19/09/2025
Nächsten Dienstag!
Passend zur aktuellen Sonderausstellung.
Nächste Woche Dienstag, den 23.9., erwartet Euch im Rahmen des Themenjahres Mobilität ein interessanter Vortrag von Dr. Florian Ostrop, Geschäftsführer der Stiftung Mecklenburg. Um 19 Uhr spricht er in der Heinrich-Schliemann Gedenkstätte in Neubukow über „Zwangsarbeit und Displaced Persons in Mecklenburg 1939 – 1945“. Wir freuen uns auf den Abend und Austausch mit Euch 😊
Der Vortrag beleuchtet die Situation ausländischer Arbeitskräfte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Mecklenburg. Die deutsche Kriegführung brachte einen massenhaften Zustrom von ausländischen Arbeitskräften in das gesamte Reichsgebiet. Den größten Teil dieser Migration erzeugte der deutsche Staat zwangsweise, sehr große Teile unter Bruch des Völkerrechts sowie unter Androhung oder Einsatz von Gewalt. Eine weitere Besonderheit dieser Wanderungsbewegung war das ebenfalls gewaltsam umrahmte staatliche Interesse, Abwanderungen zu verhindern. Für diese Menschen galten in ganz Deutschland detaillierte, rassistisch abgestufte Vorschriften, sowohl, was deren eigenes Verhalten betraf, als auch im Hinblick auf das Verhalten der einheimischen Bevölkerung gegenüber diesen Fremden. Es wird untersucht, inwieweit solche Vorschriften in Mecklenburg eingehalten wurden, welche Gründe hierfür den Ausschlag gaben, inwieweit sich Abweichungen feststellen lassen und welche Sanktionen für Verbotsübertretungen verhängt wurden. Dies erfolgt mit Blick auf die spezifische und im Wandel befindliche Wirtschafts- und Sozialstruktur Mecklenburgs im Zweiten Weltkrieg.
Thematisiert werden auch die vielfältigen Formen der Begegnung von Einheimischen und Fremden nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht – als die bislang zur Arbeit Gezwungenen zu „Displaced Persons“ wurden, deren Repatriierung in ihre Herkunftsstaaten von unterschiedlichen Interessen überlagert war.
Abb.: Belgische Zwangsarbeiter vor einer Unterkunftsbaracke in Wismar-Dargetzow, ca. 1943. Aufnahme aus Privatbesitz.
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