15/07/2026
Neu in der Sammlung:
Die schöne altkolorierte Illustration stammt aus dem sogenannten „Ständebuch“ von Christoph Weigel, gedruckt im Jahr 1698.
Zu sehen ist eine auf einem Rahmen aufgespannte Tierhaut. Der Handwerker („der Pergamenter“) bearbeitet diese mit einem mondförmigen Gerät. Gekleidet ist er in der Arbeitskleidung der Zeit mit Schürze und Kopfbedeckung. Im Hintergrund sind einige fertige Produkte wie Trommeln, Schirme und andere Arbeitsgeräte zu sehen.
Oberhalb und unterhalb der Illustration (Bild 2) heißt es:
Wol dem, der offt anschaut, die Sünden-Rechenhaut.
Will uns der Ehre Kertze blenden,
und von dem wahren Licht abwenden,
das nie verlieret Glantz und Schein:
So muß ein Schirm der blöden Augen,
damit sie scharff zu sehen taugen,
die Sterblichkeits-Betrachtung seyn.
Weigel betont, dass auch im 17. Jh. noch viel Pergament benötigt wird und die „Pergamenter“ viel Arbeit in den größeren Städten haben. Der Nutzen des Pergaments wird für die Schreiberei (Urkunden, Briefe etc.), Malereien, Pauken und Trommeln für den Krieg, Schirme für Lampen und Lichter angegeben.
Von der Antike bis ins Mittelalter wurden Bibeln per Hand auf Pergament geschrieben oder seit der Erfindung der Druckpresse teilweise auch auf Pergament gedruckt.
Der vollständige Titel lautet: Chr. Weigel, Abbildung der gemein-nützlichen Haupt-Stände von denen Regenten und ihren so in Friedens- als Kriegs-Zeiten zugeordneten Bedienten an biss auf alle Künstler und Handwercker nach jedes Ambts- und Beruffs-Verrichtungen weist nach dem Leben gezeichnet (Regenspurg 1698).