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem NS